aus: Ulrich
Haarmann Hg.: "Geschichte der arabischen Welt";
C.H.Beck-Verlag, München 1987
Unter Mitwirkung von
Ulrich Haarmann: Einleitung (S.9f.)
-- Albrecht Noth:
Früher Islam (S.11-100)
-- Tilman Nagel: Das
Kalifat der Abbasiden (S.101-165)
-- Heinz Halm: Die
Fatimiden (S.166-199)
-- Heinz Halm: Die
Ayyubiden (S.200-216)
-- Ulrich Haarmann:
Der arabische Osten im späten Mittelalter 1250-1517
(S.217-263)
-- Hans-Rudolf Singer:
Der Maghreb und die Pyrenäenhalbinsel bis zum Ausgang
des Mittelalters (S.264-322)
-- Barbara
Kellner-Heinkele: Der arabische Osten unter
osmanischer Herrschaft 1517-1800 (S.323-364)
-- Alexander Schölch:
Der arabische Osten im neunzehnten Jahrhundert
1800-1914 (S.365-431)
-- Helmut Mejcher: Der
arabische Osten im zwanzigsten Jahrhundert 1914-1985
(S.432-501)
-- Peter von Sivers:
Nordafrika in der Neuzeit (S.502-592)
Chronologie
Osmanischer
Sieg gegen Ägypten mittels Feuerwaffen -
Beibehaltung des Mamlukensystems - Aufstände bis
1525 - planmässige Deportationen der Intelligenz
nach Konstantinopel - Regimenter der Janitscharen
und ‘Azaban - Derwischorden und Stammesgruppen -
Kataster - Korps der Cavus und Tscherkessen -
Steuersystem ohne Lehen - "Stiftungen"
[Gemäss Pressburgs Buch "Good bye
Mohammed" ist jegliche muslimische Identität
und Besetzung bis 850 reine FANTASIE, ebenso die ersten
drei Kalifen sind reine FANTASIE, weil es den Namen
"Mohammed" erst ab ca. 850 gab. Der Prophet Mohammed ist
also FANTASIE, und somit ist der gesamte Islam eine
FANTASIE - wie auch der Moses der Juden eine FANTASIE
ist (Buch: Keine
Posaunen vor Jericho) und der Jesus der
Christen ebenfalls eine FANTASIE ist (Codes 3,12,13,33
etc. - Link).
Es geht immer um dasselbe: Mit einer erfundenen
Vergangenheit wollen Ansprüche auf Territorien geltend
gemacht werden. All die Kriege zwischen Judentum,
Christentum und Islam sind also Kriege von FANTASIEN,
die absolut nicht notwendig wären, wenn man sich an
Mutter Erde halten würde, Webseite: www.med-etc.com].
Zusammenfassung
Mittels der neuen Feuerwaffen kann die osmanische Armee
die ägyptischen Truppen in Syrien, Palästina und Kairo
innert kurzer Zeit besiegen. Nach der Auflösung des
ägyptischen Kalifats behält die osmanische Herrschaft
das Mamlukensystem in Ägypten bei. Aufstände müssen bis
1525 niedergeschlagen werden. Gleichzeitig bedient sich
die osmanische Herrschaft des geistigen Raubes, indem
die Intelligenz und die besten Handwerker der eroberten
Gebiete nach Konstantinopel deportiert werden, um dort
ein neues "geistiges und künstlerisches Zentrum" zu
bilden. Dadurch wächst die Gegenwehr im Volk.
Währenddessen läuft die osmanische Expansion jedoch
weiter bis zur Cyrenaika und Algier, das der spanischen
Herrschaft entrissen wird. In Ägypten etablieren sich
die militärischen Strukturen der Regimenter der
Janitscharen und der ‘Azaban, später auch der Cavus- und
Tscherkessen-Regimenter, um die Bevölkerung im Zaum zu
halten. Die Stammesgruppen um Bakr und ‘Ali konkurrieren
um die Macht, und Derwischorden haben als geistige
Zuflucht beim Volk grossen Zulauf. Mit der Schaffung
eines Katasters und eines neuen Steuersystems sowie der
Gründung von "Stiftungen" des Sultans zur Bautätigkeit
kann sich die neue osmanische Macht in Ägypten
entscheidend ausbreiten.
Chronologie
1514
Konstantinopel-Persien: Sieg der osmanischen Truppen
über den Safawidenschah Isma ‘il von Persien
aus osmanischer Sicht ein "Ketzer" (S.251).
Konstantinopel-Ägypten:
Vorgehen gegen Portugal am Roten Meer
Gemeinsamer Feldzug von Osmanen und Mamluken gegen
portugiesische Besetzungen am Roten Meer (S.251).
Ägypten: Erneute Revolte
der Mamluken gegen die Feuerwaffe
Die Einführung einer Truppe von Arkebusieren in der
ägyptischen Armee scheitert erneut an einer Revolte
(S.252).
1516-1517
Syrien, Palästina, Ägypten
und Hedschas werden osmanisch besetzt
(S.323)
1516-1517: 24.8.1516
Osmanische Eroberung
Syriens
(S.246) unter Sultan Selim (S.251). Osmanischer Sieg bei
Marg Dabiq in Nordsyrien gegen das ägyptische Heer unter
Sultan Qansawh al-Gawri, durch Hochverrat des
mamlukischen Gouverneurs von Aleppo (S.252).
Ende Aug 1516
Ägypten: Tod von Sultan
Qansawh al-Gawri durch Herzschlag - Nachfolger: Neffe
Tuman Bay
Der letzte Sultan Tuman Bay kommt vom Amt des
Schreibsekretärs (S.232).
Ende 1516
Ägypten: das letzte
Aufgebot gegen die Osmanen
Sultan Tuman Bay stellt das letzte Aufgebot an
Mamluken gegen das gut ausgerüstete, mit Feuerwaffen
bestückte, osmanische Heer zusammen (S.252).
23.1.1517
Ägyptische Niederlage gegen
das osmanische Heer - Ermordung von Sultan Tuman Bay
Ägypten scheitert am mamlukischen Reiterstolz. Besetzung
von Kairo und Hängung von Sultan Tuman Bay im Bab
Zuwayla (S.252).
Feb 1517 ca.
Kairo: Kalifentführung und
"spurloses Verschwinden"
Der Kairoer Kalif al-Mutawakkil III. wird nach dem Fall
Kairos vom osmanischen Eroberer Selim nach
Konstantinopel gebracht, wo "sich seine Spur verliert"
(S.231).
ab Feb 1517
Ägypten verklärt Sultan
Tuman Bay - getrennte Provinzen Syrien und Ägypten
Die Bevölkerung Ägyptens ehrt Tuman Bay noch
jahrelang. Ägypten und Syrien werden fortan als
getrennte Provinzen türkisch verwaltet. Türken und
Tscherkessen behalten aber ihre Elitepositionen in
Ägypten weiter (S.252).
1517
Ägypten:
Fremd beherrscht und funktionell passiv
Fortsetzung der Ausbildung der anwesenden mamlukischen
Sklaven - unbeugsame Hawware-Beduinen
Ägypten wird ab der osmanischen Besetzung nicht nur
von fremden Soldaten beherrscht, sondern die Hauptstadt
Kairo wird funktionell zudem zu einem Nichts
(S.325-326).
Die Osmanen übernehmen eine Grosszahl der bisherigen
Militärs und Verwaltungsbeamten in ihren Dienst (S.326).
Kairo hat zur Zeit der osmanischen Besetzung ca. 150.000
Einwohner, ca. 450 Hektar bebaute Fläche (S.337).
Die Ausbildung der anwesenden mamlukischen Sklaven geht
weiter. Die Chefs von "neo-mamlukischen" Haushalten
können Freigelassene "Beys", osmanische oder
einheimische Militär- und Zivilpersonen sein.
Die Beys haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber
den Osmanen. Die osmanischen Offiziere und
Administratoren wechseln "ständig", die Beys aber können
sich eine Hausmacht aufbauen und werden als
Bündnispartner anerkannt (S.335).
Die Position der Hawwara-Beduinen muss Sultan Selim I.
anerkennen (S.330).
Feb 1517 ca.
Kairo: Sultan Selim I.
ordnet eine neue Landaufnahme/Kataster in Ägypten an
(S.326)
Herbst 1517 ca.
Ägypten: Rückmarsch der
osmanischen Hauptarmee
(S.326)
1517-1525 ca.
Ägypten: Aufstände und
osmanische Feldzüge und Expansion - Übergriffe zwecks
Bereicherung
Osmanische Truppen müssen im grossen Ägypten den
Widerstand versprengter Mamlukeneinheiten überwinden,
auch in entlegenen Gegenden des Nildeltas (S.329) oder
in Oberägypten. Ebenso machen die Beduinen "grosse
Schwierigkeiten" (S.330).
Sultan Selim lässt zwei berittene Abteilungen der
Freiwilligen/Gönüllüyan und Flintenschützen/Tüfenkciyan
die Ausweitung seiner Herrschaft in Ägypten besorgen.
Die beiden Einheiten sollen die Steuereintreibung und
die Polizei in seinem Sinn einrichten. Dabei sind sie
aber niedrig bezahlt und haben nur niedrigen Status. Die
zwei Korps der Freiwilligen/Gönüllüyan und
Flintenschützen/Tüfenkciyan begehen jedwelche
Übergriffe, um an mehr "Lohn" zu kommen (S.329).
In der Folge sind die ersten osmanischen Jahre in
Ägypten bis 1525 "unruhige erste Jahre" (S.332).
ab 1517
Osmanisches
Imperium unter Selim I.
[Gemäss Pressburgs Buch "Good bye
Mohammed" ist jegliche muslimische Identität
und Besetzung bis 850 reine FANTASIE, ebenso die ersten
drei Kalifen sind reine FANTASIE, weil es den Namen
"Mohammed" erst ab ca. 850 gab. Der Prophet Mohammed ist
also FANTASIE, und somit ist der gesamte Islam eine
FANTASIE - wie auch der Moses der Juden eine FANTASIE
ist (Buch: Keine
Posaunen vor Jericho) und der Jesus der
Christen ebenfalls eine FANTASIE ist (Codes 3,12,13,33
etc. - Link).
Es geht immer um dasselbe: Mit einer erfundenen
Vergangenheit wollen Ansprüche auf Territorien geltend
gemacht werden. All die Kriege zwischen Judentum,
Christentum und Islam sind also Kriege von FANTASIEN,
die absolut nicht notwendig wären, wenn man sich an
Mutter Erde halten würde, Webseite: www.med-etc.com].
Vorherrschaft in der islamischen Welt - geistiger
Kahlschlag in den besetzten Ländern durch Bücherraub
und Deportationen - zentrifugale Kräfte im Grossreich
Das osmanische Imperium wird zum bedeutendsten
Imperium der islamischen Welt. Der Titel "Diener der
zwei heiligen Stätten"/hadim al-haramayn geht vom
Mamlukensultan auf den Grossherrn in Konstantinopel
über.
-- Selim I. erhält vom Sohn des Scherifs von Mekka die
Schlüssel des Ka ‘ba-Heiligtums überreicht
-- Selim I. bestätigt dafür den Scherif in seiner
Position und übernimmt den Schutz der Karawanen,
Pilgerwege und Heiligtümer sowie den Unterhalt der
dortigen Bevölkerung auf Kosten Ägyptens (S.333)
-- Selim I. lässt die besetzten arabischen Länder
geistig ausbeuten:
oo Bücherschätze Ägyptens und Syriens werden nach
Konstantinopel transportiert, wo sie noch heute stehen
oo Deportation von 100en von Gelehrten, Künstlern und
Handwerkern nach Konstantinopel (S.335).
Ägypten: Intrigen der Inhaber der höchsten Reichsämter
sind üblich (S.332).
Osmanisches Reich:
zentrifugal-separatistische Kräfte
-- im Innern des osmanischen Reiches herrschen
unberechenbare zentrifugale Kräfte, die nur mit rigiden
Massnahmen unterdrückt werden können.
-- einendes Element ist die arabische Sprache neben den
lokal verwurzelten Sprachen wie Syrisch, Türkisch,
Armenisch, Kurdisch, Persisch. Gleichsam einigendes
Element ist der Fantasie-Islam in seinen verschiedenen
Dimensionen
-- Gesellschaftsformen, Ökonomie und Ethnien im
osmanischen Reich sind aber sehr verschieden und werden
von der osmanischen Herrschaft nur wenig eingeschränkt
-- Konstantinopel wird wirtschaftlicher und geistiger
Mittelpunkt und regiert nach Leitlinie, die sich für das
türkische Reich bisher bewährt haben.
Militärgouverneure, oberste Richter und
Verwaltungsbeamte aus Konstantinopel sind alle
einheitlich ausgebildet (S.323) und haben den Auftrag,
überall im Imperium in gleicher Weise zu urteilen und zu
handeln (S.325).
Ägypten: Rechtssprechung,
Recht und Struktur des Justizapparats
-- Rechtssprechung nach dem religiösen
Gesetz/scharia nach hanafitischem Ritus (S.338)
oo mit Beratern der drei anderen Rechtsschulen von Fall
zu Fall (S.338-339)
oo mit nichtreligiösen Vorschriften/qanun des Sultan,
zusammengefasst im Buch "Reichsgesetze":
Gewohnheitsrecht, Präzedenzfälle oder auch Übernahme von
regional verschiedenem Recht (S.339).
-- der Richter von Kairo ist oberster
Richter/qadi-’askar, vom Staat bezahlt, entsandt auf
Vorschlag des Oberhauptes der osmanischen Richterschaft
in Konstantinopel/mufti für jeweils ein Jahr, ist
gleichzeitig Mitglied der Gouverneursversammlung/divan
-- der "Richter von Kairo" gehört in die Reihe der
prominentesten Richter des Reiches neben den
Heeresrichtern von Rumeli und Anatolien, neben den
Richtern von Konstantinopel, Mekka/Medina, Bursa und
Edirne
-- die 24 Distrikte Ägyptens sind in 37
Gerichtsdistrikte/qada’ mit Gerichtshof unter Vorsitz
eines aus Konstantinopel entsandten Richters/qadi
unterteilt, finanziert von den Gerichtsgebühren
-- Richter überwachen auch das öffentliche Leben und
verwalten oft Stiftungen, für sie ein lukrativer
Nebenverdienst
-- Fantasie-Muslime, Nichtmuslime, Männer und Frauen
können gleichsam Zeugen und Kläger sein (S.339)
-- die Osmanen deklassieren alle Hauptstädte der
Staaten, die sie besetzen und ordnen die Ökonomien und
Handelsstädte den Bedürfnissen des Gesamtreiches unter
(S.329).(S.325)
Aufschwung im osmanischen
Reich - Architekturentwicklung in Ägypten
-- in Aleppo, Basra und Mekka, u.a. bis Ende 18. Jh.
-- Baustil: osmanisch-imperialer Baustil mit
mamlukischen Dekorelementen (S.329).
ab 1517
Ägypten: Militärstruktur
zum "Schutz" Ägyptens - Pilgerfahrt
Sultan Selim I. belässt zwei Infanteriekorps/ogaq
unter Leitung des Gouverneurs und der
Ratsversammlung/diwan in Ägypten:
-- Janitscharen/mustahfizan als Wächter Kairos, der
Zitadelle und der Residenz des Gouverneurs, angesehen
und gut bezahlt
--‘Azaban, sg. ‘Azab, zur Bewachung der Zugänge zur
Zitadelle in Kairo und auf Provinzfestungen sowie für
Patrouillenboote auf dem Nil (S.329)
-- Konstantinopel hält eine Rotmeerflotte mit Sitz in
Suez (S.358).
Die Pilgerfahrt nach Mekka und Medina verläuft ohne
Zwischenfälle unter "osmanischem Schutz" (S.333).
ab 1518
Ägypten: Rivalisierende
Stammesgruppen: Gruppe um al-Bakri - Derwischorden -
Gruppe um as-Sadat
Die Gruppe um al-Bakri ist die Gruppe von Leuten,
die ihre Abstammung auf Abu Bakr (632-634) zurückführen,
mit Sayh al-Bakri als Sprecher.
Gleichzeitig ist der Sayh al-Bakri/Ältester der al-Bakri
der Chef der Derwischorden Ägyptens, die aus allen
Schichten Zulauf haben. Der Sayh al-Bakri wird praktisch
zu einem einheimischen Führer (S.341).
Religiöse Feste mit Derwischbeteiligung sind
-- Geburt des Fantasie-Propheten
-- Geburt anderer Heiliger
-- Aufbruch zur Pilgerfahrt
-- Begrüssung der heimkehrenden Pilgerkarawane (S.333).
Dementsprechend wächst ihre sozialpolitische Bedeutung
in der Gesellschaft (S.341) und erlebt einen Aufschwung,
der vor allem von der mittleren und einfachen
Bevölkerung getragen wird. Die
Derwischbewegung/Sufi-Orden kann sich bis ins 20. Jh.
halten (S.333).
In der Folge werden in Kairo verstärkt Klöster und
Klausen für Derwische gebaut. Die Ordensscheiche
geniessen ein nie dagewesenes hohes Ansehen (S.333).
Die Glaubensgruppe um as-Sadat ist die Gruppe von
Leuten, die ihre Abstammung auf den Kalifen ‘Ali, den
Schwiegersohn des Fantasie-Propheten, zurückführen.
Führer ist Sayh as-Sadat/Ältester der as-Sadat (S.341).
ab 1518
Ägypten: keine Förderung
von Philosophie oder Gelehrtentum
weil der Schwerpunkt durch die Deportationen der
Intelligenz nach Konstantinopel "verlagert" ist (S.335).
1519
Algier osmanisch besetzt(S.324)
1520 ca.
Ägypten: Vorbereitung von
Revolten gegen die osmanische Besetzer
(S.326)
1520-1566
Konstantinopel: Sultan
Süleyman "der Prächtige"
(S.326); Sultan Süleyman I. "der Prächtige"
-- ist für die Osmanen "der Gesetzgeber"/ Qanuni (S.331)
-- ist 1520-1533 Statthalter (S.328).
ab 1520
Konstantinopel: Sultan
Süleyman Qanuni: weitere Deportationen der arabischen
Intelligenz nach Konstantinopel
Auch Sultan Süleyman Qanuni lässt die Gelehrten,
Künstler und besten Handwerker der in seinen Feldzügen
in Mesopotamien und Persien besetzten Länder nach
Konstantinopel deportieren. In Konstantinopel findet
eine importierte Blüte statt, gemischt aus allen
Provinzen des osmanischen Imperiums (S.335)).
1521
Cyrenaika osmanisch besetzt
(S.324)
1522
Ägypten: Revolten
der Mamlukenemire Ganim und Inal, werden
niedergeschlagen (S.326).
1523
Ägypten: Die neue Kataster-
und Steuerübersicht für Unterägypten und Teile
Oberägyptens ist abgeschlossen
(S.326)
1524
Ägypten: Revolte des
osmanischen Gouverneurs Ahmed Pisa, wird
niedergeschlagen
Erst jetzt ist in Ägypten jede Gefahr für die
osmanischen Besetzer beseitigt (S.326).
1524-1525
Ägypten: Gründung des Korps
der Cavus und Bildung des Korps der
Cerakise/Tscherkessen
Cavus-Korps: berittene Soldaten und Fusssoldaten, aus
ehemaligen Mamluken als Sendboten für Dekrete u.a., mit
bestimmten Privilegien und Einkünften.
Cerakise/Tscherkessen-Korps: Bildung deswegen, um die
Übergriffe der Freiwilligen/Gonüllüyan und der
Flintenschützen/ Tüfenkciyan in den Griff zu bekommen.
Das Gehalt für die Freiwilligen und Flintenschützen wird
dabei nicht erhöht, und die Cerakise bekommen ebenso
niedrigen Sold und Status (S.329).
1525
Konstantinopel: Erlass von
Sultan Süleyman zu Steuersystem und Stiftungen
Er verfasst ein Buch zu den Prinzipien der
osmanischen Administration als
Gesetzessammlung/qanun-name, vor allem mit
-- Bestimmungen zum Steuersystem-- Organisation der
frommen Stiftungen/waqf, osm. vaqif.
Das Buch bildet die Richtschnur für die Arbeit von
türkischen Kommissionen in Ägypten, die das Land
regelmässig bereisen, zur neuen Feststellung von
-- Steueraufkommen
-- Besitzverhältnisse
-- Bevölkerungsverteilung
-- Art der Bodennutzung (S.326) [was durch den
wechselnden Nil auf dauernd notwendig ist].
Stiftungseinrichtungen unter den Osmanen sind Moscheen,
Schulen, Brunnen, aber auch Mühlen, Wasserräder und
Bewässerungskanäle (S.340).
ab 1525
Konstantinopel:
Steuersystem
-- der ganze Reichsboden gehört dem Sultan/miri
-- kleinere Lehen können als Sold, Lohn und Gehalt in
Parzellen/muqata ‘a abgegeben werden
-- in Europa, Anatolien und Teilen Syriens werden
Lehen/timar/zu ‘amet/hass ohne Vererbung vergeben, vor
allem für die osmanische berittene Militärelite/sipahi.
In Ägypten werden diese Lehen nicht gewährt, die Gründe
sind unbekannt (S.326).
Landwirtschaftsbesteuerung erfolgt in "emanet": Einzug
durch Reichsbeamte/emin und Weiterleitung an den
ägyptischen Staatsschatz nach Kairo bei festem Gehalt
des Reichsbeamten unabhängig von den Steuereinnahmen,
und durch die "vaqif"/frommen Stiftungen: Abgabe für
religiöse oder soziale Einrichtungen oder deren
Personal: Moschee, Medrese, Derwischklöster,
Armenküchen, Brunnen u.a., v.a. auch nach Mekka und
Medina (S.327).
ab 1525
Ägypten: Konsolidierung der
osmanischen Herrschaft
und Belebung des städtischen und dörflichen Lebens.
Ägypten ist für Osmanen oft noch eine "exotische Welt"
gegenüber dem, was sie bisher auf Feldzügen gesehen
haben (S.332).
Schichtung der Bevölkerung
Ägyptens
-- Mittelschicht: Kaufleute, Handwerker,
privilegierte Lehrer wie Professoren, Ordensscheiche und
Fantasie-Prophetennachkommen
-- die Masse der Habenichtse: Strassenverkäufer,
Wasserträger, Eseltreiber, Unterhalter, Bauern,
Beduinen, Gerichtsschreiber, Lehrer der unteren Stufe
wie Vorbeter, Prediger Fantasie-Koranschullehrer
(S.340).
Ghettostadt
Kairo - Moscheen als Bildungszentrum - osmanische
Besetzung Mesopotamiens und des Jemen - Kaffee als
neuer Trend - osmanische Besetzung bis Tripolitanien
- Müteferriqa-Korps - Krieg mit Äthiopien -
osmanische Totalbesetzung Nordafrikas -
Bey-Herrschaft in Ägypten - Libanons Maroniten mit
Beziehungen zum Vatikan - osmanische Kooperation mit
Äthiopien - Verfall der osmanischen Macht durch
Korruption - aufkommende Janitscharen mit
Schutzgelderpressung
[Gemäss Pressburgs Buch "Good bye
Mohammed" ist jegliche muslimische Identität
und Besetzung bis 850 reine FANTASIE, ebenso die ersten
drei Kalifen sind reine FANTASIE, weil es den Namen
"Mohammed" erst ab ca. 850 gab. Der Prophet Mohammed ist
also FANTASIE, und somit ist der gesamte Islam eine
FANTASIE - wie auch der Moses der Juden eine FANTASIE
ist (Buch: Keine
Posaunen vor Jericho) und der Jesus der
Christen ebenfalls eine FANTASIE ist (Codes 3,12,13,33
etc. - Link).
Es geht immer um dasselbe: Mit einer erfundenen
Vergangenheit wollen Ansprüche auf Territorien geltend
gemacht werden. All die Kriege zwischen Judentum,
Christentum und Islam sind also Kriege von FANTASIEN,
die absolut nicht notwendig wären, wenn man sich an
Mutter Erde halten würde, Webseite: www.med-etc.com].
Zusammenfassung
Kairo wird neu als Ghettostadt organisiert. Jede
Glaubensgruppe oder Berufsgattung bekommt "ihr"
Quartier, das mit Mauern umschlossen ist. Die Moscheen
von Kairo werden weit über das Land hinaus wirkende
Bildungszentren. Währenddessen geht die osmanische
Besetzungseuphorie weiter mit gleichzeitiger Eroberung
Mesopotamiens, der Küsten des Roten Meeres und
Nordafrikas. Die aufkommenden Beys machen den
osmanischen Gouverneuren dabei mehr und mehr die Macht
streitig, und Korruption wird die Ursache des
beginnenden osmanischen Machtverfalls. Die Janitscharen
beginnen ein Schutzgelderpressungssystem in der Zeit des
Kaffeebooms, wogegen die osmanischen Gouverneure nichts
unternehmen können. Libanons Maroniten pflegen unbemerkt
eine abweichende Beziehung zum Vatikan.
ab 1530 ca.
Kairo: Gliederung der
Stadtbevölkerung - ummauerte und offene Stadtviertel
Gliederung der Bevölkerung nach Stadtvierteln,
Berufsgilden, Religion und "Volkszugehörigkeit". Jedes
Stadtviertel ist einer Verwaltung mit einem
Ältesten/sayh unterstellt, der die Aufgabe zur
Schlichtung und Vermittlung zwischen Staatsführung und
Volk hat.
Alle Stadtviertel sind von Mauern umgeben mit Toren, die
in der Nacht geschlossen werden, mit Tendenz zur
religiösen, ethnischen und beruflichen "Homogenität". Es
kommt zur Bildung extremer "Ausländerviertel",
Fantasie-Christen- und Judenvierteln, wie aber auch zu
gemischten Quartieren.
Berufsvereinigungen sind oft ethnisch gemischt. Zwischen
Fantasie-Muslimen und Nicht-Muslimen besteht keine
Gleichberechtigung (S.341), aber auch keine Verfolgung
(S.342).
ab 1530 ca.
Kairo: Moschee al-Azhar
wird Bildungszentrum
Die Moschee al-Azhar wird in zunehmender Weise zum
Zentrum intellektuellen und spirituellen Zusammenlebens.
Es entsteht eine eigene soziale Einheit mit 100en von
Gelehrten und 1000en von Studenten. Die Institution der
al-Azhar-Moschee bietet Unterricht, Unterkunft,
Verpflegung, Zuflucht, geistige Führung, Gebet und
sozialen Kontakt (S.340).
Die Moschee-Einrichtung wird von vielen religiösen
Stiftungen finanziert. Sie ist ein moralisches
Gegengewicht gegen die osmanische und spätere
neomamlukische korrupte Elite (S.341).
1534
Mesopotamien osmanische
besetzt
(S.324)
1535-1536
Kairo: Statthalter Hüsrev
Pascha
mit Stiftung eines Brunnenhauses/Sabil-kuttab (S.328).
1538-1549
Kairo: Statthalter Davud
Pascha [kein Druckfehler!]
(S.328)
1538-1635
Osmanische Besetzung von
jemenitischen Küstenstationen - Kampf gegen den
jemenitischen Imam
Erworbene Küstenstationen werden zu osmanischen
Provinzen erklärt.
Der zaiditische Imam des Jemen verschanzt sich mit
seinen Kämpfern im Hochland und in Sanaa/San ‘a (S.331).
1541
Kairo/Bautätigkeit:
Brunnenhaus von Süleyman Pascha fertiggestellt
(S.328)
1546
Jemen: Osmanische Besetzung
von Sanaa
Besetzung des Jemen unter Özdemür Pascha, Fall von
Sanaa. Der zaiditische Imam kämpft in den Bergen weiter
(S.331). Die Eroberung des Jemen wird hauptsächlich von
der osmanischen Rotmeerflotte mit Sitz in Suez getragen
(S.358).
1548
Kairo/Bautätigkeit: Moschee
des Statthalters Davud Pascha fertiggestellt
(S.328)
um 1550
Nubien: Osmanische
Besetzung von Unternubien zwischen dem ersten und
zweiten Katarakt
-- heute zum Teil im Assuan-Stausee verschwundene
Landschaft
-- südlichster Punkt der osmanischen Heerrschaft
Ägyptens ist Wadi Halfa, heute Nord-Sudan (S.330).
ab 1550
Das osmanische Imperium als
wirtschaftliche Sicherheit - Kaffeegenuss im ganzen
Reich - Bildungszentrum Moschee al-Azhar - Architektur
Das osmanische Imperium kann Grenzen beseitigen,
Handelswege sichern, neue Märkte öffnen und den
Binnenhandel intensivieren.
Kaffee breitet sich als Genussgetränk im ganzen
osmanischen Reich aus und wird zum "Volksvergnügen".
Bedenken von Theologen oder Sittenpolizei haben keine
Wirkung (S.336).
Kairo: Moschee al-Azhar: Die Ausstrahlungskraft der
Moschee reicht weit über Ägypten hinaus. Die Moschee ist
Treffpunkt für Studenten aus Hedschas, Syrien,
Nordafrika und Sudan. Die Studenten sind in Kollegien
nach Herkunftsländern untergebracht (S.341).
Der osmanisch-imperiale Baustil entwickelt in dieser
Zeit seinen "Höhepunkt" (S.329).
1551
Tripolitanien osmanisch
besetzt
(S.324)
1552
Jemen: Beginnende
"Rückeroberung"
-- der zaiditische Imam unterwirft sich der
osmanischen Oberherrschaft.
-- ausbleibender Nachschub untergräbt eine wirksame
osmanische Politik, so dass in Jemen bald
die "Rückeroberung" gegen die Osmanen beginnen kann
(S.331).
1553-1566
Kairo: Süleyman Pascha als
Statthalter
(S.328)
1554-1555
Ägypten: Gründung des Korps
der Müteferriqa: Fusssoldaten
bestehend aus ehemaligen Mamluken. Die Müteferriqa wird
die meistprivilegierteste und bestbezahlte Truppe in
Ägypten (S.329).
1555
Osmanische Besetzung der
Westküste des Roten Meeres
unter Özdemür Pascha (gest. 1560) von Suakin/Sawakin an
der Westküste des Roten Meeres bis zum Bab al-Mandab mit
Südgrenze des heutigen Eritrea, des Habes (heute
Südküste Eritreas), wegen Handelsinteresse am Roten Meer
(S.330)
ab 1555 ca.
Jemen: Rebellion des
zaiditischen Imam und der Stammesführer des
jemenitischen Hochlandes
(S.331)
1557 ca.
Äthiopien: Krieg zwischen
osmanischen Habes-Truppen und Truppen der christlichen
Könige von Äthiopien
(S.331)
1560
Konstantinopel: Tod von
Özdemür Pascha
(S.330)
3.Viertel des 16. Jh./ ab 1560 ca.
Osmanische Besetzung in
Nordafrika ist abgeschlossen.
(S.330)
1566
Konstantinopel: Tod von
Sultan Süleyman
(S.331)
ab 1566
Osmanisches Reich:
Niedergang
Ab dem Tod von Sultan Süleyman beginnt der Niedergang
der osmanischen Macht (S.331), was diverse Ursachen hat:
-- Inflation ab Ende des 16. Jh. wie in allen
Mittelmeerländern bei gleichbleibendem Sold für
sämtliche Ränge der osmanischen Armee
-- die hohen osmanischen Militärs beginnen, nach neuen
Einnahmequellen zu "greifen", werden korrupt und haben
falsche Vorstellungen von den Kriegsgegnern, so dass
zusätzlich auch die Kriegswirtschaft wegen ausbleibender
Beute zusammenbricht
-- mit zusammenbrechender Struktur beginnt Landflucht,
Bandenwesen, Verfall der Feudalstrukturen und Aufstände
gegen die korrupten Militärs
-- der Kolonialismus Europas und die überseeischen
Besetzungen der europäischen Staaten lassen die Türkei
"alt aussehen", so dass der Machtverfall noch schlimmer
empfunden wird, als er tatsächlich ist (S.332).
1567-1568
Kairo: Statthalter Sinan
Pascha
(S.328)
1568
Kairo: Bericht des
osmanischen Historikers Mustafa ‘Ali über Kairo.
Begeisterung über die osmanische Disziplin und die
Einrichtungen
(S.332)
Jemen: Osmanisch besetzte
Teile schmelzen auf einen kleinen Küstenstreifen
zusammen, die Tihama
(S.331)
1569-1570
Jemen: Osmanische Offensive
unter dem ägyptischen Statthalter
(S.331)
ab 1570 ca.
Ägypten: stetig wachsende
Korruption und Niedergang
-- Verarmung der Landbevölkerung
-- energische "Gegenmassnahmen" des Gouverneurs nützen
nichts
-- der Niedergang der osmanischen Autorität ist nicht zu
stoppen (S.335).
1571-1573
Ägypten: Gouverneur: der
frühere Statthalter Sinan Pascha
(S.328)
1571
Kairo/Bautätigkeit: Moschee
des Statthalters Sinan Pascha fertiggestellt
(S.328)
1574
Tunis osmanisch besetzt
(S.324)
1574-1578 ca.
Osmanische Besetzung von
Äthiopiens Küste bis zum Horn von Afrika
(S.330)
ab 1580 ca.
Ägypten-Beys: Beys bekommen
höhere Posten im osmanischen Staat - Gefährdung des
osmanischen Gouverneurs
Die Beys können Posten von osmanischen Offizieren oder
Administratoren übernehmen und so noch mehr Hausmacht
aufbauen, zum Beispiel den Posten
-- des Führers der Pilgerkarawane/amir al-hadsch
-- des obersten Finanzbeamten/defterdar
-- des Statthaltervertreters/qa’ im-maqam
-- des Gouverneurs von Nubien mit Sitz in Girga
-- das Kommando über den jährlichen Tributkonvoi nach
Konstantinopel
-- den Oberbefehl über das ägyptische Truppenkontingent
in Ägypten oder an Feldzügen ausserhalb Ägyptens
(S.335).
In der Folge steht auch die Position des Gouverneurs
immer mehr in Frage (S.335).
1580-1583
Kairo: Statthalter Hasan
Pascha
(S.328)
1583
Kairo/Bautätigkeit:
Fertigstellung des Brunnenhauses von Hasan Pascha
(S.328)
1584
Libanon/Maroniten-Vatikan:
Gründung eines maronitischen Kollegs in Rom mit
Beziehungen zu Frankreich
(S.378)
1586
Ägypten: Revolten und Beys
Beginn einer Serie von Revolten gegen die korrupten
Osmanen und Aufstieg der Beys. Beys sind freigelassene,
meist tscherkessische und andere kaukasische Sklaven,
Chefs von "neo-mamlukischen Haushalten". Sie sind zu
keiner militärischen Formation zugeteilt und stehen
immer für "spezielle Einsätze" zur Verfügung. Die
Revolten richten sich gegen Korruption und Verarmung
(S.335).
1587-1629
Mesopotamien: Schah ‘Abbas
"der Grosse"
(S.262)
1590 ca. - 1612
Anatolien: Gelali-Aufstände
gegen korrupte osmanische Militärs und das verfallende
Steuer- und Finanzwesen
(S.332)
Ende 16. Jh./ 1590 ca.
Äthiopien: Friede zwischen
dem osmanisch besetzten Habes (heute südliches
Eritrea) und dem christlichen Äthiopien
Gegenseitige Anerkennung und Kooperation.
Europäische Missionare werden gemeinsam abgelehnt
(S.331).
1599
Kairo: Bericht des
osmanischen Historikers Mustafa ‘Ali über Kairo:
verfallende Macht durch Korruption und fehlende
Disziplin der Gouverneure
fällt sehr betrübt aus wegen dem osmanischen
Machtzerfall:
-- Intrigen haben sich bis in die untersten Ebenen der
Militärs und der Verwaltung etabliert (S.332)
-- Gouverneure vernachlässigen Fürsorgepflichten
gegenüber der Bevölkerung (S.332-333)
-- die neo-mamlukischen Beys leben in Übermut und Luxus
-- Provinzgouverneure/kasif veruntreuen Steuergelder
-- disziplinlose Garnisonstruppen
-- osmanische Korps/ogaq sind durch tscherkessische
Sklaven/mamluk "unterwandert"
-- das Verhältnis zwischen Osmanen/rumi und
Einheimischen ist zerstört (S.333).
In der Folge fehlen in der Gesellschaft allgemein
Disziplin und Integrität. Und es kommt zur
Lebensmittelknappheit, obwohl eigentlich wie früher ein
Überangebot herrschen könnte. Historiker Mustafa ‘Ali
findet die Schuldigen des Systemzerfalls in Ägypten bei
den einzelnen Gouverneuren (S.333).
17.+18. Jh./ 1600-1799 ca.
Ägypten: Die osmanischen
Milizenbosse/aga und die führenden Offiziere/kethudasind
die politisch einflussreichsten Figuren des politischen
Lebens in Ägypten. Die militärische Zwangsherrschaft
über das ägyptische Volk geht ungebrochen weiter
(S.329).
ab 1600 ca.
Ägypten: Kaffee-Boom -
Bauboom in Kairo - Gerbereien und Paläste
Die Kaffee-Händler Ägyptens, die truggar, steigen zu
Reichtum auf und können Millionenvermögen anhäufen. Ein
Sechstel der Karawanen Ägyptens sind reine
Kaffee-Karawanen. Die Händler leben in palastartigen
Wohnbauten mit Dekor der Mamlukenzeit. Kairo erlebt
einen Bauboom (S.337).
Die Gerbereien der Stadt werden vom Süden an den
westlichen Stadtrand verlegt, wo noch kaum Land
besiedelt ist. Die Villenpaläste der Beys werden im
Süden von Kairo am "Elefantenteich"/Birkat al-Fil gebaut
(S.337).
Janitscharensystem der
Ausbeutung - Spaltung der Beys und Machtspiele des
Gouverneurs mit den Beys
Gleichzeitig etablieren die Janitscharen in Ägypten ein
System der Wirtschaftskontrolle durch Protektion und
Ausbeutung. Kaufleute und Handwerker müssen sich den
Janitscharen zunehmend unterwerfen, v.a. die
Grosskaufleute/truggar und Bauern, vor allem aber die
Kaffeehändler. Der Filz zwischen Janitscharen und den
Grosskaufleuten wird undurchdringlich (S.342).
Währenddessen spalten sich die ägyptischen Beys in
Faqariyya und Qasimiyya. Diese Aufteilung spaltet alle
Korps/ogaq in Ägypten. Die Faqariyya-Gruppe unter Führer
Cerkes Ridwan Bey al-Faqari und die Qasimiyya-Gruppe
unter Führer Ahmad Bey al-Qasimi bekämpfen sich
jahrzehntelang, und der osmanische Gouverneur beginnt,
mit den Beys zu jonglieren, um seinen Posten gegenüber
den beheimateten Beys zu retten:
-- er beeinflusst die Vergabe der Steuerpachten
-- er spielt mit Taktik die verschiedenen Beys
gegeneinander aus
aber auf die Truppen der Beys hat der Gouverneur keinen
Einfluss mehr (S.336).
Pilgerkarawane
als Karrieresprungbrett des Beys al-Faqari -
holländisches Vordringen in Jemen - ägyptische
Unterwerfung der Hawwara-Beduinen in Nubien -
Janitscharendominanz im ägyptischen Heer und in
Ägypten durch Schutzgelderpressungen - Jemen im
Guerillakrieg - britisches Vordringen in Jemen -
europäischer Gewürzhandel, ägyptischer Kaffeehandel
und Bauboom unter Bey al-Faqari - Jemens
Unabhängigkeit - neue Steuerpacht - Libanon unter
"Schutz" von Ludwig XIV. - Tod von al-Faqari und
Bürgerkrieg in Ägypten - osmanische Niederlage vor
Wien
[Gemäss Pressburgs Buch "Good bye
Mohammed" ist jegliche muslimische Identität
und Besetzung bis 850 reine FANTASIE, ebenso die ersten
drei Kalifen sind reine FANTASIE, weil es den Namen
"Mohammed" erst ab ca. 850 gab. Der Prophet Mohammed ist
also FANTASIE, und somit ist der gesamte Islam eine
FANTASIE - wie auch der Moses der Juden eine FANTASIE
ist (Buch: Keine
Posaunen vor Jericho) und der Jesus der
Christen ebenfalls eine FANTASIE ist (Codes 3,12,13,33
etc. - Link).
Es geht immer um dasselbe: Mit einer erfundenen
Vergangenheit wollen Ansprüche auf Territorien geltend
gemacht werden. All die Kriege zwischen Judentum,
Christentum und Islam sind also Kriege von FANTASIEN,
die absolut nicht notwendig wären, wenn man sich an
Mutter Erde halten würde, Webseite: www.med-etc.com].
Zusammenfassung
Bey al-Faqari kann 25 Jahre lang die ägyptische
Pilgerkarawane leiten und bekommt dadurch ein hohes
Ansehen im muslimischen Volk Ägyptens, während Holländer
und Engländer in Jemen erste Handelsstationen
"eröffnen". Die osmanische Autorität in Ägypten nimmt
weiter ab und wird durch die Schutzgelderpressungen der
Janitscharen abgelöst. Europäische
Schifffahrtsgesellschaften ziehen einen Grossteil des
ägyptischen Gewürzhandels an sich, jedoch können die
führenden Handelsfamilien die Ausfälle mit Kaffeehandel
kompensieren und eine hochtrabende Bautätigkeit
entwickeln, die durch die Herrschaft von Bey al-Faqari
gefördert wird. Währenddem erstreiten sich Jemens Stämme
die Unabhängigkeit. Das Steuersystem Ägyptens wird durch
die Steuerpacht neu geregelt. Europas Einmischung in der
Levante nimmt durch den "Schutz" der Maroniten im
Libanon durch Ludwig XIV. weiter zu. Als der grosse Bey
al-Faqari von Ägypten stirbt, bricht in Ägypten zwischen
den konkurrierenden Bey-Gruppen Faqariyya und Qasimiyya
ein Bürgerkrieg aus. Die überlebenden Beys arrangieren
sich mit den Milizen des Gouverneurs, so dass die
osmanische Macht praktisch ausgeschaltet wird. Die
osmanische Taktik scheint an Ägypten nicht sehr
interessiert gewesen zu sein. Die Niederlage vor Wien
setzt den osmanischen Kriegstreibern (im Bündnis mit dem
französischen König) eine klare Grenze in Mitteleuropa.
Chronologie (Fortsetzung)
ab 1605 ca.
Ägypten-Beys: al-Faqari
wird Führer der Pilgerkarawane
Cerkes Ridwan Bey al-Faqari bekommt das Amt des
Führers der Pilgerkarawane und behält es mit kleinen
Unterbrechungen 25 Jahre lang.
(S.336)
ab 17. Jh./ ab 1605 ca.
Jemen: Den osmanischen
Paschas gelingt das Abdrängen der Europäer nicht
(S.331)
1606/1607
Nubien: Banu
Hawwara-Beduinen: osmanischer Sieg und Machtverlust
der Banu ‘Umar
Erst jetzt verliert die grösste Familie der Banu
Hawwara-Beduinen, die Banu ‘Umar, ihre Macht. Nach dem
Sieg der osmanischen Truppen erfolgt die Entsendung
eines osmanischen Gouverneurs in die nubische Hauptstadt
Girga. Das iltizam-Steuersystem mit Steuerpacht wird
jedoch nicht eingeführt (S.330).
Der Gouverneurssitz hält sich bis in die zweite Hälfte
des 18. Jh. Der dortige Gouverneur hat die höchsten
Einnahmen unter den 37 ägyptischen Distrikten. Steuern
werden erhoben auf die Landwirtschaft und die reichen
Karawanen aus den Sudan-Königreichen Darfur und Sinnar
mit Sklaven-, Gold- und Elfenbeinimporten (S.330).
1608
Jemen: erste holländische
Handelsstation, vor allem für Kaffeehandel über den
Hafen Mokha/al-Muha
(S.331)
17. Jh.
Ägypten: Intrigen betreffen
das Volk kaum
Das Volk ist von den Machtkämpfen und Intrigen der
Machthaber und herrschenden Schichten nicht betroffen.
Ein Netzwerk von traditionellen sozialen Strukturen
schützt den Einzelnen. Das Rechtswesen der religiös von
den Osmanen neu geregelten Gerichtshöfe funktioniert für
den Einzelnen den vorliegenden Gerichtsquellen der
damaligen Zeit nach zu urteilen verhältnismässig
reibungslos (S.338).
bis 1610 ca.
Ägypten: Die Janitscharen
herrschen vor
Die Janitscharen-Korps dominieren die militärische
Szene. Die Beys und Neomamluken haben nur wenig Einfluss
(S.342).
1610
Kairo/Bautätigkeit:
Fertigstellung der Moschee des Malika Safiyyavom
Haremsaufseher Osman Aga gestiftet (S.338).
17. Jh./ 1610-1690 ca.
Kairo: Bauboom - Blüte von
Rosette/Raschid
Bau von zahlreichen öffentlichen Brunnen, oft mit
Fantasie-Koranschule im Obergeschoss/Sabil-kuttab, sind
bis heute zahlreich erhalten. Stifter sind in der Regel
höhere Offiziere aus den sieben osmanischen Korps/ogaq,
dann auch einzelne Beys. Ebenso Bau von Bädern. Kein Bau
von königlichen Stiftungen wie Medresen, Moscheen oder
Mausoleen (S.338).
Auch die Hafenstadt Rosette/Raschid erlebt eine "Blüte".
Es ist der grösste ägyptische Hafen der Zeit (S.338).
ab 1610 ca.
Ägypten:
Janitscharensystem: Filz und Protektionssystem
Die Janitscharen erreichen mit ihrem Kontrollsystem die
praktische Herrschaft in ganz Ägypten (S.342).
ab 1610
Jemen: Beginn des
Guerillakriegs
des zaiditischen Imam und der Stammesführer gegen die
osmanischen Besetzer (S.331).
1614
Jemen: erste englische
Handelsstation, vor allem für Kaffeehandel über den
Hafen Mokha/al-Muha
(S.331)
17. Jh./ ab 1615 ca.
Portugal, Holland und
England im Gewürzhandel
Die Gewürzroute wird mehr und mehr von Portugal, England
und Holland bestimmt. Ägypten kann die Ausfälle aber
kompensieren und steigt in den Handel mit jemenitischem
Kaffee ein. Umschlagplätze sind die jemenitischen Plätze
Mokha und Bayt al-Faqih (S.336).
1623-1639
Mesopotamien: Schah ‘Abbas
"der Grosse" gliedert Mesopotamien wieder im
Safawidenreich ein
Ihm gelingt die Zerschlagung der halbunabhängigen
geistlichen Territorien. Er begründet eine wirksame
zentrale Lehensbehörde in Mesopotamien (S.262).
1630 ca.
Ägypten-Beys: Cerkes Ridwan
Bey al-Faqari leitet eine Renaissance Ägyptens ein
Cerkes Ridwan Bey al-Faqari ist die erste
herausragende politische Figur in Ägypten, die
ausserhalb des osmanischen Establishments steht. Seine
Autorität ist unbestritten und Ägypten erlebt eine neue
wirtschaftliche "Blüte".
Die Faqariyya-Partei der Beys hat 1630-1656 über 30
Jahre lang das Übergewicht gegenüber der Qasimiyya
(S.336).
ab 1630 ca.
Ägypten: Bündniswillkür der
Neo-Mamluken mit den Beduinen und der Beduinen mit
Rebellen
Die Neomamluken schliessen und brechen je nach
Situation die Zweckbündnisse mit den Beduinen. Die
Beduinen tun mit städtischen Rebellen dasselbe, um ihre
Macht gegen Unterägypten auszuweiten. Machtgruppen, die
die Gewalt in Kairo verlieren, retten sich mit ihrem
Gefolge regelmässig nach Nubien oder in die westliche
Wüste/Provinz al-Buhayra, und versuchen ein Arrangement
mit den Beduinen, bis eine Chance zur Rückkehr nach
Kairo durch einen nächsten politischen Umsturz oder
Konstellation zustande kommt (S.343).
ab 1630 ca.
Kairo/Bautätigkeit: Bau
zahlreicher Karawansereien/han,wakala, und
Märkte/suq,qasaba
(S.338)
1632
Kairo/Bautätigkeit:
Fertigstellung des Palasts des Gamal ad-din ad-Dahabi,
bis heute erhalten
(S.338)
1635
Jemen: Abzug der
osmanischen Besetzer. Jemen wird selbständig.
(S.331)
während des 17. Jh./ ab 1640 ca.
Ägypten: Steuerpacht statt
direkte Steuer
Die "emanet"-Wirtschaftssteuer nach Kairo wird von
der Steuerpacht/iltizam und Steuerpächter/mültezim
verdrängt (S.327). Die Steuerpacht wird auch auf Läden,
Waren, Zöllen und Schutzgebühren erhoben (S.328).
1648
Kairo/Bautätigkeit:
Fertigstellung des Palastes des as-Sahaymi
(S.338)
1649
Libanon/Maroniten-Frankreich:
"Schutz" durch Ludwig XIV.
-- Ludwig XIV. stellt die Maroniten des
Libanongebirges "unter seinen Schutz"
-- die europäische Grossmacht ist somit religiöse,
politische und ökonomische Schutzherrin der Maroniten
(S.378).
um 1650
Kairo/Bautätigkeit:
Fertigstellung des überdeckten Markts/qasaba des
Ridwan Bey al-Faqari
(S.338)
ab Mitte 17. Jh./ 1650 ca.
Ägypten: Machtverlust der
Müteferriqa- und Cavus-Korps
Im Zuge des Niedergans der osmanischen Macht in
Ägypten verlieren die Korps der Müteferriqa und Cavus an
Einfluss und Status. An Macht gewinnen dagegen die
Janitscharen-Korps/mustahfizan (S.329).
1656
Ägypten-Beys: Tod von
Bey-Führer Cerkes Ridwan Bey al-Faqari
(S.336)
1660
Ägypten-Beys: Sieg der
Qasimiyya gegen die Faqariyya
Die Qasimiyya unter Führung von Ahmad Bey al-Qasimi
können die Faqariyya zerschlagen, töten die Angehörigen
oder treiben sie ins Exil (S.336).
1660-1662
Ägypten: Vernichtungskampf
zwischen Faqariyya und Qasimiyya
Die beiden Neo-Mamlukengruppen machen sich gegenseitig
den Anspruch auf die Macht in Ägypten kaputt, indem sie
sich gegenseitig vernichten.
Der Statthalter seinerseits muss erkennen, dass die
eigenen Milizen seine potenten ökonomischen und
militärischen Gegner sind (S.342).
ab 1662
Ägypten: Überlebende
Mamluken gehen in die Milizen
Die Überlebenden Mamluken der Faqariyya und
Qasimiyya finden sich zu neuen Koalitionen mit den
Milizen zusammen. Es beginnen sich lokale Machtzentren
zu bilden, ohne dass die osmanische Herrschaft noch
Einfluss hätte (S.342).
1673
Kairo/Bautätigkeit:
Fertigstellung der Karawanserei des Du l-Fqar Kethuda
(S.338)
gegen Ende 17. Jh./ 1680 ca.
Jemen-Kairo: Reichtum durch
Kaffee-Export
Jemen exportiert jährlich 200.000 Zentner Kaffeebohnen,
davon 100.000 über Kairo. Davon bleiben 50.000 Zentner
im osmanischen Reich (S.337).
1683
Wien-Konstantinopel:
Türkische Niederlage vor Wien
(S.381)
Erste
europäische Militärberater in Konstantinopel - neue
Bey-Paläste in Kairo - dominierende Lokalherren und
zerbrechende osmanische Herrschaft im Vorderen
Orient - Wahhabiten - Maroniten weiter gegen Drusen
- Hawwara-Unterwerfung in Nubien - ägyptische
Expansion und Bündnis mit Akkon - russischer
Vorstoss ans Schwarze Meer - Sultan Selim III.,
französische Revolution, ägyptische Rebellion -
osmanischer Reformstreit
[Gemäss Pressburgs Buch "Good bye
Mohammed" ist jegliche muslimische Identität
und Besetzung bis 850 reine FANTASIE, ebenso die ersten
drei Kalifen sind reine FANTASIE, weil es den Namen
"Mohammed" erst ab ca. 850 gab. Der Prophet Mohammed ist
also FANTASIE, und somit ist der gesamte Islam eine
FANTASIE - wie auch der Moses der Juden eine FANTASIE
ist (Buch: Keine
Posaunen vor Jericho) und der Jesus der
Christen ebenfalls eine FANTASIE ist (Codes 3,12,13,33
etc. - Link).
Es geht immer um dasselbe: Mit einer erfundenen
Vergangenheit wollen Ansprüche auf Territorien geltend
gemacht werden. All die Kriege zwischen Judentum,
Christentum und Islam sind also Kriege von FANTASIEN,
die absolut nicht notwendig wären, wenn man sich an
Mutter Erde halten würde, Webseite: www.med-etc.com].
Zusammenfassung
Nach der Niederlage vor Wien müssen die osmanischen
Militärs europäische Militärberater zur Modernisierung
ihrer Armee zulassen. In Ägypten können sich die Beys
ihre de-facto-Unabhängigkeit mit neuen Palästen
"vergolden". In Ägypten, Syrien und Libanon beherrschen
Lokalherren die Szene, und auch im Habes, dem heutigen
Eritrea, schwindet die osmanische Macht. Als Kontrast zu
den immer mehr weltumspannenden Handelsströmen entsteht
auf der arabischen Halbinsel der Glaube der Wahhabiten,
der mit der Zeit auch in Hedschas, ‘Asir und Jenen Fuss
fassen kann. In Mesopotamien regieren währenddessen in
den Städten die Mamluken. Auf dem Land können sie die
mitunter etablierten Stammesherrschaften nicht mehr
brechen. Der starke Bey Ägyptens, ‘Ali Bey, lässt den
Hawwara-Beduinen in Nubien die Steuerpacht aufzwingen
und vollendet mit der Besetzung Syriens und Palästinas
das alte ägyptische Imperium, ohne sich jedoch als
"unabhängig" zu erklären, um Konstantinopel nicht
zusätzlich zu provozieren. Erst als Ägypten auch noch
die Steuerzahlungen verweigert, wird Kairo erneut
osmanisch besetzt und Reformen eingeleitet. Die
russische Gefahr hält Konstantinopel viel mehr in Atem,
während im Libanon unter Basir II. die christlichen
Maroniten mittels ihrer erfolgreichen Seidenproduktion,
die mit Frankreich in Verbindung steht, weiter die
Drusen an den Rand drängen. Als mit Sultan Selim III. in
Konstantinopel endlich ein türkischer Reformer an die
Macht kommt, wird dieser von der "französischen
Revolution" überrollt. In Ägypten regieren wieder die
Beys, und Konstantinopel weiss nicht, welche Reformen
dem Reich wohl am besten bekommen werden. Ratlosigkeit,
Machtlosigkeit und Nachahmung herrschen vor.
ab 1683
Konstantinopel nach der
Niederlage vor Wien: Reformwille im osmanischen Heer
Strategie zur Reform des Heeres nach der Niederlage
gegen die neue europäische Technik:
Einführen neuer Techniken mit Hilfe von Renegaten und
Asylsuchenden aus Europa. Es kommt aber nur zu
punktuellen und selektiven Neuerungen (S.381).
ab Ende 17. Jh./ 1695 ca.
Kairo: Moschee al-Azhar:
Der Rektor des Lehrkörpers/sayh al-Azhar, beginnt eine
politische Rolle innerhalb der religiösen Elite
Ägyptens zu spielen
(S.340)
18. Jh./ ab 1710 ca.
Kairo: Wechsel des
Palastviertels - neuer Bauboom im Westen
Kairo platzt mit 300.000 Einwohnern aus allen
Nähten. Die Beys, denen das dichte Leben des "einfachen
Volkes" nicht mehr erträglich ist, bauen ihre Paläste
neu im Westen der Stadt jenseits des Nilkanals/halig um
den Azbakiyya-Teich und verursachen einen neuen Bauboom
für die Stadt (S.337).
1.Hälfte 18. Jh./ 1710-1750 ca.
Ägypten: Herrschaft lokaler
gemischt-ägyptischer Machtgruppen - Sklavenhaltung
Zwischen Janitscharen und Mamluken bilden sich gemischte
Machtgruppen, die lokal verwurzelt sind und denen das
Gesamtsystem des Staates nicht mehr wichtig ist (S.342).
Die herrschende Klasse beginnt, sich Sklaven zu halten,
um politische und wirtschaftliche Positionen zu
verteidigen. Alle Grenzen zwischen osmanischer
Herrschaft, Milizen, Beys, Gelehrten und Kaufmannselite
sind aufgehoben. Es herrscht eine Kleingruppe von
ethnisch heterogenen Mamlukenhaushalten/bayt. Patrons-
und Generalshaushalte stehen machtmässig gleichwertig
neben Beys, zum Beispiel der Haushalt der Qazdagliyya
oder der Galfiyya (S.342).
ab 18. Jh.
Habes: Selbstverwaltung
Der Habes (heutige eritreische Südküste) bekommt
mehr und mehr eine Selbstverwaltung und wird kaum noch
in Konstantinopel erwähnt (S.331).
1725-1808
Damaskus: Dominanz der
Familie al ‘Azm, Gouverneure müssen sich immer
"arrangieren"
(S.377)
ab 1725
Syrien/Libanongebirge/Palästina-Bergland:
haben eigene "Lokalherren"
(S.377); es sind rivalisierende Familienoberhäupter.
Jährlich müssen osmanische Steuerexpeditionen der
Gouverneure von Damaskus durchgeführt werden (S.378).
1726-1834
Mossul: herrschende Familie
der Galilis
(S.378)
1739
Arabien: Begründung der
Wahhabiten um Wahhab
Entstehung der Glaubensgruppe um [Fantasie]-Muhammad b.
‘Abd al-Wahhab - die "Wahhabiten" - und Adaptation durch
den Stammesführer des Nadschd, [Fantasie]-Muhammad b. Sa
‘ud, mit Sitz in Dar ‘iyya/Riad.
Leben nach dem Fantasie-Koran und der Sunna. Alle
späteren Entwicklungen und Interpretationen werden
abgelehnt, auch alle Heiligenverehrungen. Verbot von
Alkohol und Tabak. Strenge Verfolgung bei Nichtbeachtung
(S.375).
1742-1754
Ägypten: Machtausübung der
Janitscharen unter Ibrahim Kethuda
-- er ist Chef der Janitscharen, Patron des mächtigsten
Haushaltes der Qazdagliyya
-- Ibrahim Kethuda regiert mit dem Kompagnon Redwan
Kethuda, Chef der ‘Azab, Patron der Galfiyya. Beide
haben machtmässig auch ohne Bey-Titel so viel Macht wie
die Beys (S.342).
1749-1831
Bagdad: herrschende
Mamluken georgischer Herkunft mit Einfluss
(S.378-379) und Macht auf die Städte in ganz
Mesopotamien. Das Land aber ist von Stämmen und
Stammeskonföderationen dominiert (S.379).
ab Mitte 18. Jh.
Libanon: Maroniten:
Bevölkerungswachstum und ökonomischer Erfolg durch
Seidenproduktion bedrängt Drusen
Die maronitische Bevölkerung wächst schneller und
ist ökonomisch erfolgreicher als die drusische
Bevölkerung. Die Sicherheit zum Wachstum wird durch die
Seidenproduktion erreicht. Die Maroniten öffnen ihren
Teil des Libenongebirges für europäische kulturelle und
ökonomische Einflüsse.
Zusammenarbeit mit dem Vatikan wird weiter gepflegt, die
seit den Kreuzzügen besteht (S.378).
1760-1772
Ägypten: Machtausübung von
‘Ali Bey, Chef der Beys/sayh al-balad
vom Haushalt der Qazdagliyya (S.342) zieht eine
Alleinherrschaft in Ägypten auf und erreicht eine
gewisse Prosperität, regiert jedoch zu wenig lang, um
auf dem Land alle Zerstörungen zu beseitigen (S.343).
zwischen 1760-1772 / 1765 ca.
Nubien-Feldzug unter ‘Ali
Bey nach Oberägypten gegen die Hawwara-Beduinen
Die Beduinen unterstehen bisher nicht dem
Pachtsystem/iltizam, haben aber regelmässig und
vollständig Steuern bezahlt. Durch gemeinschaftliche
Arbeit erreichten die Beduinen eine grössere Ernte als
die Bauern Unterägyptens. Dieser Zustand soll zerstört
werden.
Der Feldzug unter ‘Ali Bey ruiniert die Hawwara und
deren Gebiete (S.343). Einführung der
Steuerpacht/iltizam in Nubien (S.330).
1766-1772
Ägypten: ‘Ali Bey: Vision
einer Restitution des "grossen Ägypten"
‘Ali Beys Regierung betreibt eine "geschickte"
Handelspolitik mit den europäischen Staaten . Er hat die
Vision eines mit Syrien "wiedervereinten" unabhängigen
Ägypten, dem auch Hedschas mit Mekka und Medina wieder
angehören soll (S.343).
ab 1770 ca.
Arabien/Wahhabiten:
Verbreitung der Wahhabitenideologie
im Nadschd, Hedschas, ‘Asir und Jemen unter
[Fantasie]-Muhammad b. Sa ‘ud (S.375).
ab 1770
Ägypten: anhaltende
politische und ökonomische Krisen und Epidemien
(S.337)
1770-1771
Ägypten: Feldzug unter ‘Ali
Bey gegen Palästina und Syrien - Bündnis mit Rebell
Dahir al-’Umar von Akkon gegen Konstantinopel
‘Ali Bey kompromittiert sich mit diesen Handlungen
selber, erklärt aber nie die ägyptische Unabhängigkeit
(S.343).
1772-1775
Ägypten: Tod von ‘Ali Bey -
Nachfolger: [Fantasie]-Muhammad Bey Abu d-Dahab
(S.343)
1774
Konstantinopel-Russland:
Vertrag von Küçük Kaynarca - russisches Vordringen an
die Krim
Verlust des muslimischen Nordufers des Schwarzen Meeres
mit muslimischen Gebieten an Russlands Katharina II. Das
Schwarze Meer geht als osmanisches Binnenmeer verloren,
was einen grossen Schock in Konstantinopel auslöst.
Das Militär in Konstantinopel sieht, dass das osmanische
Reich in seinem Kern in Gefahr gerät, wenn nicht
grundlegende Heeresreformen vollzogen werden (S.381).
1775-1778
Ägypten: Tod von
[Fantasie]-Muhammad Bey Abu d-Dahab - Nachfolger:
Ibrahim Bey und Murad Bey, die sich die Herrschaft
teilen
verweigern die jährliche Steuerzahlung an
Konstantinopel, was eine "Strafexpedition"
heraufbeschwört (S.343).
1779
Kairo/Bautätigkeit:
Fertigstellung des Palastes von Mahmud Muharram
(S.338)
gegen Ende 18. Jh./ 1780 ca.
Frankreich: Die Hälfte
aller Importe sind Kaffeebohnenlieferungen aus Ägypten
(S.337)
1786-1787
Konstantinopel-Ägypten:
Osmanische Strafexpedition unter Admiral/qapudan Gazi
Hasan Pascha
(S.343-344)
Besetzung von Unterägypten
und Kairo und Einleitung von Reformen
(S.344)
1787
Ägypten: Abzug der
Strafexpedition gegen Ägypten
unter Admiral Gazi Hasan Pascha wegen der russischen
Gefahr im Norden des osmanischen Reiches (S.344).
Herbst 1787-1792
Osmanisch-russischer Krieg(S.344)
1787-1798
Ägypten: Restitution des
neomamlukischen Regimes - Bürgerkriege
-- nach Abzug der osmanischen Truppen unter Admiral Gazi
Hasan Pascha wird die etablierte Neuordnung vom Volk und
von den ägyptischen Repräsentanten gleich wieder
umgeworfen und das neomamlukische Regime wieder
installiert (S.344).
-- neben Bürgerkriegen hat die Bevölkerung unter
Naturkatastrophen, Hungersnöten und Seuchen zu leiden
-- die Verarmung weiter Schichten der städtischen
Bevölkerung nimmt durch die Ausbeutung durch die
Duumvirn zu. Aufstände der städtischen Bevölkerung
bringen keine Verbesserung
-- gleichzeitig werden die Osmanen oft als Richter
angerufen, für die Bevölkerung einzustehen. Zum ersten
Mal erlangen die Einheimischen so ein Mitspracherecht
bei der Regierung ihres Landes (S.344).
1788-1840
Libanon: Herrschaft des
Emirs Basir II as-Sihabi
ist Rückzugsgebiet für religiöse und ethnische
Minderheiten.
Unter Basir II. können sich die sozio-ökonomischen
Strukturen festigen. Gleichzeitig etabliert er aber eine
Diskriminierung der drusischen Lokalherren im Süden des
Libanongebirges gegenüber der Maroniten im Norden
(S.378).
1789-1807
Konstantinopel: Sultan
Selim III.: Reformversuche - französische Revolution
Selim III. ist der erste türkische Militärreformer
im Osmanischen Reich. An den sozialen Zuständen
wird im osmanischen Reich nichts verändert (S.381-382).
Sultan Selim III. ist bereit, die Schwierigkeiten in
Ägypten zu lösen und den Vorschlägen aus Ägypten zu
folgen. Nach dem Ausbruch der französischen Revolution
sind die Kräfte der Osmanen aber in Europa engagiert.
Die Strafe gegen ägyptischen Mamlukenbeys, die aus Gier
z.B. weiter die Steuern ganz Ägyptens einbehalten, muss
warten (S.344).
1791/1792
Konstantinopel: Forderung
nach Expertisen für Reformen - Dauerstreit um Reformen
Selim III. fordert Expertisen über die Ursache der
Schwäche des osmanischen Heeres und
Massnahmenvorschläge.
In der Folge werden Vorschläge gemacht:
-- die Restitution der Armee von 1517, des "goldenen
Zeitalters"
-- punktuelle Verbesserungen nach europäischem Vorbild
-- Aufstellung einer völlig neuen Armee nach
europäischem Vorbild.
Die Diskussion ist heftig im Gang und verunsichert das
osmanische Reich ein ganzes halbes Jahrhundert (S.382).
1792-1793
Konstantinopel:
Verordnungen von Selim III.: "neue Ordnung" / nizam-i
gedid - Torpedierung der Reformen
-- neue Infanterietruppe nach europäischem Vorbild
mit europäischen Offizieren mit dem Namen nizam-i gedid
-- Gründung neuer Militärschulen, wo Reformer
heranwachsen
-- Einrichtung von türkischen Botschaften in
europäischen Hauptstädten, wo Reformer heranwachsen.Die
konservativen alten Janitscharen-Truppen und wichtige
Provinzgouverneure stemmen sich gegen die "neue Ordnung"
und torpedieren sie, wie es nur geht (S.382).
gg. Ende des 18. Jh./ 1795 ca.
Kairo: Moschee al-Azhar:
Starke Stellung des Rektors
Der Rektor des Lehrkörpers/sayh al-Azhar wird durch
die zentrale Struktur der Lehrbetriebe zu einem der
reichsten Männer Ägyptens und geniesst sehr hohes
Ansehen und Einfluss (S.341).
Napoleons
Einzug in Ägypten, Entmachtung der Mamluken,
Wettlauf mit England um Indienhandel, Revolten -
Versuch der "Selbstbehauptung" unter dem Albaner
[Fantasie]-Muhammad ‘Ali gegen die "Industrielle
Revolution" - Wahhabiten besetzen Mekka und Medina -
Vernichtung der Mamluken Ägyptens -
[Fantasie]-Muhammad ‘Alis Feldzug nach Mekka und
Medina im Auftrag Konstantinopels -
Janitscharenvernichtung und Reformen in
Konstantinopel - das Osmanische Reich wird Mitglied
der Balancepolitik Europas gegen Russland
[Gemäss Pressburgs Buch "Good bye
Mohammed" ist jegliche muslimische Identität
und Besetzung bis 850 reine FANTASIE, ebenso die ersten
drei Kalifen sind reine FANTASIE, weil es den Namen
"Mohammed" erst ab ca. 850 gab. Der Prophet Mohammed ist
also FANTASIE, und somit ist der gesamte Islam eine
FANTASIE - wie auch der Moses der Juden eine FANTASIE
ist (Buch: Keine
Posaunen vor Jericho) und der Jesus der
Christen ebenfalls eine FANTASIE ist (Codes 3,12,13,33
etc. - Link).
Es geht immer um dasselbe: Mit einer erfundenen
Vergangenheit wollen Ansprüche auf Territorien geltend
gemacht werden. All die Kriege zwischen Judentum,
Christentum und Islam sind also Kriege von FANTASIEN,
die absolut nicht notwendig wären, wenn man sich an
Mutter Erde halten würde, Webseite: www.med-etc.com].
Zusammenfassung
Napoleons Einzug in Ägypten, von der europäischen
Geschichtsschreibung oft als "zivilisatorische Mission"
betrachtet, ist eine Aktion, um vor England den Ägypten
verbliebenen Teil des Asien- und Indienhandels zu
beherrschen. Unter den Revolten wird der Albaner
[Fantasie]-Muhammad ‘Ali der nationale Führer, der nach
der Vertreibung der französischen Besatzung in
Zusammenarbeit mit britischen Kräften fortan eine
"Selbstbehauptung" gegen die industrielle Revolution
Europas anstrengt, währenddessen die Wahhabiten Mekka
und Medina besetzen und somit auch die Pilgerkarawane
beherrschen. Nach der Vernichtung der Mamluken in
Ägypten versucht [Fantasie]-Muhammad ‘Ali vordergründig,
in Ägypten die Industrialisierung durchzusetzen und
etabliert dabei eine kurzsichtige Monopolwirtschaft,
entmachtet die herrschenden Familien und beginnt ein
konsequent rassistisches, gegen die Bevölkerung Ägyptens
gerichtetes, Regime, ohne auf die Werte und
Möglichkeiten in Ägypten selbst zu achten.
Aussenpolitisch kann er im Auftrag Konstantinopels Mekka
und Medina für das Osmanische Reich wieder
zurückerobern. In Konstantinopel kommt es im Zuge
militärischer Reformen zur Vernichtung der Janitscharen,
die sich jeder Reform entgegenstellen. 1815 wird das
Osmanische Reich schliesslich in die europäische Welt
der Balancepolitik gegenüber Russland miteinbezogen.
Chronologie (Fortsetzung)
Juli 1798
Ägypten wird
französisch beetzt
Ägypten: Landung der Flotte
Napoleons in Alexandrien - Kooperation der
christlichen Gruppen mit Napoleons Soldaten - Spaltung
der Gesellschaft
Sultan Selim III. in Konstantinopel ist tief zerstört,
dass ein Verbündeter sich am osmanischen Reich bedient.
Für die Bevölkerung ist die französische Besetzung
zuerst ein Schrecken, dann kommen Misstrauen und
Ablehnung auf. Gleichzeitig kooperieren die christlichen
Minderheiten mit der französischen Besatzung, was zur
Spaltung der ägyptischen Gesellschaft führt (S.344.
-- die Truppen Napoleons besiegen und entmachten die
Mamluken, um vor England den Indienhandel zu beherrschen
-- Sicherung von ägyptischen Weizenlieferungen
-- Erschliessung Ägyptens als Absatzmarkt für
französische Produkte (S.368).
1798-1803
Kairo während der
französischen Besatzung
-- ca. 263.000 Einwohner, ca. 660 Hektar bebaute Fläche
(S.337)
-- Beschreibung der noch stehenden Paläste der Beys in
der "Description de l’Egypte" mit Stichen (S.338).
Ende 1798 ca.
Ägypten: Revolte gegen die
französische Besatzung
(S.344)
ab 1798
Ägypten-Europa:
christliche "Geschichtsschreibung"
Die westlich-christliche
Geschichtsschreibung über Napoleon in Ägypten
verbreitet, es sei eine zivilisatorische Mission. Diese
"Interpretation" wird der islamischen Geschichte
überhaupt nicht gerecht (S.365).
1798-1799
Napoleon in Ägypten
muss sich mit korrupten neomamlukischen Beys
auseinandersetzen (S.236).
1800
Ägypten: Zweite Revolte
gegen die französische Besatzung - Spaltung der
Gesellschaft - [Fantasie]-Muhammad ‘Ali
-- das Verhältnis zwischen Fantasie-Muslimen und
Nicht-Muslimen durch die weitere christliche Kooperation
mit den Franzosen wird schwer gestört (S.344)
-- [Fantasie]-Muhammad ‘Ali, Offizier eines
albanisch-osmanischen Kontingents in Ägypten, eigentlich
nur Tabakhändler und Soldat, kann sich aus dem Chaos der
französischen Besatzung als dominierender
militärisch-politischer Führer hervortun und die Macht
an sich reissen (S.368)
-- Ali muss sich wie vorher Napoleon mit korrupten
neomamlukischen Beys auseinandersetzen (S.236).
1800 ca.
Kairo: Paläste der Stadt
sind in Stichen von David Roberts und anderen
Künstlern abgebildet
(S.338)
ab 1800
Kein Nationalbewusstsein in
der islamischen Welt - importierte, spaltende
Ideologie
Ein Nationalstaatsbewusstsein kommt in der islamischen
Welt nicht auf. Das Zusammengehörigkeitsgefühl ist in
den muslimisch regierten Staaten zu hoch. Die Ideologie
eines "Nationalgefühls" ist aus Europa importiert und in
die islamische Welt hineingetragen. Die Ideologie bringt
Kontrast, Polarisierung und Spaltung in die islamische
Welt gegen die übernationale islamische Staatlichkeit
(S.140).
19. Jh./ 1800-1900
Kairo: Zerstörung vieler
Paläste
durch Krieg, Revolutionen und durch Vernachlässigung
sowie durch Städtebau (S.337-338).
19. Jh.
Habes (heutige eritreische
Südküste): wieder Kriege mit Äthiopien(S.331)
ab 1800
Vorderer Orient: neue
Metropolen Beirut und Alexandrien
Die Metropolen Kairo und Konstantinopel bestimmen
einen Grossteil der Entwicklung Vorderasiens. Damaskus
ist Subzentrum. Neue Entwicklungen neuer städtischer
Zentren sind Beirut und Alexandrien u.a. (S.367).
ab 19. Jh.
"Industrielle Revolution":
Europas industrielle Erzeugnisse drängen in den Orient
-
"Selbstbehauptung"
->> dauernde Gegenwehr der Selbstbehauptung und
Adaptation in der arabischen Welt (S.365)
->> arabisch-muslimische Welt ist mit Nachlernen
so beschäftigt, dass die Herrschaft und die Einflüsse in
Afrika und Asien zweit- und drittrangig werden
->> es entsteht ein dauernder Antagonismus
zwischen Wahrung der eigenen Identität und der Annahme
des "Fortschritts" (S.366).
Ägypten und Japan versuchen, den ökonomischen und
militärischen Anschluss an Europa nicht zu verpassen und
eine "Selbstbehauptung"
-- mit sozio-kultureller Umgestaltung
-- mit ökonomisch-technologischer Umgestaltung (S.367).
Konstantinopel und Kairo entwickeln Programme zur
Selbstbehauptung gegenüber Europa mit militärischen,
ökonomischen und administrativen Neuordnungen (S.366).
Das Verhältnis Europa-Orient erlangt eine "neue
Qualität" (S.365).
um 1800
Hedschas: Lokalherrschaften
der Scherifen - Bedrohung durch Wahhabiten
Osmanische Kontrolle herrscht nur im Hafen Dschidda,
lokale Herrschaften der Scherifen in Mekka und Medina.
Gleichzeitig bedrohen Hanbalitische Glaubensgruppen der
Wahhabiten Mekka und Medina (S.375).
1801
Ägypten: Vereinte
ägyptisch-britische Kräfte vertreiben die
französischen Besatzer
aber die Mamlukenherrschaft bleibt erschüttert, der Ruf
ist dahin. Die Osmanen wollen die Mamlukenherrschaft
nicht restaurieren (S.368).
Süd-Mesopotamien: Einfall
der Wahhabiten in Kerbela
Plünderung der Grabmoschee von Husayn B. ‘Ali, eines der
bedeutendsten Heiligtümer der Schiiten
(S.375)
ab 1801
Ägypten:
[Fantasie]-Muhammad ‘Ali: neue innenpolitische
Allianzen
Ali kann Allianzen mit den einheimischen führenden
Familien eingehen und die Unterstützung der Bevölkerung
gewinnen (S.368).
ab 1802
Kairo: Der Palast von
Mahmud Muharram dient [Fantasie]-Muhammad ‘Ali als
Staats-Gästeresidenz
(S.338 )
1803
Arabische Halbinsel:
Wahhabiten besetzen Mekka
(S.375)
1805
Ägypten: Revolution der
Kairoer Bevölkerung unter ‘Umar Makram, die
[Fantasie]-Muhammad ‘Ali unterstützt
(S.395)
Arabische Halbinsel:
Wahhabiten besetzen Medina
Die alljährliche Wallfahrt und das muslimische Sultanat
stehen für die ganze arabische Welt plötzlich in Frage.
(S.375)
Ende 1805 ca.
Ägypten:
[Fantasie]-Muhammad ‘Ali wird von Sultan Selim III.
zum Gouverneur Ägyptens ernannt
(S.368-369)
-- Gründung einer Dynastie, die bis 1952 anhält
-- [Fantasie]-Muhammad ‘Ali bleibt Tabakhändler und
Soldat in einem grösseren Format: Armeechef und
Wirtschaftsführer (S.369.
1805-1848
Ägypten:
Regierung [Fantasie]-Muhammad ‘Ali: Monopolpolitik
und Kriege
Ägypten: [Fantasie]-Muhammad ‘Ali versucht die
Selbstbehauptung gegenüber Europa (S.367).
Ziel von [Fantasie]-Muhammad ‘Ali:
-- Sicherung der Herrschaft seiner Familie
-- Sicherung der Unabhängigkeit von Konstantinopel
-- Sicherung der Unabhängigkeit von den europäischen
Mächten (S.369).
Vorgehen:
-- Vollzug im Staat eine Armeereform zur Sicherung der
Herrschaft im Innern und gegen aussen
-- Feldzüge zur Gebietserweiterung und Siegespsychose
-- Verwaltungsreform
-- neue ökonomische und fiskalische Basis (S.369).
Um die Reformen zu verwirklichen, braucht er Einnahmen:
-- er deklassiert alle Herrscherfamilien ausser die
eigene
-- er monopolisiert alle wirtschaftlichen Ressourcen:
Landwirtschaft, Handel und Handwerk
-- er versucht, eine Industrialisierung auf
staatskapitalistischer Basis durchzuführen
-- gleichzeitig lässt er Feldzüge und territoriale
Expansionen zur Sicherung von Rohstoffen und
Absatzmärkten sowie zur Kontrolle der Handelswege
ausführen (S.369).
Die oberste Verwaltung aber bleibt turko-tscherkessisch
und albanisch (S.370).
ab 1805
Ägypten: Struktur des
Machtaparats von [Fantasie]-Muhammad ‘Ali:
Militärbürokratie - Scharia ist tabu - Ausbeutung der
Bevölkerung
-- die Machtelite von [Fantasie]-Muhammad ‘Ali hat noch
den Charakter einer Militärbürokratie (S.395)
-- die Scharia ist Tabuthema. [Fantasie]-Muhammad ‘Ali
vermeidet, bei Neuerungen die Scharia auch nur zu
erwähnen. Die Diskussion um die Scharia wird dadurch
vermieden (S.388)
-- Für [Fantasie]-Muhammad ‘Ali ist die ägyptische
Bevölkerung nur eine Horde von schmutzigen Bauern und
Kanonenfutter. Ägypten werden nie zu Regierungsposten
zugelassen. Ägypten ist quasi sein Privateigentum [und
die Bevölkerung ist so dumm und lässt es mit sich
machen]
-- [Fantasie]-Muhammad ‘Ali presst aus Ägypten heraus,
was nur geht, mit dem hauptsächlichen Ziel, seiner
Familie die Herrschaft weiter zu sichern
-- Sohn Ibrahim, der für den Vater die Feldzüge führt,
denkt anders als sein Vater, identifiziert sich zum Teil
mit den ägyptischen Bauern, die er in der Armee näher
kennenlernt (S.370).
ab 1805?
Ägypten: Beseitigung des
Systems der Steuerpacht - Entmachtung der Mamluken
-- Konfiszierung eines grossen Teils des
waqf-Landes.
-- [Fantasie]-Muhammad ‘Ali entzieht den Mamluken und
den herrschenden städtischen Familien die
wirtschaftliche Grundlage (S.370).
1806
Arabische Halbinsel:
Wahhabiten besetzen Mekka
[zum zweiten Mal] (S.375).
1806 ca.
Ägypten:
[Fantasie]-Muhammad ‘Ali kämpft den Widerstand der
Mamluken nieder
die immer noch auf ihre alten Positionen hoffen
(S.369).
ab 1806
Hedschas: Wahhabiten
beherrschen die Pilgerkarawane
Der Sultan von Konstantinopel muss etwas gegen die
Wahhabiten unternehmen, sein Prestige steht weltweit auf
dem Spiel (S.375).
1807
Konstantinopel-Kairo: Kriegsauftrag an Kairo zum
Feldzug gegen die Wahhabiten im Hedschas
Auftrag an [Fantasie]-Muhammad ‘Ali, die Wahhabiten
aus dem Hedschas und aus den heiligen Stätten zu
vertreiben. [Fantasie]-Muhammad ‘Ali will zuerst seine
Macht in Ägypten "ausbauen", bevor er mit einem Krieg in
Hedschas beginnt. Er muss zuerst alle Mamluken
"ausschalten", damit Kairo für ihn während einer
Heeresexpedition sicher bleibt. [Fantasie]-Muhammad ‘Ali
denkt bei einem Feldzug nach Hedschas aber eher an
Handel als an den Glauben (S.375).
Konstantinopel: Sturz von
Selim III. - Nachfolger: Sultan Mustafa IV.
Sturz durch konservative alte Truppenteile und
konservative Provinzgouverneure
Abschaffen der "neuen Ordnung"/nizam-i gedid (S.382).
1808-1839
Konstantinopel: Abdanken
von Mustafa IV. - Nachfolger: Sultan Mahmud II.
[Der genaue Hergang des Machtwechsels ist nicht
geschildert]. Vorgehen von Mahmud II.:
-- Sultan Mahmud II. benötigt "einige Zeit", um die
Reformen im Heer fortzuführen (S.383)
-- er ist der zweite Reformer der türkischen Armee.
Sozial wird kaum etwas verändert
-- Auf die Revolte der Janitscharen ist er vorbereitet
(S.382).
ab 1808
Syrien/Damaskus: "instabile
Verhältnisse"(S.377)
1809-1812
Ägypten: hohe Gewinne durch
Weizenexport nach Europa
(S.370)
19. Jh./1810 ca.
Arabien: Dynastie der Sa
‘ud setzt die Familie der Al Rasid als Statthalter in
Gabal Sammar ein
(S.452)
1811
Ägypten: Mamluken-Massaker
in der Zitadelle von Kairo unter [Fantasie]-Muhammad
‘Ali
Der letzte mamlukische Widerstand gegen
[Fantasie]-Muhammad ‘Ali ist "beseitigt". (S.369).
Ägypten-Hedschas: Erster
Arabien-Feldzug gegen die Wahhabiten
mit ägyptischer Priorität, den Handel am Roten Meer zu
sichern. Es geht [Fantasie]-Muhammad ‘Ali nicht so sehr
um die Heiligtümer (S.375).
1812 ca.
Konstantinopel: Gemetzel
gegen die Janitscharen als "wohltätiges Ereignis" -
versuchte Verwaltungsreformen
Sultan Mahmud II. lässt die Janitscharenrevolte von den
ihm ergebenen Artillerietruppen niedermetzeln. Das
Janitscharen-Massaker wird in der osmanischen
Geschichtsschreibung als "wohltätiges Ereignis"/vaq ‘a-i
hayriyya gefeiert.
-- Sultan Mahmud II. nimmt Selim III. und
[Fantasie]-Muhammad ‘Ali in Ägypten als Vorbild
-- Wiedereinführung der "neuen Ordnung"/nizam-i gedid
(S.382).
Das "wohltätige Ereignis" ist eine Kopie des
"wohltätigen Ereignisses" unter [Fantasie]-Muhammad ‘Ali
in Ägypten von 1811, wo die Janitscharen ebenfalls
niedergemetzelt werden mussten, um die Armee zu
modernisieren.
In der Folge kann Mahmud II. sein Reformprogramm
fortführen und konzentriert sich dabei nach dem
militärischen auf den administrativen Bereich, wo es an
jeder Effizienz fehlt (S.383).
ab 1812-1815
Ägypten: Bevormundung der
Bauern durch den Staat
Die Bauern bekommen das Saatgut vom Staat
-- sie bekommen die landwirtschaftliche Geräte vom Staat
-- sie erhalten eine Absatzgarantie vom Staat
-- der Staat vermarktet die Produkte (S.370).
[Fantasie]-Muhammad ‘Ali beherrscht die ganze
Landwirtschaft, und die Mechanismen des Marktes und der
Bauern sind ausgeschaltet (S.370).
1812-1813
Hedschas: Mekka und Medina
von ägyptischen Truppen besetzt
Wahhabiten zurückgedrängt (S.375).
1813
Ägypten-Hedschas:
[Fantasie]-Muhammad ‘Ali bekommt die Schlüssel für
Mekka und Medina
schickt den jüngsten Sohn Ismail mit den Schlüsseln
der beiden Städte Mekka und Medina nach Konstantinopel
zur Überreichung an den Sultan (S.375).
[Diese Schilderung klingt sehr unwahrscheinlich].
ab 1815
Konstantinopel-Europa:
Balance-Politik gegen Russland
Das osmanische Reich ist nach der endgültigen
Niederlage Napoleons in die Status-quo-Politik der
europäischen Grossmachtdiplomatie miteinbezogen, weil
der russische Imperialismus die Türkei
und das Mittelmeer sowie die Handelswege nach Indien
bedroht (S.383).
Der Umgang mit der Türkei wird in der Politik als "die
osmanische Frage" formuliert. Die "5 Mächte" England,
Frankreich Österreich, Preussen und Russland streiten
sich um den europäischen Teil des osmanischen Reichs auf
dem Balkan mit verschiedenen Zielen, so dass der Balkan
vorerst osmanisch besetzt bleibt und Konstantinopel in
seiner Existenz geschützt ist, denn das russische Ziel
der Mittelmeerbeherrschung hat sofort die Gegenwehr von
allen anderen vier Grossmächten zur Folge wie umgekehrt
eine muslimische Ausweitungspolitik eine Koalition
zwischen Mitteleuropa und Russland zur Folge hat
(S.383).
Die "orientalische Frage" der vier Mächte Mitteleuropas
ist also immer die, wieviel von der Türkei noch erhalten
bleiben muss, damit Russland nicht ins Mittelmeer
vorstossen kann und auch die Türkei nicht zu viel
profitiert (S.383).
ab 1815
Ägypten: Armeeaufbau nach
französischem Vorbild
-- [Fantasie]-Muhammad ‘Ali beginnt mit dem Aufbau
einer neuen Armee nach französischem Muster unter
Anleitung des französischen Obersten Sève als
Instrukteur an der Spitze.
-- die Idee von [Fantasie]-Muhammad ‘Ali ist die
Armeebildung aus sudanesischen Sklaven (S.369).
ab 1815 ca.
Ägypten:
Landwirtschaftsreformen
Wesentliche Verbesserung der Bewässerung
-- Ausweitung der landwirtschaftlichen Nutzfläche
-- Ausrichtung der Produktion auf den Export
-- Einführung neuer Produkte (S.370).
Ägyptens
Armeeaufbau nach französischem Vorbild mit Marine -
Landwirtschaftsreformen, Monopolisierungen und
Gegenwehr - ägyptische Bauernarmee und Gegenwehr -
ägyptische Kollaboration mit Basir II. gegen Drusen
- England am Persischen Golf - Ägyptens Besetzung
des Sudan - KZ-ähnliche Staatsfabriken in Ägypten
und Baumwollwirtschaft - griechische
Unabhängigkeitsbewegung und erste europäische
Offiziere in der osmanischen Armee - unabhängiges
wahhabitisches Riad - muslimische Studenten in
Europa - Unabhängigkeit Griechenlands
[Gemäss Pressburgs Buch "Good bye
Mohammed" ist jegliche muslimische Identität
und Besetzung bis 850 reine FANTASIE, ebenso die ersten
drei Kalifen sind reine FANTASIE, weil es den Namen
"Mohammed" erst ab ca. 850 gab. Der Prophet Mohammed ist
also FANTASIE, und somit ist der gesamte Islam eine
FANTASIE - wie auch der Moses der Juden eine FANTASIE
ist (Buch: Keine
Posaunen vor Jericho) und der Jesus der
Christen ebenfalls eine FANTASIE ist (Codes 3,12,13,33
etc. - Link).
Es geht immer um dasselbe: Mit einer erfundenen
Vergangenheit wollen Ansprüche auf Territorien geltend
gemacht werden. All die Kriege zwischen Judentum,
Christentum und Islam sind also Kriege von FANTASIEN,
die absolut nicht notwendig wären, wenn man sich an
Mutter Erde halten würde, Webseite: www.med-etc.com].
Zusammenfassung
Ägypten unter [Fantasie]-Muhammad ‘Ali beginnt mit
einem Armeeaufbau nach französischem Vorbild mit einer
neuen Handels- und Kriegsmarine. Wirtschaftlich werden
Landwirtschaft und Monopolbetriebe weiter vorangetrieben
mit allen Nachteilen, die eine Monopolisierung mit sich
bringt, denn ganze Bevölkerungsschichten und Kader
werden damit ausgelöscht. Stattdessen gründet
[Fantasie]-Muhammad ‘Ali erstmals eine eigene ägyptische
Bauernarmee, die zum Teil wie die Monopolbetriebe
torpediert wird. In Palästina kollaboriert er mit Basir
II. gegen die Drusen, während England beginnt, das
Osmanische Reich mit Verträgen am Persischen Golf
einzukreisen. [Fantasie]-Muhammad ‘Ali lässt den Sudan
zwecks Einzug von Kriegssklaven besetzen und legt
KZ-ähnliche Staatsfabriken an. Gleichzeitig lässt er
erste Baumwollplantagen anbauen. Die griechische
Unabhängigkeitsbewegung soll Ägyptens Kriegsmarine im
Auftrag Konstantinopels bekämpfen. [Fantasie]-Muhammad
‘Ali jedoch plant gleich die Besetzung Griechenlands und
die Blockade des ganzen östlichen Mittelmeeres, was
England wieder auf den Plan ruft. Die ägyptische
Kriegsflotte wird beim Peloponnes vernichtend
geschlagen. Riad wird unabhängiges wahhabitisches
Fürstentum, denn Ägypten konzentriert sich nur auf die
Küstenlinie. Fantasie-Muslimische Studenten reisen
inzwischen regelmässig für Studien nach Europa, und
Griechenland erlangt im europäischen Konsens gegen
Ägypten die Unabhängigkeit.
Chronologie (Fortsetzung)
ab 1816
"Nationaler"
Staatsaufbau Ägyptens unter [Fantasie]-Muhammad ‘Ali
Ägypten: Monopolisierung
des Binnen- und Aussenhandels - Massnahmen gegen
europäische Händler
-- Abschirmung des ägyptischen Marktes mit
protektionistischer Zoll- und Handelspolitik
-- europäische Kaufleute werden die Privilegien in
Recht, Handel und Steuern, die im ganzen osmanischen
Reich gelten, in Ägypten aberkannt
-- in der Folge verschwindet der Zwischenhandel, der
Staat - die Familie [Fantasie]-Muhammad ‘Alis -
übernimmt den Export in alleiniger Regie (S.372).
Ägypten: Aufbau einer
Kriegsmarine und Handelsmarine
mit überwiegend Inselgriechen als Kapitäne und
Matrosen (S.372).
Ägypten: Wachsende
Strukturprobleme und Widerstand gegen die
Monopolwirtschaft
planmässige Ausdünnung der Händler- und
Handwerkerschichten und Bauernrevolten und Flucht vor
Zwangsmassnahmen. Torpedierung der Staatsbetriebe in den
KZ-ähnlichen Betrieben:
-- Sabotage
-- Selbstverstümmelung
-- mangelnde Rohstoffe und unzureichende Versuche
eigener technologischer Entwicklung (S.374).
[[Fantasie]-Muhammad ‘Alis Familie vollzieht in Ägypten
eine geistige Verstümmelung an einem grossen Teil
der Bevölkerung, ohne die bewährten landwirtschaftlichen
Traditionen zu beachten].
Ägypten: "Industrielle
Revolution": Alles Wissen wird importiert - keine
eigene Forschung
-- Import qualifizierter Arbeitskräfte
-- Import der Maschinen, die zum Teil nie ausgelastet
werden und verrotten
-- Import des Know-how (S.371).
Dazu kommen Kosten
-- für den Ausbau der Infrastruktur
-- für den Import der nicht-landwirtschaftlichen
Rohstoffe wie Holz, Kohle, Eisen, Kupfer und Farbstoffe,
denn Ägypten hat keine solchen Rohstoffe (S.371).
Dazu:
-- Gründung von Fachschulen unter meist französischer
Leitung für Militärwesen, Technik, Medizin, Pharmazie,
Veterinärmedizin, Landwirtschaft, Verwaltung und
Fremdsprachen
-- mit zahlreichen "Saint-Simonisten"
-- die Gewinne der ägyptischen Monopolbetriebe fliessen
in Armee, Kriege und Industrialisierungsprojekte
(S.372).
ab 1816-1820
Ägypten: Verstaatlichung
des Gewerbes der privaten Textilbetriebe
-- Rohstoffe werden von der Verwaltung gestellt
-- die Fertigprodukte müssen an den Staat abgeliefert
werden
-- in der Bevölkerung kommt es zu Widerstand. Die
Verstaatlichung lässt [Fantasie]-Muhammad ‘Ali mit
"brutaler Härte gegen die Bevölkerung" durchsetzen
(S.371).
ab 1817
Bagdad: Statthalter Da ‘ud
Pascha
(S.379)
1818
Arabien: Dar ‘iyya/Riad
ägyptisch besetzt, totale Zerstörung - Hinrichtung des
Wahhabitenführers ‘Abdallah b. Sa ‘ud in
Konstantinopel
(S.375)
1820 ca.
Ägypten:
[Fantasie]-Muhammad ‘Alis Alleinherrschaft
[Fantasie]-Muhammad ‘Ali lässt Führer
konkurrierender Herrscherfamilien vertreiben und
hinrichten (S.369).
1820 ca.
Ägypten: Armeekrise: Bauern
als Soldaten - Rassismus um Offiziersränge -
Torpedierung der ägyptischen Armee durch die Bauern
Französische Offiziere schlagen [Fantasie]-Muhammad
‘Ali vor, Bauern als Soldaten zu rekrutieren.
(S.369-370). [Fantasie]-Muhammad ‘Ali stimmt zu und
verärgert damit die ganze Bevölkerung, die sich aber
gegen die Diktatur nicht wehren kann. Der Armeedienst
wird zum Schrecken. Torpedierungsversuche sind
-- Bestechung von Beamten
-- Selbstverstümmelung
-- Flucht in andere Länder (S.370).
Trotzdem entsteht durch die Bauernrekrutierung eine
erste "ägyptische Armee", wobei aber Ägypter
von den Offiziersrängen ausgeschlossen bleiben. Die
Offiziersränge bleiben turko-tscherkessisch und
albanisch, wie auch die oberste Verwaltung (S.370).
ab 1820 ca.
Libanon: Kollaboration mit
Ägypten gegen die Drusen
Emir Basir II. kollaboriert mit Ägyptens
[Fantasie]-Muhammad ‘Ali. Ägypten setzt bewaffnete
Maroniten gegen Drusen ein, um letztere zu vernichten.
Damit wird jegliche Koexistenz untergraben (S.385).
ab 1820
GB-Mittlerer Osten:
Englands Vertragstaktik am Persischen Golf
-- England-"Piratenküste" (heute: Vereinigte
Arabische Emirate): Verträge mit dem lokalen Scheichs
(S.422).
-- England-Bahrain: mehrere Abkommen (S.422).
ab 1820 ca.
Arabien: schwache
ägyptische Herrschaft
Die ägyptische Kontrolle über Riad geht langsam
verloren, weil der ägyptischen Strategie die
Beherrschung der ganzen arabischen Halbinsel nicht sehr
wichtig ist (S.375-376).
frühes 19. Jh./ 1820 ca.
Mesopotamien: kommt unter
verschiedene osmanische Verwaltungen
Der Norden und Nordosten dient dem osmanischen Reich
als strategische Pufferzone gegen Persien, immer im
Arrangement mit den dortigen mächtigen Familien (S.378).
ab 1820
Ägypten: Beginn der
Invasion in den Sudan
-- zur Versklavung der dortigen jungen Männer für
die ägyptische Armee
-- zur Beherrschung der afrikanischen Handelsströme
(S.373).
ab 1821
Ägypten: Gründung von
Staatsfabriken fürs Militär - Zwangskasernierungen und
KZ-ähnliche Betriebe
-- für militärisch-industrielle Zwecke und für
Armee- und Marine-Uniformen.
-- in Unterägypten: Rekrutierung von ehemaligen
Handwerkern, dann auch zunehmend Bauern, Frauen und
Kinder
-- oft kommt es zu Zwangsverpflichtungen mit zum Teil
KZ-artigen Kasernierungen, damit die Menschen nicht
weglaufen (S.371).
Gleichzeitig gilt ein Importverbot für englische
Textilien (S.371).
1821/1822
Ägypten: Einführen der
langfaserigen Baumwolle in die Landwirtschaft
(S.370)
1822
Konstantinopel-Kairo:
Aufforderung des Sultans an [Fantasie]-Muhammad ‘Ali,
die griechische Unabhängigkeits- bewegung in
Griechenland zu bekämpfen
In der Folge besetzen Truppen von
[Fantasie]-Muhammad ‘Ali Kreta und Zypern (S.376).
Ende 1822 ca.
Konstantinopel: Einleitung
von Militärreformen mit europäischen Offizieren
Nach den Erfolgen der ägyptischen Armee in
Griechenland will Sultan Mahmud II. ebensolche
Truppenteile und beginnt mit dem Armeeausbau, wirbt
europäische Offiziere an, darunter fünf Preussische
Offiziere mit Helmuth von Moltke (S.383).
1822-1827
Ägypten: Einmischung in
Griechenland - britische Gegenpläne gegen die
ägyptische Macht
[Fantasie]-Muhammad ‘Ali spekuliert auf die
Beherrschung des Handels im östlichen Mittelmeerraum
durch Besetzung des Peloponnes. Die Einmischung
ägyptischer Truppen in Griechenland gegen die
griechische Unabhängigkeitsbewegung gefällt Englands
Strategen gar nicht. Die englische Diplomatie beginnt,
mit anderen europäischen Staaten und mit dem osmanischen
Konstantinopel, die ägyptische Militär-, Wirtschaft- und
Handelsmacht zu bekämpfen (S.373).
ab 1822 ca.
Ägypten: Weitere
Besetzungen entlang der Küste in Richtung Jemen -
Beginn der englischen Gegentaktik-- ägyptische
Besetzung der ganzen afrikanischen Küste des Roten
Meeres
-- Versklavung der jungen Sudanesen für die ägyptische
Armee
-- Erwartung von Goldminen und anderer Bodenschätze
-- Kontrolle des Afrikahandels (S.376).
Gold- und Bodenschatzvorkommen erweisen sich als
unrentabel, aber die Versklavung der Sudanesen und die
Kontrolle des afrikanischen Handels kommt zustande
(S.376).
1823
Ägypten: Besetzung des
Sudans ist abgeschlossen
(S.376); die Sudanesische Sklavenarmee ist nicht sehr
erfolgreich. Die Sklavensoldaten sterben "wie die
Fliegen" (S.369).
1824
Arabien: Einrichten eines
wahhabitischen Fürstentums
unter der Familie von Sa ‘ud. Ägypten konzentriert sich
auf die Handelsprofite des Hedschas und am Roten Meer
(S.376).
Ägypten-Griechenland:
Truppen von [Fantasie]-Muhammad ‘Ali besetzen den
Peloponnes - Ägypten als "5. Grossmacht"
[Fantasie]-Muhammad ‘Ali hat dabei den Plan, den
Peloponnes mit Hilfe griechischen Wissens als Basis für
einen Europa-Handel auszubauen und vom Peloponnes aus
mit seinen griechischen Kaufleuten und Seeleuten den
ganzen östlichen Mittelmeerhandel unter seine Kontrolle
zu bringen (S.376).
[Fantasie]-Muhammad ‘Ali beginnt, Ägypten neben England,
Russland, Österreich und Frankreich als "5. Grossmacht"
einzuordnen. Gegenwehr von Europa, v.a. von England
(S.377).
ab Mitte 1820er Jahre/ab 1825 ca.
Ägypten: Machtelite von
[Fantasie]-Muhammad ‘Ali wird zu Grossgrundbesitzern
Die Machtelite von [Fantasie]-Muhammad ‘Ali beginnt,
sich auf dem Land auszubreiten und sich zu einer Schicht
von Grossgrundbesitzern zu entwickeln (S.395).
ab 1825
Bagdad: Statthalter Da ‘ud
Pascha zeigt Unabhängigkeitsbestrebungen gegenüber
Konstantinopel
(S.379)
ab 1825 ca.
Vorderer Orient:
Gelehrtendiskussion über die Entsendung muslimischer
Studenten nach Europa
Die Gelehrten stellen Thesen über die religiösen
Reformen an. Die Entsendung von Studentenmissionen nach
Europa müssten als patriotische Tat gesehen werden, denn
sie holen sich das Wissen zurück, das die Europäer
früher von den Arabern übernommen haben (S.388).
1826
Ägypten: Abschluss des Baus der Staatsfabriken in
Unterägypten - Beginn des Baus von Staatsfabriken auch
in Oberägypten
(S.371)
Ägypten/Konstantinopel-Paris:
Studienmissionen nach Europa - Nachlernen, keine
eigene Forschung
[Fantasie]-Muhammad ‘Ali schickt erste grosse
Studienmission nach Paris, ebenso Sultan Mahmud II: eine
erste Studienmission aus osmanischen Kadetten und
Studenten (S.383).
Die Studienmission nach Europa sind gedacht zur
Schaffung einer technisch-administrativen Elite, v.a.
nach Frankreich. Es kommt jedoch nur zur Übernahme von
Wissen, keine Fortentwicklung.
(S.372)
1827
England-Ägypten:
Englischer Sieg vor Navarino gegen Ägypten -
Unabhängigkeit Griechenlands
-- Vernichtung der ägyptischen Flotte von 81
Schiffen
-- Ägyptens Expansion nach Griechenland und seine
Grossmachtträume sind vorerst gestorben. Griechenland
wird unabhängiges Königreich. Ägypten baut in kurzer
Zeit sogleich eine neue Flotte (S.377)
-- Niederlage der ägyptischen Armee auch auf dem
Peloponnes (S.373).
Griechenlands Unabhängigkeit hat den "Segen" der vier
mitteleuropäischen Grossmächte und wird zugelassen, weil
die Türkei dadurch gegen Russland nicht entscheidend
geschwächt wird (S.383).
Konstantinopel: Gründung
einer französischen medizinischen Lehranstalt
zur Ausbildung von Armeeärzten mit europäischen
Lehrern auf Französisch (S.383).
Versuchte
Verwaltungsreformen im Osmanischen Reich -
ägyptische Expansion bis Kilikiens - französische
und englische "Schutzherrschaften" im Libanon -
osmanische Wiedergewinnung von Bagdad, Vernichtung
der letzten Mamluken - ägyptische Monopolwirtschaft
in Syrien, Palästina, Libanon und Kilikien scheitert
- eskalierender Streit um Gleichberechtigung
zwischen Fantasie-Muslimen und Nicht-Muslimen -
ägyptische erfolgreiche Wirtschaft auf "tönernen
Füssen" - Englands "Handelsvertrag" mit
Konstantinopel und Besetzung von Aden
[Gemäss Pressburgs Buch "Good bye
Mohammed" ist jegliche muslimische Identität
und Besetzung bis 850 reine FANTASIE, ebenso die ersten
drei Kalifen sind reine FANTASIE, weil es den Namen
"Mohammed" erst ab ca. 850 gab. Der Prophet Mohammed ist
also FANTASIE, und somit ist der gesamte Islam eine
FANTASIE - wie auch der Moses der Juden eine FANTASIE
ist (Buch: Keine
Posaunen vor Jericho) und der Jesus der
Christen ebenfalls eine FANTASIE ist (Codes 3,12,13,33
etc. - Link).
Es geht immer um dasselbe: Mit einer erfundenen
Vergangenheit wollen Ansprüche auf Territorien geltend
gemacht werden. All die Kriege zwischen Judentum,
Christentum und Islam sind also Kriege von FANTASIEN,
die absolut nicht notwendig wären, wenn man sich an
Mutter Erde halten würde, Webseite: www.med-etc.com].
Zusammenfassung
Im Osmanischen Reich kommen Verwaltungsreformen
immer nur so weit voran, wie sie von den
Traditionalisten nicht torpediert werden. Ägyptens
[Fantasie]-Muhammad ‘Ali versucht nach der missglückten
Ausdehnung nach Griechenland die Besetzung der
traditionell ägyptischen Imperialgebiete. Der Feldzug
seines Sohnes Ismail und die Herrschaft über Syrien,
Palästina, den Libanon und Kilikien gelingt, zudem die
Besetzung von Kreta. Gleichzeitig versichern England und
Frankreich die "Schutzherrschaften" der Drusen bzw.
Maroniten im Libanon, und der osmanischen Armee gewinne
die Wiedergewinnung des separatistischen Bagdad. Die
letzten Mamluken der Stadt werden vernichtend
geschlagen. Ägyptens Ismail Versuch, die ägyptische
Monopolwirtschaft auch in Syrien, Palästina, dem Libanon
und in Kilikien einzuführen scheitert erbärmlich. Die
dortige Bevölkerung lässt sich nicht gleichschalten. Als
weitere Massnahme versucht Ismail in den besetzten
Gebieten, eine juristische Gleichberechtigung zwischen
Fantasie-Muslimen und Nicht-Muslimen zustandezubringen,
um europäische "Investoren" anzulocken, was eine
dauerhafte Auseinandersetzung zwischen Fantasie-Muslimen
und Nicht-Muslimen zur Folge hat, weil plötzlich viele
Nicht-Muslime Regierungsämter in Syrien übernehmen.
Währenddessen zeigt Ägypten eine der französischen
gleichwertige Handelsbilanz, die allerdings mit der
Monopolwirtschaft auf tönernen Füssen der Militärmacht
steht. Englands Taktik versucht weiter, Ägypten
mit einem Handelsvertrag mit Konstantinopel und der
Besetzung von Aden einzukreisen. Nach einer erneuten
Niederlage gegen Ägypten protegieren die europäischen
Mächte einen 16-jährigen Sultanssohn, der Reformen im
Osmanischen Reich zusagen muss, um an der Macht zu
bleiben.
Chronologie (Fortsetzung)
ab 1827 ca.
Konstantinopel:
schrittweise Angleichung der Zentralverwaltung an
europäische Vorbilder
[soweit keine Torpedierung der Reformen stattfinden]
(S.383).
1829
Ägypten-Syrien: Vollendung
einer neuen Flotte mit neuem Ziel: Besetzung Syriens
Gebiet des heutigen Syrien, Libanon, Israel,
Sinaihalbinsel und Jordanien
-- mit Ausweitung der Provinz Aleppo bis Anatolien
-- mit Provinzunterteilung Aleppo, Damaskus, Tripolis
und Sidon mit Sitz in Akkon (S.377).
ab Anfang 1830er Jahre
Ägypten: erste
Schwierigkeiten im ägyptischen Monopolsystem
(S.373)
1830 ca.
Ägypten: Flucht vor dem
Armeedienst nach Palästina
6000 ägyptische Bauern/Fellachen flüchten vor der
Rekrutierung für die ägyptische Armee und vor
Arbeitsdiensten für die Infrastruktur nach Akkon. Diese
Tatsache ist für [Fantasie]-Muhammad ‘Ali ein Grund
"einzugreifen" und einen Feldzug gegen Palästina zu
veranstalten (S.379).
1830er Jahre
Ägyptens chancenlose
Industrialisierung gegenüber Europa
Ägypten besitzt 7 oder 8 Dampfmaschinen, in England
sind es mehr als 10.000.
Dabei ist der Markt ausgeschaltet und Ägypten ist
ökonomisch noch der stärkste Teilstaat des osmanischen
Reiches.
Das lokale Handwerk ist vernichtet. Der wirtschaftliche
Erfolg der Monopolwirtschaft ist sehr anfällig (S.374).
ab 1830er Jahre
Libanon: Europäische Mächte
rivalisieren um "Schutzgarantien"
für die Maroniten und die Drusen. Frankreich
"schützt" Maroniten, England "schützt" Drusen (S.386).
Jan 1831
Konstantinopel-Syrien:
Osmanische Offensive von Aleppo aus gegen Mesopotamien
um das Mamlukensystem in Bagdad aufzulösen, gegen
den Statthalter Da ‘ud Pascha (S.379).
Frühling-Sommer 1831
Bagdad: verheerende
Pestepidemie und Hochwasser des Tigris
Von 80.000 Einwohnern überleben 27.000. Die Stadt
kann kaum noch Gegenwehr gegen die osmanische Besetzung
leisten. Der nach Unabhängigkeit strebende Da ‘ud Pascha
will die Stadt trotzdem verteidigen lassen (S.379).
Sommer 1831
Osmanische Invasion in
Bagdad - ägyptische Invasion in Palästina und SyrienBagdad:
Das osmanische Heer metzelt die Mamluken nieder. Da ‘ud
Pascha darf nach Anatolien ins Exil (S.379).
Gleichzeitig: Ägypten-Palästina: [Fantasie]-Muhammad
‘Ali erklärt, er wolle die flüchtigen Fellachen
zurückholen. Die Truppen unter seinem Sohn Ibrahim
besetzen Palästina und Syrien. Die Truppen stossen auf
Betreiben von Ibrahim bis Konya vor (S.379).
Herbst 1831
Ägypten-Syrien: Ägyptische
Offensive gegen Syrien
(S.379)
1831
Palästina: ägyptisch
besetzt
(S.409)
Ende 1831
Bagdad: Ende der
georgischen Mamlukenherrschaft - lokale Herrschaften
und Handelsströme
Nach dem Ende der georgischen Mamlukenherrschaft
regieren
-- im Norden von Mesopotamien: kurdische Lokalherren
ohne osmanische Kontrolle
-- im Westen und Süden Mesopotamiens: arabische
Stammesherrschaften ohne osmanische Kontrolle (S.379).
Ausserdem:
-- die "heiligen Städte" der Schiiten Nadschaf und
Kerbela haben ihre eigene Machtstruktur ausserhalb der
osmanischen Kontrolle
-- dauernde Perser- und Beduineneinfälle (S.379).
Die Handelsbeziehungen des geteilten Mesopotamien:
-- Mossul hat seine ökonomische Orientierung nach Syrien
und Anatolien
-- Bagdad nach Persien
-- Basra nach Indien (S.379).
1831-1840
Ägypten: Besetzung von
Syrien und Kilikien
Kilikien wegen dem Holzreichtum und Ägyptens
Schiffbauprogrammen (S.373).
Ägypten: Besetzung des
Libanon - Verschärfung der Konfrontation zwischen
Drusen und Maroniten
(S.378)
Ende 1832
Ägypten-Syrien: Ägyptischer
Sieg bei Konya gegen die osmanische Armee
(S.379-380)
ab 1832 ca.
Anatolien-Konstantinopel:
Da ‘ud Pascha aus Bagdad bekommt Ämter in
Konstantinopel und wird für hohe Staatsdienste
eingesetzt
(S.379)
Anfang 1833
Ägypten-Syrien: Invasion in
der Türkei bis Kütahya - Friede zwischen
Konstantinopel und Ägypten
Heerführer Ibrahim, Sohn von [Fantasie]-Muhammad
‘Ali, plant den Vormarsch nach Konstantinopel, die
Absetzung von Sultan Mahmud II. und die Intronisierung
von Abdulmegid (S.380).
Seine Truppen marschieren weiter bis Kütahya, dann
stoppt [Fantasie]-Muhammad ‘Ali den Sohn, weil er sonst
Krieg mit Frankreich oder England befürchtet.
[Fantasie]-Muhammad rechnet mit der Unterstützung
Frankreichs für Ägypten, wenn seine Forderungen an
Konstantinopel bescheidener ausfallen als eine
Kapitulation. [Fantasie]-Muhammad ‘Ali verlangt von
Konstantinopel:
-- die Unabhängigkeit
-- die Herrschaft über Kilikien, Syrien und Zypern
(S.380).
Durch Intervention der europäischen Grossmächte tritt
der Sultan an Ägypten Syrien, Kilikien und Kreta statt
Zypern ab. Die Unabhängigkeit wird aber nicht gewährt
(S.380).
1833
Konstantinopel: Gründung
eines Übersetzungsbüros für türkisch-französische
Übersetzungen
das wie die diplomatischen Vertretungen eine
Keimzelle für Reformer wird (S.383).
Ägypten: Saint-Simonisten:
"Friedensreich" und Suezkanalplan
Reise einer Mission französischer Saint-Simonisten
nach Ägypten, um als "Experten" in den Dienst von
[Fantasie]-Muhammad ‘Ali zu treten
-- mit dem Ziel des "Friedensreichs" zwischen Okzident
und Orient
-- mit dem Ziel des Anbahnen eines Kanalbaus durch den
Isthmus von Suez, um den arabischen Zwischenhandel
zwischen Europa und Indien völlig auszuschalten (S.368).
ab 1833
Ägyptens Herrschaft über
Syrien, Palästina und Kilikien:
Verstaatlichungsversuch scheitert an europäischen
Handelsmächten
[Fantasie]-Muhammad ‘Ali versucht die gleichen
Verstaatlichungen und Monopolwirtschaften in Syrien
einführen, wie er in Ägypten das Volk versklavt hat.
Eine solche Monopolisierung ist aber aufgrund des
europäischen Drucks nicht möglich. Es kommt zu
-- intensiver Förderung der Landwirtschaft
-- Anfänge zur Erschliessung von Rohstoffen
-- Anfänge zu Rekrutierungen für die ägyptische Armee
-- Anordnung zur Entwaffnung der Bauern der Bergregionen
(S.380).
ab 1833 ca.
Mossul: Bürgerkriegsartige
Zustände zwischen den mächtigen Familien
(S.379)
1834
Konstantinopel: Gründung
einer Militärakademie
nach dem Modell von St-Cyr mit europäischen Lehrern
auf Französisch (S.383).
1834 ca.
Syrien-Ägypten:
Proklamation der "Gleichheit" von Fantasie-Christen
und Fantasie-Muslimen - Verschärfung des Gegensatzes
zwischen Fantasie-Christen, Fantasie-Juden und
Fantasie-Muslimen
Ibrahim muss das Land für europäische Staaten
attraktiv machen, damit diese "investieren":
-- er proklamiert die "völlige Gleichheit" von
Fantasie-Muslimen und Nicht-Muslimen und untersagt jede
öffentliche Diskriminierung von Fantasie-Christen und
Fantasie-Juden
-- Gewährung völliger Religionsfreiheit in Syrien mit
Konsuln und Missionaren
-- Etablieren von Nicht-Muslimen in hohen Ämtern
Syriens, um den Europäern Sicherheiten zu vermitteln
(S.380).
In der Folge kommt es zu Ressentiments in der
muslimischen Bevölkerung gegen die aus ihrer Sicht
anti-muslimischen Politik (S.380).
Der Gegensatz zwischen Fantasie-Muslimen,
Fantasie-Christen und Fantasie-Juden beginnt sich zu
verschärfen. Die "Schutzpolitik" der europäischen Mächte
sorgt für Eskalationen (S.381).
1834
Palästina: Aufstand schon
durch die Ankündigung einer Rekrutierung für die
ägyptische Armee
Jegliche Gleichmacherei und Einzug in eine
ägyptische Armee scheitert.
(S.380)
Mossul: Entmachtung der
Galilis-Familie durch osmanische Truppen
was ihnen durch den dort herrschenden Bürgerkrieg
nicht schwer fällt (S.379).
ab 1834
Mesopotamien ist fest in
osmanischer Hand
und alle Separatistenbestrebungen niedergeschlagen.
Syrien bleibt unter ägyptische Kontrolle (S.379).
Mitte 1830er Jahre
Ägypten: Gewinnbilanz pro
Kopf im Export wie Frankreich
Ägyptens Exportwert zieht mit Frankreich gleich.
Über 50 Prozent des Exports fällt auf Baumwolle, 10
Prozent auf Baumwollprodukte (S.372).
[Nur wird der Gewinn von der Regierung gehortet und der
einzelne Ägypter hat praktisch nichts davon].
1836
Ägypten: Staatliche
Betriebe
29 Spinnereien und Webereien
12 Färbereien
20 Waffen- und Munitionsfabriken
4 Reisschälereien
3 Zuckerraffinerien
1 Fez-Fabrik (Filzhüte)
1 grosse Werft in Alexandrien
1 grosse Druckerei
wobei am Höhepunkt in diesen Fabriken höchstens 200.000
Beschäftigte in diesen Betrieben arbeiten, 4 Prozent der
Bevölkerung, 25 Prozent der über 15 Jahre alten Männer
(S.371).
1836-1837
Ägypten: Erste Krise des
Monopolsystems
(S.373) durch Ausdünnung der Händler- und
Handwerkerschicht, die in den staatlichen Betrieben
arbeiten muss (S.374).
1838
Ägyptens stolze Bilanz -
englische Gegentaktik: England-Konstantinopel:
"Handelsvertrag" und "Position" in Palästina
Ägypten: [Fantasie]-Muhammad ‘Ali ist Chef einer der
grössten Armeen seiner Zeit mit 157.000 Mann. Seine
Wirtschaft ist eine der erfolgreichsten des Orients [die
aber auf "tönernen Füssen" steht] (S.369).
Als Antwort gegen Machtgelüste von [Fantasie]-Muhammad
‘Ali im östlichen Mittelmeer schliesst England einen
"Handelsvertrag" mit Konstantinopel ab (S.381):
-- das osmanische Reich gesteht die Aufhebung aller
Monopole zu
-- das osmanische Reich verbietet alle
protektionistischen Massnahmen auf seinem
Herrschaftsgebiet
-- das osmanische Reich legt Zollsätze für Importe auf 3
Prozent, für Exporte auf 12 Prozent fest (S.373).
Die Schutzzollpolitik ist aufgegeben und der
Zusammenbruch des ägyptischen Monopolsystems ist nur
eine Frage der Zeit, ist eine erzwungene "Öffnung"
Ägyptens zum europäisch beherrschten Weltmarkt (S.373).
England-Palästina: Entsendung eines britischen Konsuls,
um "Position zu beziehen" (S.410).
1838
Südlibanon und Hauran:
Aufstände gegen die ägyptische Herrschaft
weil Blutfeden diese Gesellschaften durchziehen und
eine einheitliche Bewaffnung und Korpsbildung nicht
möglich machen (S.380).
1839
Aden: britische Besetzung
durch die East India Company
(S.422); der ägyptisch-britische Kampf um die
Beherrschung der Küste der arabischen Halbinsel ist
eröffnet
(S.376).
Sommer 1839
Konstantinopel: Niederlage
bei Nisib gegen Ägypten, Tod von Sultan Mahmud II. -
Nachfolger Sultan ‘Abdulmegid
Vernichtende osmanische Niederlage gegen die ägyptische
Armee mit dem Tod von Sultan Mahmud II. (bei Nisib,
"Orientalische Krise").
Der Admiral des Sultans läuft zusätzlich mit fast der
gesamten osmanischen Flotte zu [Fantasie]-Muhammad ‘Ali
über.
->> Eingreifen der mitteleuropäischen Mächte
Österreich, Preussen und England, die auf einen Erhalt
der Türkei drängen. Sie protegieren den 16-jährigen
Sultanssohn ‘Abdulmegid und unterstützen ihn
militärisch, woran sie aber Reformbedingungen knüpfen
(S.384).
Reformedikt
Konstantinopels - erstes Grossgrundbesitzertum -
Libanon: Aufstände gegen Ägypten - Traditionalisten
blockieren Reformen im osmanischen Reich -
europäisches Diktat gegen Ägypten zum Rückzug und
Öffnung - kaum Befolgung der Gleichstellung zwischen
Fantasie-Muslimen und Nicht-Muslimen - Libanon nach
dem Tod von Basir II. im Bürgerkrieg und direkte
osmanische Verwaltung - europäische Handelsinvasion
in Ägypten - europäische Bestrebungen um das
"heilige Land" - erste Handelsgerichte im
osmanischen Reich - Dualismus zwischen
Fortschrittseuphorie und Traditionalisten
[Gemäss Pressburgs Buch "Good bye
Mohammed" ist jegliche muslimische Identität
und Besetzung bis 850 reine FANTASIE, ebenso die ersten
drei Kalifen sind reine FANTASIE, weil es den Namen
"Mohammed" erst ab ca. 850 gab. Der Prophet Mohammed ist
also FANTASIE, und somit ist der gesamte Islam eine
FANTASIE - wie auch der Moses der Juden eine FANTASIE
ist (Buch: Keine
Posaunen vor Jericho) und der Jesus der
Christen ebenfalls eine FANTASIE ist (Codes 3,12,13,33
etc. - Link).
Es geht immer um dasselbe: Mit einer erfundenen
Vergangenheit wollen Ansprüche auf Territorien geltend
gemacht werden. All die Kriege zwischen Judentum,
Christentum und Islam sind also Kriege von FANTASIEN,
die absolut nicht notwendig wären, wenn man sich an
Mutter Erde halten würde, Webseite: www.med-etc.com].
Zusammenfassung
Der 16-jährige Sultanssohn ‘Abdulmegid wird von den
europäischen Mächten zur Unterschrift unter ein
Reformedikt überredet, so dass im Gegenzug seine Macht
erhalten bliebe. Privater Handel mit Grundbesitz führt
in der Folge zum Grossgrundbesitzertum der
Privilegierten im ganzen Osmanischen Reich, später auch
in Ägypten. Traditionalisten blockieren weitere
Reformen, wo sie nur können. Währenddessen zeigen
Aufstände gegen die ägyptische Herrschaft in Libanon die
inakzeptable ägyptische Monopolpolitik in den besetzten
Ländern. Ein europäisches Diktat gegen Ägypten zwingt
[Fantasie]-Muhammad ‘Ali 1840 zum Rückzug aus den
eroberten Gebieten. Der Wiedereinzug osmanischer Truppen
ist jedoch kein Segen für die Länder, weil die
umstrittene Gleichberechtigung von Fantasie-Muslimen und
Fantasie-Christen die Fantasie-Muslime zurückdrängt.
Konstantinopel kontert mit einem neuen Strafgesetzbuch,
worin die Gleichberechtigung von Fantasie-Christen und
Fantasie-Muslimen explizit noch einmal erwähnt ist,
gekoppelt mit christlichen Bemühungen um das "Heilige
Land", zum Beispiel der Gründung eines protestantischen
Bistums in Jerusalem, obwohl noch gar keine
Fantasie-Protestanten in Palästina leben, oder
orthodoxen und französisch-katholischen
Organisationsgründungen. Der Tod von Basir II. entfacht
in Libanon einen Bürgerkrieg zwischen Drusen und
Maroniten, der mit einer direkten osmanischen Verwaltung
beendet wird. In Ägypten aber beginnt nun die
europäische Handelsinvasion, Konstantinopel verkündet
ein Handelsgesetz und gründet neuartige Handelsgerichte,
und der Dualismus zwischen Fortschrittseuphorie und
Traditionalisten wird nicht überwunden, während die
Traditionalisten weiter dort Reformen blockieren, wo es
nur möglich ist.
Chronologie (Fortsetzung)
Okt 1839 ca. -1861
Konstantinopel:
Regierungsantritt des 16-jährigen Sultanssohnes
‘Abdulmegid
-- mit militärischer Unterstützung der
mitteleuropäischen Mächte Österreich, Preussen und
England
-- mit Reformministern wie Resid Pascha, ‘Ali Pascha und
Fu ‘ad Pascha. Es wird ein Reformerlass vorbereitet, der
den mitteleuropäischen Mächten gefallen soll (S.384).
3.11.1839
Konstantinopel: Reformedikt
durch europäische "Einflüsse"
verkündet von Sultan ‘Abdulmegid, verfasst von
Aussenminister Resid Pascha, dem ehemaligen osmanischen
Botschafter in Paris. Das Osmanische Reich soll sich als
"würdiger" Bündnispartner präsentieren, als Dank für die
europäische "Hilfe" Österreichs, Preussens und Englands
gegen Ägypten (S.384).
Das Reformedikt weist offensichtliche Parallelen zur
"Déclaration des droits de l’Homme et du Citoyen" vom
3.9. 1791 auf mit den Forderungen:
-- Gleichheit aller vor dem Gesetz, Fantasie-Muslime wie
Nicht-Muslime
-- Sicherheit des Lebens
-- Schutz der Ehre
-- Schutz des Vermögens
-- Fixierung von Steuern
-- fixierte Dienstzeiten in der Armee
-- festgeschriebene Bedingungen der Aushebung von
Soldaten (S.384).
Ende 1830er/Anf. 1840er Jahre
Ägypten: Entstehen einer
Grossgrundbesitzertums
die politische Macht zu entfalten beginnt und die
Öffnung des Marktes anstrebt, um auf eigene Rechnung
Exporthandel zu betreiben (S.374).
1840
Libanon/gesamtes Gebirge: Aufstände gegen die
ägyptische Herrschaft
gegen die Einberufung in die ägyptische Armee
(S.380).
Konstantinopel:
Reformvorschriften und Blockade der Reformen
Einführen einer Neuordnung der Provinzverwaltung im
osmanischen Reich nach französischem Vorbild: Die
Provinzgouverneure bekommen ein "beratendes
Gremium"/meglis aus "lokalen Notabeln" zur Seite
gestellt.
Die Reform berücksichtigt nicht, dass der Geist in den
Notabelnfamilien nicht reformerisch eingestellt ist,
denn die Notabeln-Vertreter behindern mit dem
"beratenden Gremium" die Durchführung der meisten
Reformen (um nicht "europäisiert" zu werden):
-- unterminieren Autonomiestrukturen
-- vermehren die Staatseinnahmen statt mehr
Gleichberechtigung zu schaffen
-- verstärken Kontrollen statt Eigenständigkeit und
Eigenverantwortung zu fördern
-- die Effizienz wird nicht verbessert (S.384)
-- es geht nur um Machterhalt, v.a. in den Städten
Aleppo, Damaskus und Jerusalem, um die Balance zwischen
Gouverneuren, Militärkommandanten und einheimischen
Notabeln zu halten (S.385)
plus: In den Berggebieten wird das System der
Lokalherrschaften wieder zugelassen
->> die Reformen im sozio-ökonomischen Bereich
kommen kaum voran (S.385).
1840
Ägypten: Erzwungener Rückzug durch englisches Diktat -
-- [Fantasie]-Muhammad ‘Ali muss die Eroberungen seiner
Armee von 1833 unter vereintem Druck von Konstantinopel,
England und Österreich aufgeben. Frankreich hat eine
gespaltene Politik
-- Englands Politik zieht einen schwachen Sultan in
Konstantinopel vor, der die Russen vom Mittelmeer
fernhält und der England alles gewährt, gegenüber einem
ägyptischen Imperium, das die Handelswege in der Levante
weiter versperren würde
-- [Fantasie]-Muhammad ‘Ali bleibt nur die
Familienherrschaft über Ägypten, den Sudan und die
Küsten am Roten Meer (S.381).
Ägyptischer Abzug aus Syrien, Kilikien, Arabien und
Kreta
-- und Ali muss seine Armee auf 18.000 Mann reduzieren
-- und Auflösung der Flotte (S.373).
Die Grundpfeiler des ägyptischen Imperiums sind
eliminiert (S.373).
[Der Gewinn der Monopolwirtschaft der letzten 20 Jahre
ist verspielt, Investitionen in eigene Forschung und
Entwicklung ohne Rivalität zu Konstantinopel hätten mehr
gebracht. So aber ist alles verloren, wozu aber auch die
mitteleuropäischen Mächte ihren Teil beitragen].
Ägypten: Suezkanal von
[Fantasie]-Muhammad ‘Ali abgelehnt - europäische
Handelsstandards und informeller Imperialismus
-- [Fantasie]-Muhammad ‘Ali: lehnt einen Bau eines neuen
Suezkanals strikt ab, weil er die Einmischung in die
inneren Angelegenheiten Ägyptens durch Europa befürchtet
(S.392)
-- Ägypten bleibt die Kontrolle der ganzen Rotmeerküste
bis Jemen (S.376)
-- Englands Politik hilft, das ägyptische Reich
[Fantasie]-Muhammad ‘Alis zu demontieren und die
handelspolitische Öffnung durchzusetzen (S.386).
Für Ägypten beginnt die Zeit des "Informellen
Imperialismus":
-- erzwungener Freihandel
-- Eindringen europäischen Kapitals (S.419).
Der Versuch der Selbstbehauptung gegenüber Europa fällt
in sich zusammen. Ägypten durchläuft "eine geradezu
exemplarische Entwicklung zur Unterentwicklung" (S.367).
1840
Libanon: Tod des Emirs
Basir II as-Sihabi - Nachfolgestreit zwischen Drusen
und Maroniten
der über Jahrzehnte anhält (S.378). Das Fürstentum
zerbricht. Der neue Emir hat keine Autorität mehr
(S.385).
Ende 1840 ca.
Wiedereinzug der Osmanen in
Damaskus
(S.381)
ab 1840
Syrien: türkische
Reformpolitik in Syrien auf europäischen Druck hin
dem Reformedikt von 1839 folgend:
-- Gleichstellung der Minderheiten
-- Öffnung für europäische "Penetration" (S.381).
Das Reformedikt wird jedoch kaum befolgt, was die
Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz angeht. Auch
die anderen Reformen kommen nur stockend voran. Es kommt
zu dauernden Beschwerden von europäischen Konsuln und
Botschaftern, die die ungleichen Behandlungen ihrer
Protegés beobachten (S.384).
1840-1860
Libanon/Syrien: Kämpfe
zwischen Fantasie-Muslimen und "geschützten"
Fantasie-Christen und Fantasie-Juden
Bewaffnete Auseinandersetzungen um die Vorherrschaft
in Regierungskreisen zwischen Fantasie-Christen,
Fantasie-Juden und muslimischen Gruppen (S.381).
ab 1840
Ägypten: Aufhebung des
Protektionismus und europäische Handels-Invasion
(S.374)
Schrittweise Schaffung der Bedingungen für eine
europäische "Penetration"
-- neue Landgesetzgebung
-- Säkularisierung und Europäisierung des Handels-,
Verwaltungs-, Zivil- und Strafrechts (S.395).
ab 1840 ca.
Europa-Palästina:
Bestrebungen der europäischen Mächte auf das "Heilige
Land" - keine europäische Besetzung Palästinas
Die gegenseitigen Bestrebungen der europäischen
Mächte, Palästina zu beherrschen, verhindern,
dass Palästina europäisch besetzt wird. Folgen:
-- alle europäischen Mächte geben chrisltichen Gruppen
in Palästina reihenweise "Schutzgarantien", um ihre
Machtpositionen auszubauen
-- die französischen "Schutzabkommen" für Maroniten
existieren ja bereits
-- es kommt zur Förderung weiterer missionarischer und
kultureller Aktivitäten von protestantischer und
orthodoxer Seite (S.410).
Es existieren in Europa vier geistig-imperiale
Strömungen, auf Palästina einzuwirken:
-- England: Interesse einer "restoration of the Jews" im
"chiliastischen" Sinn: nach der Rückführung der
Fantasie-Juden ins "Heilige Land" und deren Bekehrung
zum Fantasie-Christentum werde ein 1000-jähriges
Friedensreich anbrechen
-- Katholiken und deutsche Fantasie-Protestanten:
vertreten den "friedlichen Kreuzzug" mit "anderen
Mitteln": schrittweise "Wiedergewinnung" des "Heiligen
Landes" durch religiöse, kulturelle und missionarische
Einflussnahme und Kontrolle
-- Europäische Regierungen: streben alle nach einer
Kolonisation, gönnen sich aber gegenseitig keine
Kolonialisierung, so dass Palästina nie militärisch
besetzt wird
-- ab 1880er Jahre: Fantasie-Zionismus gewisser
jüdischer Organisationen Europas (S.411).
Syrien/Libanon: Gründung
christlicher Schulen
(S.388) [unter französischen und englischen Patronaten?]
1841
Palästina: Ägyptischer Rückzug - Reformanstrengungen
in kleinen Schritten ohne Strukturwandel - Die
Macht der Herrschaft der lokalen Machthaber und der
mächtigen Familien wird wieder hergestellt.
Ab 1841 kommt es zu einer verstärkten
"Weltmarktintegration", aber zu keinem nennenswerten
Strukturwandel (S.409).
Palästina: England und
Preussen eröffnen ein protestantisches Bistum in
Jerusalem ohne Gläubige
Gleichzeitig eröffnen England und Preussen in
Palästina ein protestantisches Bistum in Jerusalem, ohne
dass es in Palästina Fantasie-Protestanten gäbe. Das
Bistum ist gegen die französische Schutzherrschaft der
Katholiken und die russische Schutzherrschaft der
orthodoxen Fantasie-Christen gerichtet.
Englands Politik will sogar eine jüdische
Schutzherrschaft in Palästina errichten, obwohl noch
kaum Fantasie-Juden in Palästina leben (S.410).
Preussen will eine protestantische Schutzherrschaft
errichten, ohne dass Fantasie-Protestanten in Palästina
siedeln.
Ergo müssen England und Preussen Fantasie-Juden und
Fantasie-Protestanten nach Palästina locken, oder
Katholiken oder orthodoxe Fantasie-Christen zum
Fantasie-Protestantismus oder Fantasie-Judentum
bekehren, um ihr Ziel zu erreichen. Der preussische Plan
aber sieht vor, Fantasie-Juden zum
Fantasie-Protestantismus zu bekehren, um so das
protestantische Bistum zum Leben zu erwecken. In der
Folge lassen sich orthodoxe Fantasie-Christen zum
Fantasie-Protestantismus bekehren. Die wenigen
Fantasie-Juden Palästinas aber bleiben bei ihrem Glauben
(S.410).
ab 1841
Syrien: Provinz Sidon:
Verlegung des Gouverneurssitzes von Akkon nach Beirut
(S.377)
1842
Libanon: Absetzen des
letzten Emirs, Einsetzen eines osmanischen Gouverneurs
weckt in Europa Widerstand wegen "Interessen", v.a.
in Frankreich
Kompromissvorschlag des österreichischen Staatskanzlers
Metternich: Teilung des Libanon in ein maronitisches und
ein drusisches Fürstentum. Die Betroffenen werden dabei
nicht gefragt (S.385).
1842 ca.
Konstantinopel: Verkündung
eines neuen Strafgesetzbuches
mit nochmaliger Betonung der Gleichheit aller
Menschen vor dem Gesetz (S.384)
aber mit der Scharia als Basis (!) (S.385).
ab 1842
Europa-Palästina: Reaktion der französischen und
orthodoxen russischen Präsenzen auf das
protestantische Bistum in Jerusalem: Pläne zur
eigenen Verstärkung der Gemeinden, um sie vor anderen
Missionen zu "schützen" (S.410-411).
1843
Frankreich-Palästina:
Wiederbelebung des Patriarchats in Jerusalem, um
"Position zu beziehen"
Wiederbelebung des verwaisten Lateinischen
katholischen Patriarchats in Jerusalem durch Frankreich.
Einzug eines französischen Konsuls in Jerusalem, um
"Position zu beziehen" (S.411).
1.1.1843
Teilung des Libanon entlang
der Strasse von Beirut nach Damaskus
im Norden des Libanongebirges verwaltet ein
maronitischer Bezirksgouverneur/qa’ im-magam, im Süden
ein drusischer. Beide Bezirksgouverneure sollen dem
osmanischen Gouverneur in Sidon unterstehen.
Die Strasse von Beirut nach Damaskus soll die Grenze und
auch eine Konfessionsgrenze sein (S.385).
Die Teilung scheitert sofort, denn
-- auch im "maronitischen Bezirk" leben Drusen
-- auch im "drusischen Bezirk" leben Maroniten, und zwar
mehr als doppelt so viele wie Drusen (S.385).
Die Reibereien um die Staatsform im Libanon gehen
weiter, es etabliert sich ein institutionalisierter
Antagonismus (S.385) mit "Schutzmacht"-Einflüssen und
Anti-Europa-Stimmungen (S.386).
ab 1843 ca.
Ägypten: Zulassen von
privatem Bodenbesitz
[Fantasie]-Muhammad ‘Ali muss privaten Bodenbesitz
zulassen. Die bis jetzt bestehenden Grossgrundbesitzer
werden im Nachhinein legalisiert, neue kommen hinzu. Der
Druck zu einer Öffnung des Landes für den europäisch
beherrschten Weltmarkt wächst (S.374).
1845
Libanon: Bürgerkrieg
zwischen Maroniten und Drusen um die Staatsform
(S.385)
Konstantinopel: Verluste
auf dem Balkan - Gewinne im Vorderen Orient -
europäische Einkreisung
Mit der Etablierung der direkten Herrschaften in
Mesopotamien, Libanon und am Roten Meer hat man die
territorialen Verluste in Europa auf dem Balkan und am
Schwarzen Meer kompensiert.
Aber das europäische Vordringen ins Rote Meer und in den
Persischen Golf wird immer penetranter. Das Osmanische
Reich wird eingekreist, auch weil lange
Verwaltungsreformen blockiert werden (S.386).
Ende 1845
Libanon: Neuregelung des
Verwaltungssystems
mit gleicher Verteilung der administrativen Aufgaben
unter Drusen und Maroniten. Aber die Reibereien gehen
weiter (S.385).
1847
Frankreich-Palästina:
französisch-lateinischer Patriarch in Jerusalem, um
"Position zu beziehen"
Einzug eines französischen Lateinischen Patriarchen
in Jerusalem, um "Position zu beziehen". Der
französisch-lateinische Patriarch beansprucht das
Protektorat über alle Katholiken in Palästina.
In der Folge reagieren Spanien, Italien, Österreich und
Deutschland gegen Frankreich, die ihre Katholiken in
Palästina selber "schützen" möchten (S.411).
ab 1848
Ägypten: Scharia bleibt
tabu
Vizekönig Ismail vermeidet bei Neuerungen die
Erwähnung der Scharia, um keine Diskussion darüber
aufkommen zu lassen (S.388).
Ägypten: Tod von
[Fantasie]-Muhammad ‘Ali
Die Hoffnung auf Selbstbehauptung im Land wird aber
nicht aufgegeben. Seine Nachfolger wollen die
Selbstbehauptung durch Öffnung für Europa erreichen
(S.387).
1850
Konstantinopel: Verkündung
eines ersten Handelsgesetzbuches
-- Einrichten eines ersten Handelsgerichts
-- ist die erste staatliche Gerichtsbarkeit neben
derjenigen des Kadi (S.385).
ab 1850 ca.-1876
Ägypten und Konstantinopel:
Fortschrittseuphorie
wirtschaftliche und kulturelle "Durchdringung" des
arabisch-islamischen Raumes und Fortschrittseuphorie und
Reformimpetus (S.366).
ab 1850
Ägypten: Immer stärkeres
Grossgrundbesitzertum der Machtelite der Königsfamilie
(S.395)
ab Mitte 19. Jh.
Vorderer Orient:
Intellektuelle Auseinandersetzung mit der
"europäischen Penetration"
-- die Verwaltungen, Rechtssysteme und Erziehungssysteme
werden zum Teil "europäisiert", was eine intellektuelle
Auseinandersetzung zur Folge hat, wie es mit dem
Fantasie-Islam weitergehen soll
-- viele Intellektuelle und religiöse Gelehrt üben
passiven Widerstand aus, was den Wandel aber nicht
aufhält
-- die technischen Neuerungen überrumpeln den ganzen
asiatischen Kontinent. Die muslimischen Intellektuellen
suchen nach einem "Rückhalt im Eigenen" und nach
islamischen Normen für eine "Erneuerung" und Stärkung
gegen das expandierende Europa (S.387), denn die Scharia
soll "unantastbar" bleiben (S.388), [was natürlich kaum
zu schaffen ist].
ab Mitte 19. Jh.
Libanon:
Intellektuellendiskussion unter syrisch-libanesischen
Fantasie-Christen
die eine neue christliche Schule besucht haben
(S.388).
Beginn der
Verschuldung des Osmanischen Reichs wegen Kriegen
gegen Russland - Bankengründungen im Vorderen Orient
und Suezkanalplanung - Dampfschiffinvasion -
Wettlauf um "Schutzrechte" in Palästina -
2.Reformedikt Konstantinopels, Friede von Paris mit
Russland - Christenmassaker in Nablus - Orthodoxe in
Palästina - Maronitenmassaker, Christenmassaker in
Damaskus - "Jungosmanen" und Reformpresse -
Landspekulation in Ägypten wegen Suezkanal -
"Neuordnung" im Libanon - Staatsanleihen Ägyptens -
Osmanische Neuordnung der Provinzverwaltungen -
Busse für Streit um Suezkanal gegen Ägypten -
Pseudoparlament in Ägypten - osmanisches
Nationalitätengesetz - Einweihung des Suezkanals
1869
[Gemäss Pressburgs Buch "Good bye
Mohammed" ist jegliche muslimische Identität
und Besetzung bis 850 reine FANTASIE, ebenso die ersten
drei Kalifen sind reine FANTASIE, weil es den Namen
"Mohammed" erst ab ca. 850 gab. Der Prophet Mohammed ist
also FANTASIE, und somit ist der gesamte Islam eine
FANTASIE - wie auch der Moses der Juden eine FANTASIE
ist (Buch: Keine
Posaunen vor Jericho) und der Jesus der
Christen ebenfalls eine FANTASIE ist (Codes 3,12,13,33
etc. - Link).
Es geht immer um dasselbe: Mit einer erfundenen
Vergangenheit wollen Ansprüche auf Territorien geltend
gemacht werden. All die Kriege zwischen Judentum,
Christentum und Islam sind also Kriege von FANTASIEN,
die absolut nicht notwendig wären, wenn man sich an
Mutter Erde halten würde, Webseite: www.med-etc.com].
Zusammenfassung
Der Weltkrieg zwischen Fantasie-Christen und
Fantasie-Muslimen kommt in der Zeit zwischen 1853 und
1869 voll zum Ausbruch. Während das Osmanische Reich nur
durch europäische Unterstützung gegen Russland am Leben
erhalten werden kann und die europäischen Mächte ihre
Bankhäuser im Vorderen Orient platzieren, plant der neue
Vizekönig Sa ‘id in Ägypten mit seinem französischen
"Freund" Lesseps den Suezkanal. Der Sultan in
Konstantinopel muss das 2.Reformedikt, das von Europäern
diktiert wird, unterschreiben, damit zwischen seinem
Reich und Russland ein Friede zustandekommt, das das
Osmanische Reich am Leben lässt. Der Mob aber reagiert
gegen all die Bevormundung mit Christenmassakern.
Die osmanische Regierung reagiert mit Strafgerichten und
unmittelbarer Machtausübung und weiteren Reformen,
während die europäischen Regierungen und Kirchen aus
ihren Engagements in Palästina "Besitzrechte" ableiten
und sich im Osmanischen Reich eine Reformpresse
etabliert.
Ägyptens Entwicklung ist von einer völligen
Durchmischung gekennzeichnet. Kairo wird zum
Schmelztigel eines neuen multikulturellen Zusammenlebens
und zum Intellektuellentreffpunkt für verfolgte
Fantasie-Muslime. Das Vizekönigreich wird aber nun auch
Opfer des gnadenlosen Kapitalismus. Während des Baus des
Suezkanals blüht nicht nur der Baumwollboom, sondern
auch die Landspekulation. Die englische Dampfschifffahrt
in Mesopotamien kündigt bereits an, was Ägypten auch
noch erwarten sollte, ohne dass es von den
Fortschrittseuphorikern gesehen würde. Napoleon III.
verfügt eine Busse von 3,3 Mio. £ wegen einer
Auseinandersetzung um Kanalbauarbeiter.
Aber auch wegen Ereignisse höherer Gewalt kommt es zu
den ersten ägyptischen Auslandsanleihen, u.a. für die
kostenintensiven Folgeinvestitionen für den Kanal. Die
Europäer steigern sich in eine Kolonisierungs-
propaganda für Palästina, wo auch erste fromme
Fantasie-Juden wohnen, die aber keinesfalls einen Staat
Israel gegen die Araber begründen wollen.
Gesetzesrevisionen sollen die "Europäisierung" in
Damaskus vorantreiben. Dabei gründet Ägypten ein
Parlament, das nur den Interessen des Vizekönigs dienen
darf. Ein Nationalitätengesetz rundet das Bild des in
Verschuldung getriebenen und von Fortschrittsgläubigen
und Traditionalisten zerrissenen Osmanischen Reiches ab.
In Mesopotamien findet ausser Versklavung der Bauern
keine "Europäisierung" statt. Mit der Eröffnung des
Suezkanals 1869 kommt Ägyptens Erwachen, ohne dass die
Fantasie-Muslime ein Rezept gegen die wachsende
Verschuldung hätten. Im Gegenteil: Mit dem Suezkanal
wird der K.O. der wirtschaftlichen Existenz des Vorderen
Orient Wirklichkeit.
Chronologie (Fortsetzung)
1853
England-"Piratenküste"
(heute:Vereinigte Arabische Emirate): Abkommen
"Perpetual Truce"
zur Sicherung von britischem Einfluss. Das Gebiet
wird fortan in Europa als "Trucial Coast" verzeichnet
(S.422).
1853-1856
Konstantinopel: Krimkrieg
gegen Russland:
Das Osmanische Reich kann nur dank militärischer,
finanzieller und politischer Unterstützung durch die
europäischen Militärmächte überleben (S.403).
ab 1853
Konstantinopel: Dreigestirn
der Reformer: Resid Pascha-Fu’ ad Pascha-’Ali Pascha
(S.406)
ab 1854
Konstantinopel: dauernde
finanzielle Belastung wegen Verteidigung des
osmanischen Reichs
(S.406-407), vor allem gegen Russland (S.407).
1854-1877
Konstantinopel: Aufnahme
von 16 Auslandsanleihen
Die Europäer werden mit den natürlichen Ressourcen des
osmanischen Reichs zu den Anleihen verführt (S.407).
1854-1856
Konstantinopel: Aufnahme
von drei Auslandsanleihen wegen Kriegen mit Russland
(S.407)
1854-1863
Ägypten: Vizekönig Sa ‘id -
Fortschrittserklärung - weiter Diskriminierung in der
Armee
Beginn der wirtschaftlichen und kulturellen
"Durchdringung" Ägyptens.
Sa ‘id schafft den Europäern bereitwillig die
Voraussetzungen für die "Penetration" mit dem Ziel,
Ägypten zu "zivilisieren" und zu "europäisieren"
(S.391).
Vizekönig Sa ‘id versucht, die einheimischen
Grossgrundbesitzer und Kaufleute bis zu einem gewissen
Grad an die turko-tscherkessische Machtelite zu koppeln,
um sie besser kontrollieren zu können. Sa ‘id lässt
einen Aufstieg in der Armee für Einheimische bis zum
Offizier zu, weiter aber nicht (S.397).
ab Mitte 1850er Jahre
Vorderer Orient: Einführen
europäischer Neuerungen
Infrastruktur, Wirtschaftsentwicklung,
Bankengründungen und Revolutionierung des Geldwesens
(S.390).
1855 ca.
Ägypten/Suezkanal: Planung
eines neuen Suezkanals unter Vizekönig Sa ‘id
mittels der "engen Freundschaft" mit dem
französischen Planer und Unternehmer Ferdinand de
Lesseps: Gründung einer Suezkanalgesellschaft "Compagnie
Universelle du Canal Maritime de Suez". Geplant ist die
100-prozentige Kapitalisierung in Europa (S.392).
Lesseps kann aber seine Aktien in Europa nicht
verkaufen. Es gelingt ihm mit psychologisch gelenkten"
Betrugsmanövern" und "offizieller französischer
Unterstützung" 44 Prozent der Anteile der Gesellschaft
dem Vizekönig Sa ‘id aufzubürden. Somit sind 3,5 Mio. £
ungedeckt, weil die ägyptische Staatskasse das Geld
nicht hat (S.392).
Lesseps rät Sa ‘id in der Folge zu einer
"Schatzanweisung", einer kurzfristigen staatlichen
Schuldenaufnahme, eine "Dette Flottante" (S.392).
ab 1855
Mesopotamien: Erste
englische Dampfschiffe auf dem Tigris zwischen Basra
und Bagdad
->> "Eingliederung" in den Weltmarkt (S.409).
[Dies ist der Beginn der ökonomischen Untergrabung der
islamischen Welt. Die islamischen Länder aber wollen es
noch nicht merken].
1856
England-Konstantinopel-Palästina:
56 Fantasie-Protestanten in Palästina unter
"englischem Schutz"
Der Sultan muss die wenigen Fantasie-Protestanten in
Palästina als offizielle religiöse Gemeinschaft/Millet
anerkennen. England sichert sich erste kleine
Schutzherrschaften in Palästina (S.410).
ab 1856
Europa-Palästina: Wettlauf um "Schutzrechte"
Steigerung des Wettlaufs um "Schutzrechte" der
verschiedenen christlichen Kirchen in Palästina zwischen
Frankreich, Russland, England und Preussen (S.411).
Vorderer Orient:
Entwicklung des Handels und der Landwirtschaft - keine
eigene "Industrielle Revolution"
-- schnelles Anwachsen des britischen Handels
-- Anschnellen der osmanischen Agrarexporte nach England
->> Ausdehnung der landwirtschaftlichen Nutzfläche
und europäische Penetration der türkischen
Landwirtschaft
->> Zurückdrängen von Nomaden (S.408).
-- plus: wachsende ökonomische Abhängigkeit und
Aussenbestimmung der osmanischen Landwirtschaft
-- plus: eine eigene industrielle Entwicklung wird bei
der osmanischen Verwaltung "diskutiert", wird aber wegen
der dauernden militärischen Probleme aufgrund der
finanziell prekären Lage nicht realisiert (Die Kriege
gegen Russland und auf dem Balkan verhindern eine
osmanische Industrialisierung) (S.408).
18.2.1856
Konstantinopel:
2.Reformedikt/hatt-i hümayun: Gleichberechtigung und
Infrastruktur - Reformertrio Resid Pascha, Fu’ ad
Pascha und ‘Ali Pascha
Das Reformedikt ist Voraussetzung für den
Friedensvertrag zwischen dem Osmanischen Reich und
Russland, der in Paris aufgesetzt wird. Ohne Reformedikt
würde das Osmanische Reich vor Russland in die Knie
gehen, weil die europäischen Mächte den Schutz
verweigern würden. Das Edikt (S.404)
-- betont v.a. die Gleichheit aller Menschen vor dem
Gesetz (S.384)
ausserdem Ankündigungen:
-- Bankengründungen, um das Kapital für Investitionen zu
konzentrieren
-- Strassen- und Kanalbau zur Verwendung von Produkten
(nicht erwähnt: und auch für schnelle militärische
Bewegungen)
-- Landwirtschaftsentwicklung (S.390)
-- kommt unter starkem Druck der Botschafter Englands,
Frankreichs und Österreichs zustande:
-- detaillierte Aussagen über die Position der
Nicht-Muslime im Osmanischen Reich
-- Fortschreibung der Absichtserklärung von 1839 über
Steuer-, verwaltungs- und Militärreformen
-- Ankündigung der Erlaubnis des Immobilienerwerbs für
Europäer im Osmanischen Reich
-- Umsetzen europäischen Wissens und Kapital für die
Entwicklung des Landes (S.404).
In der Folge sind die ökonomischen Aktivitäten der
Europäer im gesamten Osmanischen Reich erheblich
erleichtert
und die osmanischen "Reformer" stehen voll hinter dem
Reformedikt, v.a. die drei "Reformer" Resid Pascha, Fu’
ad Pascha und ‘Ali Pascha (S.404).
30.3.1856
Konstantinopel-Russland:
Friede in Paris
-- ist für das Osmanische Reich "wohlwollend"
formuliert
-- das Reformedikt vom 18.2. 1856 ist erwähnt und es
wird ihm ein "hoher Wert" zugeschrieben
-- Konstantinopel soll ab jetzt am europäischen
Gleichgewicht beteiligt sein: "la Sublime Porte admise à
participer aux avantages du droit public et du concert
européens" (S.404).
->> das Osmanische Reich ist in die "europäische
Völkerrechtsgemeinschaft" aufgenommen, was nur
"zivilisierten" Staaten vorbehalten ist
->> obwohl noch gar keine Reformen im Osmanischen
Reich vollzogen sind! (S.404)
1856
Nablus: Christenmassaker
und Pogrom gegen die Gleichberechtigung und
europäische Durchdringung
(S.412)
1856-1876
Konstantinopel: Aufnahme
von 12 Anleihen zur Schliessung von "Büdgetlücken" -
Rechtsreformen
auch zur Finanzierung von Militäraktionen in den
arabischen Provinzen und auf dem Balkan.
Die osmanische Staatskasse ist praktisch immer leer
wegen der Militärausgaben.
Die natürlichen Ressourcen, die vor den europäischen
Gläubigern immer wieder angepriesen werden, werden nie
erschlossen und kommen nie als Gegenleistung zur Geltung
(S.407).
Nur in der Gesetzgebung können die Reformer in
Konstantinopel die Anpassung an moderne Gesetzesnormen
vollziehen. In tiefgehenden Rechts- und
Verwaltungsreformen kommt es zur Anpassung im
-- Bodenrecht
-- Strafrecht
-- Handels- und Steuerrecht nach französischem Vorbild
-- Provinzverwaltungsrecht nach französischem Vorbild
-- Zivilrecht (S.404).
ab 1856
Konstantinopel: Entmachtung
der Lokalherren - Entwicklung der Gewaltenteilung -
Schulreformen - fehlende infrastrukturelle Entwicklung
im Osmanischen Reich
Konstantinopel muss Feldzüge mit der osmanischen
Armee durchführen, um in den Provinzen definitiv die
Macht der ländlichen Lokalherren zu brechen (S.404-405).
Ausserdem:
-- Etablieren einer hierarchischen und zentralistischen
Verwaltung zur "effektiveren Nutzung der fiskalischen
und militärischen Ressourcen"
-- schrittweise Trennung der Regierungsgewalt in
Exekutive, Legislative und Judikative
-- Gründung eines gegliederten, säkularisierten
Schulsystems
-- dabei fehlt es an einer durchgreifenden Politik zur
infrastrukturellen und wirtschaftlichen Entwicklung der
Provinzen (S.405).
Insgesamt kommt es zu einem Dualismus in der osmanischen
Gesellschaft, v.a. im Rechts- und Schulwesen zwischen
Fortschrittlichen und Traditionalisten (S.405).
1858
Konstantinopel: Neues Landgesetz zur Vermessung und
Schätzung des Bodens: "mise en valeur"
um kommunitäre Besitz- und Bewirtschaftungsformen
"aufzubrechen" und eine individuelle fiskalische
Besteuerung und regionale Verantwortlichkeit
festzulegen. Die Schätzung ist die Voraussetzung zum
Handel mit Land (S.405):
-- Legalisierung des Privaterwerbs von Boden
-- Erlauben des privatwirtschaftlichen Managements auf
landwirtschaftlichen Gütern (S.395).
Konstantinopel: Tod des
Reformers Resid Pascha
(S.406)
Hedschas/Dschidda:
Christenmassaker und Pogrom
gegen die Gleichberechtigung und europäische
Durchdringung (S.412, 414).
Russland-Palästina:
Installierung eines russischen Bischof, Konsul und
Patriarch in Jerusalem, um "Position zu beziehen"
Einzug eines russischen Bischofs und Konsuls in
Jerusalem. Noch im selben Jahr verlegt er orthodoxe
russische Patriarch von Konstantinopel seinen Sitz nach
Jerusalem, um den orthodox-arabischen Fantasie-Christen
Unterstützung zu geben und sie vor weiteren Missionen
zum Katholizismus und zum Fantasie-Protestantismus zu
"schützen" (S.411).
ab Ende 1850er Jahre bis Anfang 1860er Jahre
Palästina: Osmanische
Feldzüge in Palästina zur lückenlosen Unterwerfung
der Lokalherren in Untergaliläa und im zentralen
palästinensischen Bergland (S.409).
1859
Ägypten/Suezkanal:
Baubeginn am Suezkanal
der von ägyptischen Arbeitern gegraben wird (S.392).
1860
Libanon: Mehrere Massaker
der Drusen an Maroniten
Bürgerkrieg zwischen Maroniten, die unter französischem
"Schutz" stehen, und Drusen. Aufbäumen der Drusen gegen
die maronitische Expansion nach Süden und die zunehmende
Bevölkerung der Maroniten. Mehrere Massaker und Pogrome
gegen Maroniten (S.412).
Die osmanischen Verwaltungs- und Militärbehörden
schreiten nicht ein. Gemäss verschiedenen Angaben kommt
es zu 15.000 Ermordeten und fast 100.000 vertriebenen
Fantasie-Christen. Das System der Qa’ immaqamate bricht
zusammen. Die Massaker sind auch eine Rache für die
gesamten osmanischen Reformen der "Gleichberechtigung
der Nicht-Muslime" (S.412).
Juli 1860
Damaskus: Christenmassaker
1 Woche lang Christenmassaker und Pogrome gegen die
Gleichberechtigung und europäische
Durchdringung unmittelbar nach dem Pogrom in Libanon mit
100en ermordeter Fantasie-Christen (S.414).
Es ist der Höhepunkt der bewaffneten durch die
europäische "Schutzpolitik" provozierten
Auseinandersetzungen zwischen Fantasie-Muslimen,
Fantasie-Christen und Fantasie-Juden (S.381). Es kommt
zu Überfällen, Mord und Brandschatzung durch den
muslimischen aufgehetzten Mob wegen dauernder Schwächung
traditioneller machtausübender Familien durch die
europäische Penetration. Frankreich reagiert mit einem
Expeditionskorps, das in Beirut eintrifft und Damaskus
besetzen soll (S.414).
Aug 1860
Konstantinopel-Damaskus:
Osmanisches Strafgericht gegen die Anführer der
Christenpogrome
-- der geplante französische Feldzug von Beirut nach
Damaskus ist nicht mehr notwendig
-- Konstantinopel benutzt die Gelegenheit, in Damaskus
eine direkte osmanische Kontrolle einzusetzen, um die
Fortschrittspolitik zu forcieren (S.414).
Der osmanische Aussenminister Fu’ ad Pascha lässt in
Damaskus ca. 170 Personen als Rädelsführer hinrichten
und führende Notabeln exilieren (S.415)
plus: Zwangsverpflichtungen syrischer Männer in die
osmanische Armee
plus: Verhängung einer Kollektivstrafe gegen die
muslimische Bevölkerung von Damaskus von 20 Mio.
Piastern (S.415).
ab 1860
Damaskus: Äusserliche
Beruhigung der Lage durch Aufschwung - Rekrutierungen
-- Frustration in der syrischen Bevölkerung und
"Beruhigung" der Lage zwischen Fantasie-Christen und
Fantasie-Muslimen durch ökonomischen Aufschwung.
-- die Propaganda gegen die Fantasie-Christen flaut ab
-- Zulassen einer verstärkten europäischen Penetration
(S.414)
-- Effektivierung der Steuererhebung und Rekrutierung
für die osmanische Armee (S.416).
1860-1900
Syrien: "Auf und Ab der
wirtschaftlichen Entwicklung"
-- v.a. Getreideexport, begehrt: der harte
Hauran-Weizen (heutiges Süd-Syrien/Nord-Jordanien)
-- billige englische Textilimporte bedrängen die
einheimische Textilproduktion (S.408).
ab 1860 ca.
Konstantinopel: Dualismus
im Recht und Schulwesen des Osmanischen Reiches
-- neues Recht und neue Gerichtshöfe stehen neben
der Scharia
-- neues staatliches Schulwesen steht neben den Medresen
(S.405).
Entwicklung des
Grossgrundbesitzes
-- Entwicklung einer Grossgrundbesitzerschicht durch
das Zulassen des Handels mit Land
-- vor allem die sozio-politischen und ökonomisch
dominierenden Gruppen verstehen es, sich neue
Besitztitel zu verschaffen (S.405).
ab 1860
Libanon: Seidenproduktion
für Frankreich
Produktion und Export von Rohseide wird die
dominierende wirtschaftliche Tätigkeit, die zum grössten
Teil mit französischen Investitionen zustande kommt. Der
Export steigert sich stetig, v.a. nach Frankreich in die
Seidenindustrie von Lyon (S.408).
Palästina: Produktion und
Export - Grossgrundbesitz - kaum Investitionen
-- Export von Getreide, Sesam, Olivenöl, Seife,
Orangen. Export über den Haupthafen Jaffa
-- auch in Palästina kommt es zur Bildung eines
Grossgrundbesitzertums durch freien Landhandel
-- direkte Investitionen in die Infrastruktur werden
kaum getätigt, so dass ein Ausbau des Hafens von Jaffa
nicht möglich ist (S.408).
ab 1860er Jahre
Konstantinopel:
Reformgedanken der "Jungosmanen" / Yeni Osmanlilar am
Sultanhof
mit der Forderung, dass die Reformen auch das
politische System erfassen müssten und die Funktion des
Sultans überdacht werden müsse, denn
-- Europas Fortschritte sind nicht nur die technischen
und wissenschaftlichen Errungenschaften
-- Europas Fortschritt ist auch auf den
konstitutionellen und repräsentativen Regierungsformen
begründet (S.406).
ab 1860 ca.
Europa-Palästina: Stimmung in Europa: "Besitzrechte"
(!) - Konstantinopels Gegenstrategie
Aus den vielfältigen "religiös-kulturellen
Tätigkeiten" leiten die europäischen Mächte eine Art
"Besitzrecht" auf Palästina ab. Das Land wird aber nie
europäisch besetzt, weil es als "gemeinsames
europäisches Erbe" betrachtet wird.
Gleichzeitig versucht Konstantinopel, Palästina fester
an sich zu binden, um gegen die europäischen Einflüsse,
die aufsplitternd wirken, vorzugehen (S.412).
Ägypten: Der
"Europäisierungsprozess" gerät ausser Kontrolle:
Entwicklung der Küstenstädte, Bourgeoisie - Dualismus
mit Rassismus zwischen "Europäisierten" und
"Zurückgebliebenen"
-- einheimische Händler und Handwerkerfamilien sind
zu schwach gegen die europäischen Taktiken
-- die Baumwollproduktion wird forciert (S.391).
Es bildet sich eine breite und einflussreichen Handels-
und Finanzbourgeoisie, vor allem am Meer in Hafenstädten
ansässig, bestehend vor allem aus Europäern, Levantinern
und Angehörigen lokaler Minderheiten, zum Teil Protegés
europäischer Staaten. In der Folge wird Alexandria
Rivalin Kairos und die einheimischen ägyptischen
Kaufleute in Kairo verlieren an Einfluss (S.398).
plus: Anwachsen der Grossbesitzerschicht, die nun aus
drei Schichten besteht:
-- aus der herrschenden Dynastie
-- aus Angehörigen der turko-tscherkessischen Machtelite
-- aus Angehörigen mächtiger einheimischer ägyptischer
Familien (S.398).
Ein Teil der Machtelite betrachtet sich als
europäisiert, haben eventuell eine Ausbildung oder
zumindest einen Aufenthalt im "modernen" Europa gemacht,
aber
-- reflektieren die europäischen Zustände nicht auf die
ägyptischen Verhältnisse
-- streben blind den europäischen "Errungenschaften"
nach
-- schaffen in Handel, Produktion, Infrastruktur,
Rechtsordnung und im politisch-administrativen Bereich
Institutionen, die dem Grundziel der "Europäisierung"
eher gegen das eigene Volk dienen (S.398).
Ägypten: Beginnender
Baumwollboom - Bodenpreise steigen -
Grossgrundbesitzertum und Bauernverarmung
Der Wert des Bodens schnellt infolge des
Baumwollbooms in die Höhe durch allseits mögliche
Spekulation: "land grabbing" (S.396).
Ägypten stellt fast die ganze Landwirtschaft auf
Baumwolle um. Entstehen von Baumwollmonokulturen.
Gleichzeitig kommen Scharen von Europäern nach Ägypten
und hoffen auf schnelles Geld mit der Möglichkeit der
Kapitalinvestition zur Kapitalakkumulation (S.391).
Auswirkungen:
-- Ägypten wird für Europäer zu einem neuen "Eldorado"
(S.393)
-- Ismail und seine Familie besitzen allein ein Fünftel
des gesamten bebauten Bodens in Ägypten als
Privateigentum
-- die Grossgrundbesitzer zahlen kaum Grundsteuern oder
entrichten gar keine
-- die Steuerlast auf die Bauern wird immer drückender
(S.396).
->> ein grosser Teil der ländlichen Bevölkerung
wird landlos und rechtlos (S.396).
Ägypten/Suezkanal:
Spekulationen durch den Bau des Suezkanals
Die dünne besitzende Schicht hofft vor allem auf
Spekulationsgewinne
-- durch den Bau des Suezkanals
-- durch Infrastrukturprojekte
-- Investitionen in die Staatsschuld
-- Finanzierung des Aussenhandels durch Export von
Baumwolle und Import von Maschinen, Investitionsgüter
und Textilien
-- direkte Investitionen im Agrarsektor (S.392).
ab Beginn 1860er Jahre
Vorderer Orient: Gründung
eines neuen Pressewesens: Reformpresse
durch die Absolventen der christlichen Schulen in
Libanon und Syrien (S.388)
-- vor allem in Beirut, Kairo und Konstantinopel
-- fordern den Wandel
-- grundlegende Reformen
-- eine Regeneration des Orients durch "Europäisierung"
und Patriotismus
-- Abschaffung der Scharia, Gleichstellung von
Fantasie-Muslimen und Nicht-Muslimen
-- als Basis der muslimischen Identität soll die
säkularisierte arabische Kultur dienen und nicht mehr
die veraltete Scharia (S.389).
In der Folge entstehen im ganzen Vorderen Orient
dualistische Strukturen, grosse Gruppen, wo die Scharia
keine Rolle mehr spielt, und traditionelle Gebiete, die
am Scharia-Recht festhalten (S.389).
1861
Konstantinopel-Libanon: Der
Libanon wird prosperierende "christliche Insel"
Konstantinopel richtet in Libanon nach und nach eine
direkte Verwaltung ein aufgrund der europäischen
Interessen (S.412) im Libanongebirge (S.377). Das
Kollektivprotektorat der europäischen Grossmächte und
das "wachsame" Frankreich gibt dem Libanon bis 1914 die
"ruhigste Phase seiner neueren Geschichte". Die
Staatsstruktur:
-- Festhalten am Prinzip des administrativen
Konfessionalismus
-- unmittelbare Unterstellung des Libanongebirges als
reichsunmittelbarer, autonomer Bezirk des Osmanischen
Reiches: Gabal Lubnan/Mont Liban
-- die Küstenstädte Tripolis, Beirut und Sidon bleiben
von mächtigen Notabelfamilien beherrscht
-- der osmanische Gouverneur für den Libanon wird von
Konstantinopel und den europäischen Mächten gemeinsam
eingesetzt: muss ein katholischer Christ sein, darf aber
nicht aus dem Libanon selber kommen
-- der Gouverneur des Libanon bekommt einen
"Verwaltungsrat" mit der Vertretung aller religiöser
Gemeinschaften zur Seite gestellt: 4 Maroniten, 3
Drusen, 2 Griechisch-Orthodoxe, 1 Griechisch-Kathole, 1
Sunnit, 1 Schiit: 7 Fantasie-Christen stehen 5
Nicht-Christen gegenüber (S.414)
-- die Maroniten dominieren, und der Libanon entwickelt
sich zu einer "stabilen und prosperierenden christlichen
Insel im muslimischen Meer" (S.414).
1861
Mesopotamien: Gründung der
englischen "Euphrates and Tigris Steam Navigation
Company"
(S.409)
1862
Ägypten/Suezkanal: Die
Ägypter graben sich ihr eigenes Grab - fehlende
Baumwollarbeiter
Es graben "Monat für Monat" 25.000 ägyptische
Arbeitskräfte am Suezkanal. Gleichzeitig fehlen Ismail
die Arbeiter auf den Baumwollfeldern. Er will der
Suezkanalgesellschaft die Landkonzession annullieren. Im
Streit zwischen Vizekönig Ismail und der
Kanalgesellschaft wird Napoleon III. als Schlichter an
(S.392).
[Die ägyptische Elite will nicht merken, dass die
islamische Welt allen Zwischenhandel verlieren wird,
wenn der Suezkanal erst einmal gebaut ist. Die
Technikeuphorie scheint ungebremst].
1862-1873
Ägypten: langfristige
Staatsanleihen und Staatsverschuldung
-- Aufnahme von 5 Staatsanleihen zur Deckung der
"Dette Flottante"
-- Aufnahme von 3 Staatsanleihen für produktive
Investitionszwecke (S.393).
1863-1879
Ägypten: Tod von Vizekönig
Sa ‘id - Nachfolger: Vizekönig Ismail -
Fortschrittserklärung
(S.390-391); Erklärung gegenüber den europäischen
Konsuln:
-- die ökonomische Basis des Fortschritts wird die
Agrarproduktion sein
-- alle Ressourcen des Landes werden an der
Modernisierung der Landwirtschaft arbeiten müssen
-- er werden einen Freihandel etablieren, der allen
Klassen des Landes Wohlstand bringen werde
->> die wirtschaftliche und kulturelle
"Durchdringung" Ägyptens wird fortgeführt (S.391).
Ägypten: Ismails politische Linie:
-- de-fact-Unabhängigkeit von Konstantinopel
-- Ägypten soll ein politischer Machtfaktor im östlichen
Mittelmeerraum und ein wichtiger Partner Europas werden
-- Ägypten soll den europäischen Ländern ebenbürtig
werden mittels "Öffnung" (S.398).
1863-1865
"USA": amerikanischer
Bürgerkrieg um die Sklaverei der Südstaaten - Ausfall
der Baumwolllieferung
Die Baumwolllieferungen der Südstaaten an England fallen
aus, und Ägypten wird als Lieferant gefördert. "King
Cotton" fängt an, die ägyptische Landwirtschaft vollends
zu beherrschen (S.391).
1864
Konstantinopel: Neuordnung der Provinzverwaltungen
auf der Basis des vilayet-Gesetzes/Provinzgesetzes nach
französischem Vorbild (S.404).
Syrien: Vereinigung der
Provinzen Damaskus, Tripolis und Sidon zur
"Grossprovinz Syrien"
(S.377)
Ägypten/Suezkanal:
Schiedsspruch von Napoleon III.: Schuldspruch gegen
Vizekönig Ismail
Napoleon III. verfügt über Vizekönig Ismail eine Zahlung
von 3,3 Mio.£ "Entschädigung" an die Kanalgesellschaft
(S.392), obwohl bald Baumaschinen die Grabungsarbeiten
übernehmen sollen (S.392).
1864-1865
Konstantinopel-Palästina:
Jaffa und Jerusalem werden ans osmanische
Telegraphennetz angeschlossen
um die christlichen "Schutzherrschaften" nicht zu
mächtig werden zu lassen (S.412).
1864-1866
Ägypten: Aufnahme von 3
Staatsanleihen für "Katastrophen" und
"unvorhergesehenen Geldbedarf"
-- Erneuerung des Viehbestandes nach verheerenden
Seuchen
-- Geldbeschaffung für den Schiedsspruch Napoleons
-- Hilfe für verschuldete ländliche Grundbesitzer nach
dem plötzlichen Ende des Baumwollbooms
-- Aufbringen von Bestechungsgeldern für Konstantinopel,
um die Autonomie Ägyptens innerhalb des osmanischen
Reichs zu halten (S.393).
ab 1864
Konstantinopel/Palästina:
Provinzverwaltungsgesetz - direkte osmanische
Verwaltung - wirtschaftliche Entwicklung
Einführen einer direkten osmanischen Verwaltung in
Palästina mit zwangsweiser Eingliederung der Lokalherren
(S.409).
Zusätzlich:
-- Ausdehnung der landwirtschaftlichen Produktion in die
Ebenen Palästinas
-- die ehemaligen Lokalherren werden Grossgrundbesitzer
und Steuerpächter und können ökonomische Positionen
erringen (S.409)
-- die einheimischen mächtigen Notabelnfamilien
Jerusalems und die neue Handels- und Finanzbourgeoisie
konkurrieren mit den Lokalherren um die Macht
-- bekanntester Grossgrundbesitzer ist Niqula Sursuq aus
Beirut
-- gleichzeitig kommt es zu einem massiven
Bevölkerungswachstum von um 1860 350.000 auf um 1880
470.000 Einwohner (S.410).
1865
"USA": Ende des
Bürgerkriegs und Wiederaufnahme der Baumwollieferungen
->> abruptes Ende des Baumwollbooms in Ägypten
(S.393).
1865 ca.-1869 ca.
Osmanischer Balkan:
Gouverneur Midhat Pascha
etabliert auf dem Balkan eine "Musterverwaltung" im
Geist des europäischen Fortschritts (S.415).
ab 1865
Osmanisches
Reich: Investitionsanreize für ausländisches Kapital
- Verarmung
Mit dem ausländischen Kapital werden nur
Aktionen im ausländischen Interesse getätigt, kaum für
die Bevölkerung (S.408).
Ägypten: Investitionen aus
Europa zu "ruinösen Bedingungen" - die Investitionen
(S.402); das Geld wird nicht verschwendet, wie von
der Geschichtsschreibung oft behauptet wird, sondern die
Investitionen sind sehr kostenintensiv, vor allem die
Folgeinvestitionen für den Suezkanal:
-- Bewässerungskanäle
-- Brücken, Leuchttürme
-- Docks von Suez
-- Eisenbahnen
-- Telegraphen
-- Hafen und Wasserversorgung von Alexandria
-- Zuckerfabriken (S.403)
plus: Beteuerung der Bauern mit Verarmung als Folge
(S.403).
[Die ägyptische Elite investiert somit in ihr eigenes
Grab und in den Untergang der ganzen muslimischen Welt].
ab 1865
Ägypten: Entwicklung eines
gemischten Kulturlebens - Kairo als Gegenpol zu
Konstantinopel
Es kommt zu einem blühenden Kulturleben "alla
Franca" in Kairo und Alexandrien und auch zu einer
arabisch-islamischen kulturellen Renaissance auf den
Grundlagen noch von [Fantasie]-Muhammad ‘Ali:
-- Expansion des Bildungswesens
-- Presseentwicklung
--die gemischte Kulturentwicklung zieht Intellektuelle
aus dem ganzen Orient an, darunter viele Libanesen und
Syrer, die der osmanischen Zensur entfliehen (S.403).
ab Mitte der 1860er Jahre
Europa-Palästina:
europäische Kolonisierungspropaganda - erste jüdische
Einwohner
Viele Seiten in Europa propagieren die Kolonisierung
Palästinas. Es entstehen viele Projekte und Versuche,
die meist misslingen. Nur die Projekte der schwäbischen
Templer und die jüdische Kolonisation haben Erfolg.
Projekt der Schwäbischen Templer:
-- ist eine pietistische Glaubensgruppe aus Württemberg
-- hat die "Sammlung des Volkes [eines Fantasie]-Gottes"
in Jerusalem zum Ziel, wobei die Templergruppe das "Volk
[eines Fantasie]-Gottes" sei (S.411)
-- Verkündung des Rechts der Templer auf den Besitz des
"heiligen Landes" (S.412).
Um 1865 leben in Palästina ca. 24.000 Fantasie-Juden,
v.a. in den vier jüdischen "heiligen Stätten" Jerusalem,
Hebron, Bafad und Tiberias (S.430).
1865/1866
Ägypten: Aufnahme einer
produktiven Staatsanleihe u.a. zur
Landwirtschaftsentwicklung auf den königlichen Gütern
(S.393)
1866-1871
Syrien/Damaskus: Gouverneur
Rasid Pascha. Damaskus wird zu einem Subzentrum
osmanischer Fortschrittspolitik
-- Einrichtung der Provinzverwaltungsräte und
Stadträte
-- Infrastruktur: Strassen, Telegraph, Eisenbahn
-- Aufbau eines staatlichen Schulsystems
-- Ausweitung der landwirtschaftlichen Produktion (bei
Sklavenlöhnen?)
-- Zurückdrängen der Beduinen durch Siedlungsausweitung
(S.415).
1866
Ägypten: Aufnahme einer
produktiven Staatsanleihe u.a. zum Ausbau des
Eisenbahnnetzes
(S.393)
ab 1866
Ägypten: Einführen einer
"beratenden Delegiertenkammer" - das Pseudoparlament
Vizekönig Ismail versucht, die einheimischen
mächtigen Familien durch Einführen einer "Beratenden
Delegiertenkammer" aus einheimischen Provinznotabeln und
Kaufleuten enger an die turko-tscherkessischen
Machteliten zu koppeln. Diese Kammer darf aber nur so
weit aktiv sein, wie es Ismail nützt und ist deswegen
eher Kosmetik, um gegenüber Europa gut dazustehen und
sich vom altmodischen Sultan in Konstantinopel
abzukoppeln (S.397).
Das "Parlament" soll der "Europäisierung" dienen und dem
Volk ein demokratisches Vorbild sein, ist aber keine
unabhängige, sondern nur eine "beratende" Institution.
Es wählt den "Ministerpräsidenten" unter den loyalen
Gefolgsleuten Ismails, der sogar seine Ministerämter
behalten darf, die er vorher ausgeübt hat (S.398.
1867
Konstantinopel-Kairo: Der Sultan verleiht Vizekönig
Ismail von Ägypten den Titel Khediv
(S.393)
Ägypten: Aufnahme einer
produktiven Staatsanleihe u.a. zum Aufkauf von Gütern
eines exilierten Prinzen
(S.393)
Mesopotamien: Gründung der
osmanischen "Oman-Ottoman-Line"
(S.409)
bis 1868
Ägypten:
Auslandverschuldung ist "nicht besorgniserregend" -
sorgloses Europa
Frankreichs und Englands Spekulanten aber erkennen
nicht, dass die "Europäisierung" in der weiter laufenden
Art und Weise Ägypten in den Ruin treibt (S.393).
1868
Ägypten: Höchste
Staatsanleihe - Staatsanleihenverbot aus
Konstantinopel
Staatsanleihe von 11,88 Mio. £, realisiert werden
aber nur 60,5 Prozent: 7,19 Mio. £. Ziel der Anleihe ist
die Unifizierung und Konvertierung aller bisherigen
Anleihen und Schatzanweisungen. In der Folge verbietet
der Sultan Ägypten weitere Anleihen (S.393).
1868-1873
Deutschland-Palästina:
Templer-Siedlungen in Palästina
Die Schwäbischen Templer gründen als schwäbisches
"[Fantasie]-Gottesvolk" vier Siedlungen in Palästina,
nur wenig Nachzug (S.412).
1868-1912
Japan: Meiji-Ära: Versuch
der Selbstbehauptung gegenüber Europas
Dampfschiffinvasion
(S.367)
1869
Konstantinopel: Tod des
Reformers Fu’ ad Pascha
(S.406)
Konstantinopel:
Nationalitätengesetz
Erlass über ein Gesetz zur osmanischen Nationalität im
Zuge des Beginns des "Osmanismus"-Propaganda, um das
Reich "zusammenzuhalten" (S.421).
1869-1872
Mesopotamien: Antritt von
Gouverneur Midhat Pascha, mit dem Auftrag aus
Konstantinopel, Mesopotamien zu "modernisieren"
Es ist aber nur eine "bescheidene" Realisierung
möglich:
-- Demontage weiterer lokalherrschaftlicher Strukturen
u.a. der kurdischen Herrschaften im Norden und im Süden
in den "heiligen Schiitenstätten" Kerbela und Nadschaf,
die in die fortschrittlichen Verwaltungsstrukturen
"integriert" werden
-- Fortschritte in der "Sesshaftmachung" von Beduinen
(S.415).
1869
Ägypten/Suezkanal:
Einweihung - Schuldenberg Ägyptens: 21,5 Mio. £
Der Schuldenberg Ägyptens beträgt mitlerweile 21,5
Mio. englische Pfund (S.392).
[Das Grab Suezkanal hat auch noch Schulden
hinterlassen].
Suezkanal
vernichtet Zwischenhandel und Karawanenhandel -
osmanische Herrschaftsausdehnung in Mesopotamien
erfolglos - Missionsschulen in Libanon - osmanische
Balkanreformen - Ägyptens Profiteure der
"Europäisierung", Armut in Ägypten und Syrien -
osmanisches Provinzgesetz - Balkannationalismus nach
deutschem Sieg - osmanische Besetzung von Qatar und
Jemen - "Dette Flottante" in Ägypten 1873 -
osmanischer Staatsbankrott - ägyptischer
Staatsbankrott - russisch-türkischer Krieg
[Gemäss Pressburgs Buch "Good bye
Mohammed" ist jegliche muslimische Identität
und Besetzung bis 850 reine FANTASIE, ebenso die ersten
drei Kalifen sind reine FANTASIE, weil es den Namen
"Mohammed" erst ab ca. 850 gab. Der Prophet Mohammed ist
also FANTASIE, und somit ist der gesamte Islam eine
FANTASIE - wie auch der Moses der Fantasie-Juden eine
FANTASIE ist (Buch: Keine
Posaunen vor Jericho) und der Jesus der
Christen ebenfalls eine FANTASIE ist (Codes 3,12,13,33
etc. - Link).
Es geht immer um dasselbe: Mit einer erfundenen
Vergangenheit wollen Ansprüche auf Territorien geltend
gemacht werden. All die Kriege zwischen Judentum,
Christentum und Islam sind also Kriege von FANTASIEN,
die absolut nicht notwendig wären, wenn man sich an
Mutter Erde halten würde, Webseite: www.med-etc.com].
Zusammenfassung
Die Eröffnung des Suezkanals in der blinden
"Europaeuphorie" der ägyptischen Oberschichten ruft den
wirtschaftlichen Niedergang des ganzen Vorderen Orients
hervor. Englische Schiffe ersetzen den muslimischen
Zwischenhandel und die beduinischen Wüstenkarawanen.
Ägyptische Oberschichten profitieren und schwelgen im
Luxus, und deswegen wird gegen die "Europäisierung" auch
weiter nichts unternommen. Osmanische
Herrschaftsversuche in Mesopotamien bleiben erfolglos.
In Ägypten kann die Landwirtschaft ausgeweitet werden,
während in Libanon "christliche" Organisationen
missionarische Schulen einrichten. Die osmanische
Regierung in Konstantinopel versucht währenddessen, die
Herrschaft mit Reformen aufrechtzuerhalten: auf dem
Balkan, mit einem Provinzgesetz nach französischem
Vorbild, und mit einem Bürgerlichen Gesetzbuch
"Megelle", dessen Basis aber nach wie vor die alte
Scharia bildet. Nach dem Tod des letzten Reformers
kommen aber gleich Kräfte gegen die eigenen Reformen
auf. Währenddessen schlittern Ägypten, das 1873 eine
"Dette Flottante" aufgehalst bekommt, und das Osmanische
Reich 1875/1876 gemeinsam weiter in den Staatsbankrott.
Russland kann dem Osmanischen Reich jedoch nichts
anhaben, da es von europäischen Mächten "am Leben"
erhalten wird. Das Osmanische Reich wird zum "Fass ohne
Boden", soll aber als Prellbock zum Schutz der
englischen "Interessen" in Ägypten "gehalten" werden. In
Ägypten vermeiden die europäischen Mächte durch die
Gründung einer "Caisse de la Dette Publique" und einer
europäische Zwangsverwaltung eine Bankrotterklärung. Mit
einer Verfassung und einem ersten Parlament macht das
Osmanische Reich zum ersten Mal das demokratisch-
parlamentarische Experiment.
Chronologie (Fortsetzung)
1869
Ägypten: Versuch der
Machtbeteiligung der Notabeln
Vizekönig Ismail besetzt fast alle
Provinzgouverneursposten mit Provinznotabeln, um ein
besseres Verhältnis zu ihnen herzustellen und sie besser
kontrollieren zu können. Die turko-tscherkessischen
Eliten sind verdrängt, lassen sich das aber nicht
gefallen (S.397).
ab 1869
Suezkanal: Direkte
Schiffsverbindung zwischen Europa und Basra/Bagdad mit
Direkthandel zwischen England und Basra durch den
Suezkanal - die schweren Folgen
-- England ersetzt in Mesopotamien Indien als
wichtigsten Handelspartner und kassiert selbst die
Margen. Mesopotamien exportiert v.a. Datteln, Wolle und
Getreide
-- Verbesserung des Bewässerungssystems und Erweiterung
der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Es kommt zu einem
Boom im Export (S.409) [aufgrund sklavenähnlichen
Anstellungsverhältnissen in der Landwirtschaft?]
-- die Eröffnung des Suezkanals hat den Niedergang des
Zwischenhandels in Syrien und Libanon zur Folge
-- England und Ägypten haben mit dem Bau des Kanals
gemeinsam die Existenz des ganzen Vorderen Orients
zerstört und verdammen die ganze Region zur peripheren
handelspolitischen
Existenz
-- die Handelskarawanen und deren Handel verfällt
ebenfalls, da sie durch englische Handelsschiffe
zwischen Libanon und Basra ersetzt werden
-- jahrhundertealte, wenn nicht jahrtausendealte
gesellschaftliche Strukturen des Vorderen Orient werden
vernichtet (S.470).
[-- der Suezkanal hat später auch den Import billiger
japanischer Ware in Nahost zur Folge!]
1870
Süd-Mesopotamien: weitere
Reformen - Konstantinopel plant die Macht bis zum Golf
-- erster Versuch von Rekrutierungen für die
osmanische Armee
-- Vorbereitungen zur Ausdehnung der osmanischen
Herrschaft im Nadschd und an der Küste des Persischen
Golfes gegen die Wahhabiten und gegen England (S.415).
Der Anspruch auf die Gebiete des Nadschd und an den
Küsten des Persischen Golfs bleiben aber nur nomineller
Natur (S.416).
Ägypten: Vervierfachung der
Anbaufläche und des Baumwollexports gegenüber 1850
(S.391)
1870?
Beirut: Gründung einer
protestantischen missionarischen Schule "Syrian
[Fantasy] Protestant College"
(S.426)
1870/1871
Deutsch-französischer
Krieg: Der Finanzmarkt Frankreichs fällt für Ägypten
und für Vizekönig Ismail als Privatmann aus
-- es sind keine weiteren Staatsanleihen oder
Kredite für Ägypten möglich
-- Ismail versucht, eine Staatsanleihe in Ägypten selbst
zu lancieren, jedoch ohne grossen Erfolg (S.393).
1870-1876
Konstantinopel:
Ausarbeitung eines neuen "Bürgerlichen Gesetzbuchs":
"Megelle"
das aber weiter die Scharia als Grundlage haben soll
(S.404).
1870er Jahre
Konstantinopel:
bekanntester Reformer: Midhat Pascha
profiliert sich v.a. in der Donauprovinz, in Bagdad,
Damaskus und Konstantinopel: mit "tanzimat"-Politik/
"Reformpolitik" (S.404).
ab 1870
Konstantinopel: Neue
Auslandsanleihen dienen nur noch dem Hinausschieben
des Staatsbankrotts
(S.407)
ab 1870 ca.
Ägypten: Profit durch
Kollaboration - kaum Kritik an der "Europäisierung" -
beginnende Wohlstandsschere
-- kritische Stimmen zur "Öffnung" nach Europa
werden kaum artikuliert, weil die Oberschicht davon
hauptsächlich profitiert.
-- Ministerpräsident Nubar Pascha ist sogar bereit,
Ägypten zu einem "Anhängsel Europas" zu machen
-- Ägypten als europäisches Protektorat ist für ihn eine
positive Vorstellung
-- Ägypten sei noch nicht genug europäisiert (!),
deswegen die Krise, so Nubar Pascha (S.398).
plus:
-- das europäische "Konsularische Corps" übt grösseren
Einfluss auf Ismail aus als die "Delegiertenkammer"
-- die Elite Ägyptens kollaboriert ebenfalls
-- die einheimischen Grossgrundbesitzer kollaborieren
ebenfalls, weil sie von den Verbindungen nach Europa
profitieren (S.399).
->> Es gibt keinen Geist des Widerstandes in den
Machteliten des Landes gegen die europäischen
Machenschaften. Im Gegenteil: Die Machenschaften der
europäischen Bankiers und die "Handelsbeziehungen"
werden als positiv erachtet
->> die Delegierten protestieren nicht gegen die
ruinöse Finanzpolitik Ismails und gegen die
"Europäisierung"
->> die Delegierten protestieren nicht gegen die
Rechtlosigkeit der Ägypter
->> die Delegierten Ägyptens sind nicht fähig, die
Ägypter selbst in die Entscheidungsprozesse mit
einzubeziehen (S.399).
1870er Jahre
Ägypten: Entstehen eines
ländlichen Proletariats: Besitzlos gewordene Bauern
werden Tagelöhner
(S.396)
Ägypten: Produktion
ausserhalb der Landwirtschaft: Luxusgüter
-- Ägyptens Produktion beschränkt sich auf den
Grundbedarf der Unter- und Mittelschicht
-- es kommt aber auch zu wachsendem Import von
Billig-Textilien aus England
-- die Oberschicht und die Ausländer befriedigen ihren
Bedarf meist mit Importgütern aus Europa
-- Exportprodukte ausser Baumwolle bleiben nur
Zuckerrohranbau in Mittel- und Oberägypten und die
Zigarettenindustrie, die von griechischen Unternehmen in
Ägypten aufgebaut wird (S.396)
->> In der Bevölkerung beginnt die allgemeine
Unzufriedenheit über die Verarmung und die
Importschwemme aus Europa zu wachsen (S.396)
plus: Der Khediv/Vizekönig verliert die Kontrolle über
den Aussenhandel, der immer mehr in europäischen Händen
und in Händen von Levantinern und sonstigen Minderheiten
in Alexandria abläuft (S.397).
ab 1870 ca.
Ägypten: Die Machteliten
beschwören regelmässig den "Fortschritt" und die
"Zivilisation"
Die "Öffnung" Ägyptens wird immer positiv
dargestellt und die sozialen Folgen der Verarmungder
Bauern verdrängt (S.397).
ab 1870er Jahre
Syrien: Entwicklung der
Grossgrundbesitzerschicht
Die Grossgrundbesitzer kaufen sich in die neuen
administrativen Gremien ein und werden Provinzräte und
Stadträte. Es bildet sich in der Folge in Damaskus eine
Gruppe von Grossgrundbesitzerfamilien, die hohe
Verwaltungsämter besitzen und von Konstantinopel - als
Schutz des Reichs eingesetzt - das Land zu dominieren
beginnen. Die Frustration bei der durchschnittlichen
muslimischen Bevölkerung wächst (S.415).
1871
Osmanisches Reich/Konstantionpel: Gesetz über die
vilayet-Provinzverwaltungen
von 1864 nach französischem Vorbild (S.404).
Konstantinopel: Tod von
‘Ali Pascha - Bewegung gegen Reformen
(S.405). Nach dem Tod des des letzten Reformers des
"Dreigestirns" Resid-Fu’ ad-’Ali (S.405-406) startet der
Sultanpalast eine Bewegung gegen die europäischen
Reformen: Herausstreichen der sozio-religiösen Funktion
des Sultans als Kalif und Fürst aller Gläubigen (S.406).
Ägypten: Angehörige der
turko-tscherkessischen Verwaltungskader kehren auf
ihre Gouverneursposten zurück
(S.397), [wie genau, ob mit Erpressung oder anderen
Methoden, wird nicht gesagt].
1871-1879
Ägypten: Wirken des
Gelehrten Gamal ad-din al-Afgani
predigt einen revolutionären Panislamismus gegen das
immer aggressiver werdende Europa. Einflussreichster
Schüler wird [Fantasie]-Muhammad ‘Abduh (S.389).
These Afganis:
Der Orient könne seine Stärke nur durch einen richtig
verstandenen und richtig praktizierten Fantasie-Islam
zeigen, in den die europäischen Neuerungen integriert
werden könnten (S.389).
ab 1871 ca.
Balkan: Erwachen
nationalistischer Bestrebungen gegen das osmanische
Imperium
(S.421)
1872
Qatar wird formell
Bestandteil des Osmanischen Reiches
(S.422)
Jemen: Osmanische Besetzung
(S.422)
1873
Ägypten: "Dette Flottante":
26 Mio. £ - "Konsolidierungsversuch" mit neuer
Anleihe: 20 Mio. £
Die "Dette Flottante" Ägyptens beläuft sich
inzwischen auf mindestens 26 Mio. £. Vizekönig Ismail
will die "Dette Flottante" "konsolidieren" und startet
eine Anleihe von 32 Mio. £, wovon rund 20 Mio. £ auch
realisiert werden (S.393).
ab 1873
Ägypten: Staatsanleihe: von
20 Mio. £ werden 10 Mio. £ veruntreut
Mehr als die Hälfte der 20 Mio. £ der letzten Anleihe
werden nicht für die vorgesehenen Zwecke ausgegeben
(S.393). Die Gesamtschuld Ägyptens beläuft sich seit
1862 auf 68,5 Mio. £, realisiert sind aber nur 47,5 Mio.
£ bzw. 69,3 Prozent. Vizekönig Ismail muss "andere Wege"
finden, Geld für sein Land aufzutreiben:
-- Ismail beginnt, seine Suezkanalaktien zu verkaufen
-- Ismail startet eine innerägyptische Zwangsanleihe, um
das nötige Geld beim eigenen Volk herauszupressen
-- Ismail kann dadurch den Staatsbankrott aber nur
hinauszögern, nicht verhindern (S.394).
1874
Syrien: Südpalästina wird
Konstantinopel direkt unterstellt mit Jerusalem als
Hauptstadt
(S.377); Süd-Palästina wird zum reichsunmittelbaren
Distrikt erhoben. Konstantinopel übernimmt die direkte
Kontrolle und betont die besondere Bedeutung von
Jerusalem für die Fantasie-Muslime (S.412).
1875
Konstantinopel: Ankündigung
des Staatsbankrotts
Verhandlungen mit den europäischen Gläubigern.
Einnahmen: 18 Mio. £
Ausgaben: 17 Mio. £, davon allein 15 Mio. £ für den
Schuldendienst.
Die osmanische Regierung suspendiert weitgehend den
Schuldendienst und tritt mit den europäischen Gläubigern
in Verhandlungen (S.407).
2.Hälfte der 1870er Jahre
Syrien/Libanon: Bildung
einer Geheimgesellschaft christlicher Intellektueller
in Beirut für eine Autonomie und Einheit von Libanon
und Syrien gegenüber Konstantinopel. Auch
Fantasie-Muslime stossen zu der separatistischen Gruppe
(S.425).
1875
Ägypten/Suezkanal: Verkauf
der ägyptischen Suezkanalaktien für 4 Mio. £
an die englische Regierung. Somit reduzieren sich die
ägyptischen Schulden auf 17,5 Mio. £ (S.392).
ab Mitte 1870er Jahre
Vorderer Orient: Die
europäischen Mächte werden aggressiver - vollendete
Spaltung der muslimischen Gemeinschaft
-- die europäischen Militärmächte beginnen mit
militärischen Bedrohungen gegenüber muslimischen Ländern
auch am östlichen Mittelmeer
-- zusätzlich beginnt der Dualismus zwischen Scharia-
und Fortschrittsgesellschaft die muslimische
Gesellschaft grundlegend zu spalten. Philosophische
Werke dazu von Afgani und ‘Abduh (S.389).
1875-1876
Osmanisches
Reich/Konstantinopel erklärt den Staatsbankrott
Absetzung von Sultan ‘Abdüla ‘aziz - Nachfolger Murad
V.
Die Reformgruppe unterMurad V. ergreift die Macht:
Staatsbankrott, Verwicklung in Balkankriege und die
Bedrohung durch Russland auf dem Balkan haben die
unbedingte Aktivität der Reformgruppe unter
Führung von Midhat Pascha den Sultan ‘Abdüla ‘aziz zur
Folge. Absetzung von Sultan ‘Abdüla ‘aziz (S.406).
Anfang 1876
Ägypten: Versuch eines
"gnetlemen’s agreement"
Vizekönig Ismail versucht eine Annäherung an
englische Financiers mit dem Ziel eines "gentlemen’s
agreement" mit den Gläubigern der Banken, ohne die
französische und englische Regierung zu beteiligen
(S.394).
1876
Konstantinopel: Gesetzesrevisionen - Verkündung eines
neuen "Bürgerlichen Gesetzbuchs": "Megelle"
das weiter die Scharia als Grundlage hat (S.404).
[Für die türkische Gesellschaft kommt es somit kaum zu
Verbesserungen oder Liberalisierungen].
Konstantinopel: Landgesetz
für Ausländer
erlaubt Ausländern Immobilienbesitz im Osmanischen Reich
(S.405).
Konstantinopel:
Übergangssultan Murad V. - Nachfolger Sultan
‘Abdülhamid II.
mit den Versprechen:
-- Schaffen einer Verfassung
-- Einberufung eines Parlaments (S.406).
Das Parlament hat aber keine gesetzgebenden Befugnisse
und keine Möglichkeit zur effektiven Kontrolle der
Exekutive. Es ist mehr ein Forum der Kritik und der
Diskussion, mehr nicht (S.406).
Konstantinopel:
Verfassungsverkündung
(S.403)
Ägypten: Kaum noch
Staatseinnahmen
-- Staatseinnahmen: 7,6 Mio. £
-- Schuldendienste und Tribut an Konstantinopel: 6,4
Mio. £ (S.394).
Mai 1876
Ägypten-Frankreich-England:
Gründung der "Caisse de la Dette Publique"
-- Festsetzung einer unifizierten "Dette Générale"
von 91 Mio. £ bei 7 Prozent Zins, rückzahlbar in 65
Jahren
-- vor allem englische Gläubiger sind aber nicht
zufrieden und erzwingen weitere Verhandlungen (S.394).
Nov 1876
Ägypten-Frankreich-England:
Neue Vereinbarung der "Caisse de la Dette Publique":
Zwangsschuldenverwaltung "Dual Control"
Finanzverhandlungen für die Umschuldung in Kairo,
dieses Mal mit Unterstützung durch die französischen und
britischen politischen Repräsentanten. Die Europäer
wollen unbedingt verhindern, dass sich Ägypten als
zahlungsunfähig erklärt, wie das der Sultan von
Konstantinopel bereits getan hat. Die "Caisse de la
Dette Publique" erhält je einen französischen und einen
englischen "Generalkontrolleur" zur Beaufsichtigung der
Finanzverwaltung (S.394).
Ägypten wird einer Zwangsschuldenverwaltung unterworfen:
"Dual Control". Eine Erklärung der Zahlungsunfähigkeit
ist verhindert. Die französische und englische Seite
erklären Ägypten als voll zahlungsfähig. Schuld am
Schuldenberg sei die schlechte Verwaltung (S.394).
1876
Ägypten: Justizreform:
Einrichtung von "Gemischten Gerichtshöfen"
zuständig für alle "Ausländerfälle" (S.395).
1876-1879
Ägypten: Vizekönig Ismail
benutzt die "Beratende Delegiertenkammer" für
finanzielle und
politische Manöver
-- in dieser Zeit haben die Repräsentanten der mächtigen
ägyptischen Familien keine Chance, in den Kreis der
inneren Macht vordringen zu können
-- auch der Aufstieg in die Armeespitze oberhalb der
Offiziersränge bleibt ihnen durch die
turko-tscherkessischen Eliten versperrt
-- Machtelite Ägyptens bleiben Turko-Tscherkessen,
Armenier, Europäer und einzelne einheimische Notabeln
(S.397).
[nicht erwähnt:
Die Königsfamilie von [Fantasie]-Muhammad ‘Ali und die
Söhne und Nachkommen wie auch Ismail sind Albaner!]
->> Die ägyptische Bevölkerung ist immer mehr zu
einem Aufstand gegen diese Regierung bereit (S.397).
bis 1877
Konstantinopel: Vom
Nominalbetrag der 16 Auslandsanleihen von 244 Mio. £
werden nur 128 Mio. £ / 52 Prozent realisiert
(S.407)
1877-1878
Russisch-türkischer Krieg
(S.406)
-- Syrien: Einzug von 100.000-150.000 syrischen Männern
für den Krieg gegen Russland (S.416)
-- Konstantinopel: Aufnahme einer Auslandsanleihe wegen
Krieg mit Russland (S.407).
März-Juni 1877
Konstantinopel: Erste
Sitzungsperiode des neuen osmanischen Parlaments, der
Sultan akzeptiert sie widerwillig
(S.406)
Dez. 1877-Feb. 1878
Konstantinopel: 2.
Sitzungsperiode des neuen osmanischen Parlaments
(S.406)
Separatistengruppen
in Syrien - Modernisierungen in Syrien -
Parlamentsauf- lösung in Konstantinopel und
Zensurherrschaft - britische Besetzung von Zypern -
"europäische Regierung" in Ägypten - keine
Gewinnbeteiligung am Suezkanal bis 1938 und
‘Urabi-Widerstand - europäische
"Liquidationsgesetze" für Ägypten - "Blüte" der
Hafenstädte der Levante - osmanische Infrastruktur
zur "Festigung des Reiches" - Syrien und
Mesopotamien retardieren - Schuldenverwaltung in
Konstantinopel - ‘Urabi-Aufstand in Ägypten -
französische Besetzung Tunesiens, englische
Besetzung Ägyptens
[Gemäss Pressburgs Buch "Good bye
Mohammed" ist jegliche muslimische Identität
und Besetzung bis 850 reine FANTASIE, ebenso die ersten
drei Kalifen sind reine FANTASIE, weil es den Namen
"Mohammed" erst ab ca. 850 gab. Der Prophet Mohammed ist
also FANTASIE, und somit ist der gesamte Islam eine
FANTASIE - wie auch der Moses der Juden eine FANTASIE
ist (Buch: Keine
Posaunen vor Jericho) und der Jesus der
Christen ebenfalls eine FANTASIE ist (Codes 3,12,13,33
etc. - Link).
Es geht immer um dasselbe: Mit einer erfundenen
Vergangenheit wollen Ansprüche auf Territorien geltend
gemacht werden. All die Kriege zwischen Judentum,
Christentum und Islam sind also Kriege von FANTASIEN,
die absolut nicht notwendig wären, wenn man sich an
Mutter Erde halten würde, Webseite: www.med-etc.com].
Zusammenfassung
Nach der Gründung intellektueller
Geheimgesellschaften im Libanon kommt es auch in Syrien
zu Separatistengruppen. Gleichzeitig führt der
osmanische Gouverneur Reformen in Syrien durch. Die
Reformkräfte im Parlament von Konstantinopel nehmen die
Demokratie zu ernst, so dass Sultan Abdülhamid II.
das Parlament kurzerhand auflöst. Wahrheit ist nicht
seine Stärke. Gleichzeitig besetzt England die Insel
Zypern, und 1000e von Syrern und Palästinensern müssen
im Krieg gegen Russland sterben.
Zur Behebung des Staatsdefizits in Ägypten wird eine
"europäische Regierung" mit je einem französischen und
englischen Minister eingerichtet. Es kommt zu erstem
aktiven Widerstand. Die Gewinne des Suezkanals bleiben
dem ägyptischen Staatshaushalt bis 1938 vollständig
vorenthalten, und als Vizekönig Ismail gegen die
"europäische Regierung" und die Einschränkungen seiner
Machtbefugnisse protestiert, wird er kurzerhand
abgesetzt und "Liquidationsgesetze" für Ägypten
entworfen.
In Arabien setzt sich währenddessen die Dynastie von Al
Rasid gegen die Saudis durch, und im Libanon blüht die
Seidenindustrie. Die Landstädte des Vorderen Orient, vor
allem in Mesopotamien und Syrien, beginnen ob des
fehlenden Zwischenhandels und der sterbenden
Wüstenkarawanen zu retardieren. Die Küstenstädte werden
zu neuen Zentren der Ökonomie.
Konstantinopels Sultan Abdülhamid II., der weiter mit
Zensur regiert, versucht mit osmanischer Propaganda und
Infrastrukturmassnahmen wie Eisenbahnen und
Telegraphenleitungen eine "Festigung des Reichs", das
geistig wie ökonomisch mehr und mehr stirbt.
Schliesslich kommt das ganze Reich unter europäische
Schuldenverwaltung und wird de facto ein europäisches
Protektorat.
In Ägypten profiliert sich derweil der
‘Urabi-Offiziersaufstand mit einer Gegenregierung. Die
europäischen Gläubiger kommen in Panik. Da Frankreich
1882 Tunesien besetzt, bleibt für England Ägypten übrig.
Mit gezielter Desinformation durch englische Händler in
den Küstenstädten und durch den Zerfall des
‘Urabi-Aufstands in Anbetracht der englischen Übermacht
lässt die englische Regierung die Besetzung zu, obwohl
der Suezkanal nie gefährdet war. Das Osmanische Reich
hat innert vier Jahren zwei grosse Provinzen und Zypern
verloren, während die Europäer weiter ihre Gewinne
maximieren. Das Trugbild der "Europäisierung" kommt nun
voll und ganz zum Vorschein.
Chronologie (Fortsetzung)
1877-1878
Syrien: Bildung von
Separatistengruppen gegen das Osmanische Reich
-- die Gelegenheit ist günstig, da das Reich
praktisch bankrott ist [und im Krieg mit Russland steht]
-- Bildung einer Unabhängigkeitsgruppe mit syrischen und
libanesischen einheimischen Notabeln, die die
Machtübernahme für den Fall des Zerfalls des Reichs
vorbeireiten (S.425)
-- die meisten Notabelnfamilien bleiben aber
"Osmanisten" und schicken ihre Söhne mit Vorliebe nach
Konstantinopel zur Ausbildung (S. 426).
1878-1880
Syrien: Damaskus:
Gouverneur Midhat Pascha: Modernisierung, weitere
Europäisierung
(S.415)
Feb 1878
Konstantinopel: Eklat im
Parlament und Auflösung des Parlaments
Das Parlament fordert die Untersuchung über drei
Minister, die vor dem Parlament Rede und Antwort stehen
sollen. Sultan Abdülhamid II. reagiert aggressiv gegen
das Parlament, löst das Parlament auf und herrscht
autokratisch weiter über mehr als 20 Jahre. Liberalismus
und Konstitutionalismus sind verboten. Auf anderen
Gebieten gehen die Reformen aber weiter (S.406).
[Somit bleibt das Osmanische Reich ein Flickenteppich
von Teilreformen].
1878
Zypern britisch besetzt
(S.407)
Palästina: hat gemäss
verschiedener Berichte 10.000 Kriegstote aus dem
russisch-türkischen Krieg zu beklagen
Der "Fortschritt" zeigt seine "Schattenseite" [wobei
sonst der halbe Vordere Orient russisch geworden wäre]
(S.416).
Ägypten: Staatsdefizit -
Ägypten soll nicht mehr "Afrika" sein
Staatseinnahmen: 7,5 Mio. £
Schuldendienste und Tribut an Konstantinopel: 7,8 Mio. £
(S.394).
Im selben Jahr verkündet Vizekönig Ismail, Ägypten sei
nicht mehr Afrika:
-- Ägypten läge nicht mehr in Afrika
-- Ägypten sei zur Zeit ein Teil Europas (S.391).
März 1878
Ägypten: Einsetzen einer
"Commission Supérieure d’Enquête"
-- soll unter europäischer Regie administrative
Missstände aufdecken
-- soll Vorschläge zur Beseitigung der "Missstände"
machen (S.394).
August 1878
Ägypten: Zwischenbericht
der "Commission Supérieure d’Enquête"
-- empfiehlt Sofortmassnahmen
-- verlangt die Bildung einer ägyptischen Regierung mit
europäischer Beteiligung (S.394).
Ende Aug. 1878
Ägypten: "Europäische
Regierung" - Beginn des aktiven Widerstands
Bildung einer neuen Regierung mit einem Engländer
als Finanzminister
plus: einem Franzosen als Minister für öffentliche
Arbeiten
->> in Ägypten wird diese Regierung die
"europäische Regierung" genannt
->> weitgehende Entmachtung von Vizekönig Ismail
(S.394).
Nach der Installierung der "Europäischen Regierung"
kündigt die Machtelite Ägyptens die Kollaboration auf,
denn die Verbindungen sind nun massiv gestört (S.399)
und die Machtpositionen der herrschenden Schichten
irreparabel erschüttert (S.400).
bis 1879
Ägypten: Investitionen sind
höher als der Ertrag der Anleihen
Die Summe der Investitionen für Infrastruktur und
Suezkanal sind höher als der Realertrag der
Auslandsanleihen Ismails. Dabei wird Ägypten am Gewinn
des Suezkanals bis 1938 nicht beteiligt (S.403).
Ende 1870er Jahre/ Anfang 1880er Jahre
Vorderer Orient: Die
europäische Interessen- und Expansionspolitik wird
noch entschiedener und unmittelbarer verfolgt
(S.417)
Frühjahr 1879/März 1879 ca.
Ägypten: Ismail protestiert
gegen seine Entmachtung
->> England und Frankreich appellieren an den
Sultan in Konstantinopel, Ismail als Vizekönig
abzusetzen (S.394).
Juni 1879
Ägypten: Absetzung Ismails
- Nachfolger: Sohn Tawfiq
Frankreich und England erzwingen in Ägypten Ismails
Absetzung und Exilierung durch den Sultan und die
Ernennung von Sohn Tawfiq zum neuen Vizekönig von
Ägypten. Auch der "europafeindliche" Machtapparat
Ismails wird entlassen (S.394).
Ismail schmäht über seinen Sohn, dieser habe "ni tête,
ni coeur, ni courage" ["weder Kopf, noch Herz, noch
Mut"] (S.400).
ab 1879
Ägypten: Totale
Erschütterung in Ägyptens Machtelite durch die
Absetzung Ismails
Der Wille zu einem Aufstand wird immer stärker
(S.400).
1879-1880
Ägypten: Verfügung der
Armeeabschaffung - Entlassungen von Ministern -
passiver und aktiver Widerstand - europäisierte
Verwaltung
-- Entlassungen von Ministern durch englischen und
französischen Einfluss
-- die europäische Regierung unter Khediv Tawfiq
ergreift Sparmassnahmen bei der ägyptischen Armee, weil
die Europäer eine ägyptische Armee für überflüssig
halten
-- die Machtelite leistet gegen Englands und Frankreichs
Vorgehen aktiven und passiven Widerstand
-- in der Folge hagelt es Entlassungen: Die Posten
werden alle durch Europäer und durch eine neue
Machtelite von einheimischen Technokraten und
Intellektuellen ersetzt, denen der Vizekönig Tawfiq
vorstehen soll (S.400).
spätes 19. Jh./1880 ca.
Arabien: Dynastie der Al
Rasid aus Gabal Sammar stürzt die Al Sa ‘ud und
unterstellt sich dem Osmanischen Reich als Vasall
(S.452)
Juli 1880
Ägypten: England und
Frankreich entwerfen für Ägypten ein
"Liquidationsgesetz"
und erzwingen die Unterschrift des Vizekönigs
Tawfiq: Festsetzen einer Staatsschuld von 98,4 Mio. £
(1873 waren es noch 68,5 Mio. £
->> der Liquidationsvertrag ist eine verschleierte
europäische Kolonialherrschaft
->> es bildet sich Widerstand im Volk gegen diese
Regierung, die sich diesen Liquidationsvertrag
aufzwingen lässt (S.395).
Anfang 1880er Jahre
Libanongebirge: ca. 100
Seidenspinnereien
(S.417)
ab 1880
Vorderer Orient: Verstärkte
Wohlstandsschere und Massenverarmung
-- der Lebensstandard der Bevölkerung des Vorderen
Orient hebt sich trotz der von den Europäern
organisierten ansteigenden Exporten nicht, sondern es
verstärken sich die sozialen Ungerechtigkeiten
-- Nutzniesser des Exportbooms ist der Fiskus/die
Staatsbürokratie und die neue Oberschicht er
Grossgrundbesitzer sowie die Handels- und
Finanzbourgeoisie (die Bauern, Tagelöhner und Arbeiter
auf den Feldern schuften für die englischen Verwalter
für Hungerlöhne). Elektrizität erleben nur die wenigsten
-- die Ausrichtung des Vorderen Orients bringt eine
höhere Bedeutung für die Hafenstädte und die "Blüte" der
Zentren wie Alexandrien, Haifa und Beirut durch den
Aufstieg der einheimischen Zwischenhändler
-- dementsprechend wird die Wirtschaft auch immer mehr
von externen Faktoren und Einflüssen bestimmt wie Kriege
in anderen Regionen, europäisches Kapital, Weltmarkt
oder politischem Druck (S.420).
ab 1880 ca.
Konstantinopel: weiterhin Parlamentsverbot und Zensur
Sultan ‘Abdülhamid blockt alle Bestrebungen der
politischen Partizipation des Volkes ab:
-- kein Parlament
-- strenge Pressezensur (S.423).
In der Folge entsteht eine bedeutsame osmanische
Exilpresse und Exilliteratur in Europa und in Kairo.
Sultan ‘Abdülhamid torpediert mit seinen Verboten seine
eigenen Bemühungen, das osmanische Reich
zusammenzuhalten (S.423).
Osmanisches Reich:
aufkommende Existenzfrage
Im Osmanischen Reich kommt verbreitet die Frage auf,
wie der osmanische Staat noch "gerettet" werden könne,
besonders in staatlichen Schulen, in der Beamtenschaft
und unter den Offizieren (S.423).
Konstantinopel: Sultan
‘Abdülhamids Infrastrukturreformen
-- weiterer Ausbau des staatlichen Schulwesens
-- weitere Zentralisierung der Verwaltung zur
Effizienzsteigerung
-- Bemühungen mit Propaganda, das Reich
"zusammenzuhalten", mit drei verschiedenen
Propagandarichtungen: Osmanismus, Panislamismus und
Panturkismus, letzterer nur gegen die russische Politik
gerichtet
-- Ausbau der Infrastruktur zur "Festigung des Reichs"
bzw. zur besseren "Anbindung" und Kontrolle
-- Ausbau des Telegraphennetzes
-- Planung von drei Bahnlinien:
-- Verbindung Sofia-Konstantinopel/"rumelische Bahn
-- Bagdad-Bahn durch Anatolien und Mesopotamien, geplant
bis Kuwait
-- Hedschas-Bahn von Damaskus nah Medina, geplant bis
Jemen (S.421).
ab 1880er Jahre
Syrien: Vorübergehender
Aufschwung durch neue Textilproduktion
-- Vergrösserung der landwirtschaftlichen Nutzfläche,
Entstehen grosser Latifundien/Grossgrundbesitz
[Sklavenlöhne?]
-- Getreideproduktion bleibt dominierend
-- neue Textilproduktion von besonders billigen
Baumwoll- und Wollstoffen sowie Baumwoll- und
Seidenproduktion für die einheimische
Oberschicht/Luxusproduktion, z.T. ebenbürtig mit Europa
(S.418)
-- die einheimische Textilproduktion kann neue lokale
Märkte erschliessen und so das Überleben gegen die
britische Billigware sichern (S.409).
Mesopotamien gerät unter
immer stärkeren Einfluss Englands
Britische Gesellschaften dominieren die Schifffahrt
-- auf dem Tigris
-- an der Küste der arabischen Halbinsel
-- nach Indien und Europa (S.418).
Basra exportiert Datteln, Getreide, Wolle, Häute und
Pferde [Sklavenlöhne für die einheimischen Bauern?],
aber:
-- die Infrastruktur in Mesopotamien bleibt relativ
unterentwickelt
-- Ansätze zu einer industriellen Produktion gibt es
praktisch nicht, sowie kaum Wasser- und
Elektrizitätsversorgung (S.418).
Mitte 1881
Konstantinopel:
Verhandlungen mit den europäischen Gläubigern
Das Osmanische Reich soll nach Auffassung der
europäischen Regierungen nicht besetzt werden, wie das
bei Tunesien oder Ägypten der Fall ist. Deswegen fehlt
den Gläubigern die Unterstützung der europäischen
Regierungen.
Die Gläubiger müssen im Gegensatz zu Tunesien und
Ägypten beträchtliche Abstriche am investierten Kapital
machen (S.407).
Sommer/Herbst 1881
Ägypten/Urabi-Aufstand:
"Ägypten den Ägyptern"
Formierung einer politisch heterogenen Koalition,
die unter dem Schlagwort "Ägypten den Ägyptern" zum
Aufstand aufruft
bestehend aus
-- einheimischen Offizieren unter Sprecher Offizier
Urabi, die gegen die Sparmassnahmen im Armeebereich
protestieren und immer noch keine militärische
Spitzenpositionen besetzen können, die weiter den
Turko-Tscherkessen vorbehalten sind (S.400)
-- einheimische Grossgrundbesitzer und Kaufleute, denen
die Machtbeteiligung bisher verweigert wird
-- einheimische Intellektuelle verschiedener Provinzen
-- muslimische Reformer wie [Fantasie]-Muhammad ‘Abduh,
konservative religiöse Gelehrte und christliche
Journalisten syrischer Herkunft, die Erziehungskonzepte,
Emanzipationskonzepte, Neuinterpretation islamischer
Normen und die Verteidigung Ägyptens in einem
"defensiven Dschihad" vorschlagen
-- einheimische Technokraten (S.401)
-- gegen die europäische Kontrolle
-- gegen die europäische Expansion in Ägypten
-- gegen die Machtmonopole der nichtägyptischen
Machtelite
-- mit dem Ziel, das Machtvakuum des entlassenen Ismail
auszufüllen, das die europäischen Leute nicht ausfüllen
können (S.400)
-- mit Forderungen von politischen und sozialen Reformen
-- mit der Forderung der Entlastung für die Bauern
(S.401)
-- gegen die Bevormundung durch Europa
-- gegen das Machtmonopol der turko-tscherkessischen
Machtelite (S.396).
Herbst 1881
Ägypten/Urabi-Bewegung:
Offizier Urabi wird Repräsentant der Gesamtkoalition
der Aufstandsbewegung, verkörpert das
autochthone/alteingesessene Ägypten
(S.400)
Sep 1881
Ägypten/Urabi-Bewegung will
ein ägyptisches Parlament
Einheimische Grossgrundbesitzer und Kaufleute
bringen in der Urabi-Bewegung eine Petitionen ein zur
Einberufung eines alternativen Parlaments, das dieselben
Rechte wie europäische Parlamente haben soll. Die
Ausformulierung der Rechte wird aber vermieden (S.401).
20.12.1881
Konstantinopel:
Muharrem-Dekret zur Finanzregelung mit Europa -
internationale Schuldenverwaltung "Administration de
la Dette Publique Ottomane" ADPO
-- das Anleihenkapital wird von 244 auf 124 Mio.
gesenkt und der Zins auf 1 Prozent des reduzierten
Kapitals festgesetzt, so dass sich die Zinszahlungen von
14 auf 2 Mio. £ jährlich reduzieren
-- in Konstantinopel wird eine europäische
Schuldenverwaltung installiert: ADPO mit grossen
Einflussrechten auf die Finanz- und Wirtschaftspolitik
des Osmanischen Reichs mit grossen Hoffnungen auf weiter
"Europäisierung" (S.407).
Die "Administration de la Dette Publique Ottomane"/ADPO
hat gewichtiges Mitspracherecht in der osmanischen
Politik (S.406).
Ende 1881
Ägypten/Urabi-Bewegung:
Konstituierung eines alternativen Parlaments als
"Gegenparlament" zur "europäischen Regierung"
(S.401)
ab 1881
Osmanisches Reich:
Europäisch bestimmte Wirtschaftsstruktur:
Rohstoffausbeutung, Grossgrundbesitz,
Monopolvermarktung
Die Aussenorientierung der
Wirtschaft/Exportwirtschaft wird noch mehr gestärkt:
-- die europäischen Mächte beginnen, die Bodenschätze im
osmanischen Reich auszubeuten: v.a. Kohle und Erze in
Anatolien
-- Produktionssteigerung im Agrarsektor
-- weitere Entwicklung des Grossgrundbesitzertums
-- Bau eines Eisenbahnnetzes für die von Europa
aufgebauten Industrien im osmanischen Reich
-- ein Teil der Produktion und des Exports werden direkt
von der ADPO-Schuldenkommission kontrolliert
-- wichtige staatliche Einnahmequellen muss der Sultan
an die ADPO-Schuldenkommission verpfänden, z.B.
oo Salzmonopol
oo Tabakmonopol
oo Seidenzehnt (S.417).
Die Industrieproduktion beschränkt sich auf
Nahrungsmittelverarbeitung und Textilherstellung für den
lokalen Markt (S.417).
1881/1883
Ägypten: Justizreform:
Reform der sogenannten "Einheimischen Gerichte"
(S.395)
ab Jan 1882
Ägypten/Urabi-Bewegung:
Tätigkeit des "Gegenparlaments", Repräsentierung der
neuen politischen Elite des Landes
-- Ziel: Ablösung Ägyptens von den europäischen
Regierungen
-- zum ersten Mal hat eine ägyptische Regierung ein
Programm, das sich auf die Bevölkerung Ägyptens bezieht
mit Bezug zur kulturellen Identität der eigenen
Gesellschaft (S.401).
Feb 1882
Ägypten/Urabi-Aufstand:
Bildung der neuen Gegenregierung
-- anerkennt alle finanziellen Verpflichtungen
gegenüber den europäischen Gläubigern an
-- kündigt an dass sie jedes weitere administrative und
ökonomische Vordringen der Europäer verhindern wolle
(S.402).
->> Die europäischen Vertreter brechen in Panik
aus, weil sie behaupten, die Kontrolle sei finanziell
und wirtschaftlich nicht mehr gegeben und die Anleihen
seien in Gefahr (S.402).
Frühjahr 1882/März 1882 ca.
Ägypten-Frankreich: Wechsel
in Frankreichs Aussenpolitik: Tunesien hat Priorität -
Engländer in Ägypten treiben zu einer englischen
Besetzung Ägyptens
Der neue französische Ministerpräsident Freycinet
vollzieht einen radikalen Wechsel in der Aussenpolitik:
und wendet sich von der Penetration Ägyptens ab, denn
zuerst muss die Besetzung Tunesiens "verdaut" werden
(S.402).
In der Folge schüren englische Financiers und englische
Händler in Ägypten die Stimmung in London mit unwahren
Meldungen und führen mit Manipulationen unregelmässige
Zustände in Ägypten herbei, um eine englische
Intervention "unvermeidlich" zu machen (S.402).
Frühjahr 1882/März 1882 ca.
Ägypten/Urabi-Bewegung:
gegen die europäische Expansion in der Wirtschaft
Einheimische Grossgrundbesitzer und Kaufleute machen
sich im "Gegenparlament" zu Sprechern der Bevölkerung
gegen die administrative und ökonomischen Expansion der
Europäer in Ägypten (S.401)
plus: Sie machen sich zu Vertretern der lokalen
Interessen der Provinzen (S.401).
Mai 1882
Ägypten/Urabi-Bewegung: Englands Vorbereitungen zur
Invasion gegen die Urabi-Bewegung - der Widerstand
zerbricht
-- die Allianz der verschiedenen Interessengruppen
der Urabi-Bewegung zerbricht (S.401) an der
militärischen Macht Englands, die sich zur Invasion
vorbereitet
-- viele Fraktionen der Urabi-Bewegung wechseln auf die
Seite der Engländer und verraten die Interessen des
Volkes
Zustände, die die englische
Besetzung Ägyptens begünstigen - bürgerkriegsähnliche
Zustände
oo die Mehrheit der Angehörigen der alten herrschenden
Schicht und der Kollaborationsregime sind befriedigt
oo ein Grossteil der prominenten Mitglieder der
Delegiertenkammer sindGrossgrundbesitzer und Kaufleute
oo ein grosser Teil der "Gebildeten" und hohe Amtsträger
haben in Europa studiert mit Gedankengut der
europäischen Bildungselite
oo nicht-ägyptische Journalisten in Ägypten (S.402).
->> die Okkupation wird von grossen Teilen der
alternativen ägyptischen Repräsentanten befürwortet!
->> vom Aufstand und vom "Gegenparlament" bleiben
nur die einheimischen Offiziere und die muslimischen
Reformer der mittleren und unteren Ränge und
konservative Religionsgelehrte der mittleren und unteren
Ränge im Kampf für ein ägyptisch regiertes Ägypten übrig
->> Ausbruch bürgerkriegsähnlicher
Auseinandersetzungen (S.402).
Sommer 1882
Ägypten:
Bürgerkriegsähnliche Zustände - Handel am Suezkanal
bleibt unberührt
Höhepunkt der bürgerkriegsähnlichen
Auseinandersetzungen. Die Schifffahrt im Suezkanal geht
ungehindert weiter und die Zinsen und Tilgungsraten an
Europa werden pünktlich abbezahlt (S.402).
Sept 1882
Ägypten:
Besetzung durch britische Truppen -
muslimische Geschichtsschreibung behauptet den
Suezkanal als Grund
Die muslimische Propaganda behauptet,
England habe Ägypten wegen dem Suezkanal besetzen
lassen, um für "Ruhe und Ordnung" zu sorgen. Dies ist
eine Lüge, denn der Handelsverkehr im Kanal war nie
bedroht gewesen (S.402).
Die britische Besetzung Ägyptens
-- ist ein doppeltes Fiasko für die Ägypter und bewirkt
Neuorientierung
-- fördert Nachdenken und Nationalgedanken (S.366).
Exportverdoppelung
in Palästina - erste jüdische Alija - osmanisches
Siedlungs- verbot für Fantasie-Juden in Palästina
und Kultverbot - Dualismus im osmanischen Reich und
Zensur gegen Separatisten - osmanisches
Oppositionszentrum Paris und Kairo - englische
Baumwollmonokulturen in Ägypten und Ausbeutung -
eigenständiger Hedschas - Fantasie-Zionismusidee in
Europa - "Orient-Express" ab 1888 für einen
sterbenden Staat - Seidenproduktion im
Libanongebirge, Emigrations- welle -
Nationalbewegungen, Fantasie-Zionismuskongress 1897
und zweite jüdische Alija nach Westeuropa, "USA" und
Israel - englische Protektorate in Arabien
[Gemäss Pressburgs Buch "Good bye
Mohammed" ist jegliche muslimische Identität
und Besetzung bis 850 reine FANTASIE, ebenso die ersten
drei Kalifen sind reine FANTASIE, weil es den Namen
"Mohammed" erst ab ca. 850 gab. Der Prophet Mohammed ist
also FANTASIE, und somit ist der gesamte Islam eine
FANTASIE - wie auch der Moses der Juden eine FANTASIE
ist (Buch: Keine
Posaunen vor Jericho) und der Jesus der
Christen ebenfalls eine FANTASIE ist (Codes 3,12,13,33
etc. - Link).
Es geht immer um dasselbe: Mit einer erfundenen
Vergangenheit wollen Ansprüche auf Territorien geltend
gemacht werden. All die Kriege zwischen Judentum,
Christentum und Islam sind also Kriege von FANTASIEN,
die absolut nicht notwendig wären, wenn man sich an
Mutter Erde halten würde, Webseite: www.med-etc.com].
Zusammenfassung
Palästina weist neben einem Bevölkerungswachstum
auch eine Exportverdoppelung auf. Eine erste jüdische
Einwanderungswelle im Zuge der Vertreibungen in Russland
bringt das Osmanische Reich dazu, jüdische Einwanderung
nach Palästina und jüdische Gesetze im ganzen
Osmanischen Reich zu verbieten. Gleichzeitig spaltet
sich die Bevölkerung im gesamten Osmanischen Reich
zwischen Fortschritt und muslimischer Tradition. Die
Zensur herrscht weiter.
Die libanesischen und syrischen Separatisten haben keine
Chance. Zentrum der Osmanischen Opposition wird Paris,
von wo aus später auch eine Zeitung "La jeune Turquie"
vertrieben wird. Ägypten aber leidet mehr und mehr unter
der Baumwollmonokultur. Englands Ökonomen wissen, mit
Zöllen auch hier noch Profit herauszuschlagen. Dabei
fehlt dem Land mehr und mehr das Getreide zur
Selbstversorgung. Kairo wird gleichzeitig scheinheiliger
toleranter Zufluchtsort für muslimische Intellektuelle.
Mit der Fantasie-Zionismusidee in Europa beginnt ein
neuer Wettlauf um Palästina, das nun auch mit
"christlichen" und jüdischen Geldern unterstützt wird.
Ab 1888 fährt der "Orient-Express" als Werbung für einen
bereits im Koma liegenden osmanischen Staat. Im Libanon
kommt trotz dauernder Steigerung der Seidenproduktion
eine Emigrationswelle in Gang, und Nationalismen sind im
Osmanischen Reich trotz Zensur nicht mehr zu verhindern,
wie Revolten im Jemen und sogar ein
maronitisch-christlicher Nationalismus im Libanon
aufzeigen. Da nützt auch das osmanische Prestigeobjekt
der Eisenbahn von Jaffa nach Jerusalem nichts mehr.
Mit dem Fantasie-Zionistenkongress 1897 wird die ganze
Welt über den Willen eines Teils der europäischen
Fantasie-Juden konfrontiert, das biblische Israel wieder
herzustellen. Fantasie-Muslime warnen bereits jetzt
öffentlich vor der Konfrontation.
Gleichzeitig beginnt England, das sich weiter die
Taschen mit Profiten aus dem Suezkanal, dem
Indienhandel, den Schürfrechten in der Türkei und den
Baumwollmonokulturen in Ägypten vollstopft, sich an den
Ufern der Arabischen Halbinsel Protektorate zu sichern,
die die arabischen Stämme zum Teil sogar dankbar
annehmen, um dann selbst ausgebeutet zu werden.
Chronologie (Fortsetzung)
Anfang 1880er Jahre/ 1882 ca.
Palästina:
Bevölkerungswachstum - Exportverdoppelung
-- rasantes Bevölkerungswachstum unter der direkten
osmanischen Verwaltung von 350.000 um 1860 auf 470.000
Anfang der 1880er Jahre (S.410)
-- Palästina kann seit 1856 eine Exportverdoppelung
aufweisen (S.408).
[1880-1882
Schwere antijüdische
Progrome in Russland]
1882-1903
Russland-Osteuropa-Palästina:
Erste jüdische Einwanderungswelle/ Erste "Alija"
aus Osteuropa und Russland als Folge von russischen
und osteuropäischen Pogromen und Unterdrückung (S.430).
1882-1914
Konstantinopel-Judentum:
Siedlungsverbot für Fantasie-Juden in Palästina und
Zwang zur osmanischen Staatsbürgerschaft und
Gesetzesbefolgung
Beantragte Visa von Fantasie-Juden aus Russland
werden von Konstantinopels Sultan-Regierung mit
Bedingungen zur Einwanderung beantwortet:
-- Fantasie-Juden dürfen sich nicht in Palästina
ansiedeln
-- Fantasie-Juden müssen osmanische Staatsbürger werden
-- Fantasie-Juden müssen die osmanischen Gesetze
beachten und dürfen kein Territorium mit eigenem Gesetz
begründen (S.431).
1882-1897
Palästina: Gründung von 18
jüdischen Siedlungen
mit rund 5000 Einwohnern trotz Siedlungsverbot, eine
marginale Zahl (S.430).
ab 1882
Palästina: Jüdische Geschichtsschreibung gegen
Palästinenser
Die jüdische Geschichtsschreibung behauptet, die
jüdische Kolonisation habe erst wirtschaftliches Leben
nach Palästina gebracht, was nicht den Tatsachen
entspricht (S.409).
Osmanisches
Reich/Konstantinopel: Territoriale Verluste an Europa
- Europa bestimmt die Wirtschaft
-- Verlust von Zypern, Tunesien und Ägypten
innerhalb von 4 Jahren (S.407)
-- die finanzielle und wirtschaftliche Abhängigkeit von
Europa ist vollkommen
-- in Recht und Bildung ist die Gesellschaft im
Dualismus gespalten
-- es folgt ein Aufschwung in Anatolien und in den
arabischen Provinzen, der aber auf die europäischen
Interessen ausgerichtet ist (S.408).
Syrien/Libanon: Zensur
unter Sultan ‘Abdühlhamid gegen Separatisten
unterdrückt die separatistischen oppositionellen
Gruppen von 1877/1878, die die Eigenstaatlichkeit
gegenüber Konstantinopel fordern (S.426).
ab 1882
Ägypten: bleibt formell Bestandteil des osmanischen
Reiches - GB deformiert Ägyptens Landwirtschaft
Die Briten stellen
-- den Befehlshaber der ägyptischen Armee
-- den Generalkonsul: 1883-1907: Lord Cromer
-- britische "Berater" der ägyptischen Minister
(S.418)
De facto wird Ägypten aber von England regiert, ohne
grundlegende Veränderung der ökonomischen Strukturen.
Änderungen:
-- spezifische Ausrichtung der ägyptischen Wirtschaft
auf englische "Bedürfnisse"
-- der Trend zum Grossgrundbesitz verstärkt sich
-- europäische Landgesellschaften beteiligen sich in
Ägypten an der Agrarproduktion
-- die Baumwollmonokulturen werden noch mehr forciert
-- Ausbau der Bewässerungssysteme [für die
Monokulturen...] (S.419)
-- 1882 macht der Export von Baumwolle und Baumwollsamen
75 Prozent des Exportwertes aus
-- in der Folge forciert die englische Regierung die
Baumwollmonokulturen und machen Ägypten zu einem Land,
das sich nicht mehr selber ernähren kann und Weizen
importieren muss (S.419).
Ägypten: Ansätze zur
industriellen Produktion stagnieren oder verkümmern
-- denn die englischen Industrie- und Bankenvertreter
haben kein Interesse, die verarbeitende Industrie in
Ägypten, die überwiegend in europäischen oder
levantinischen Händen liegt, zu fördern oder sie mit
Schutzzöllen gegenüber der englischen Produktion zu
schützen
-- denn Ägyptens Politik wird so gesteuert, dass 30
Prozent der Importe auf meist englische Textilien
fallen, die aus verarbeiteter, in Ägypten gepflückter
Baumwolle bestehen, bei einem Importzoll von 8 Prozent,
der wieder in englischen Taschen fliesst (S.419).
Hedschas: keine osmanische
Machtausübung
Keine osmanische Steuereintreibung oder
Armeerekrutierung möglich. Der Emir kontrolliert die
Heiligtümer und die Wallfahrt sowie das soziale und
ökonomische Leben der heiligen Stätten und des Hafens
Dschidda (S.423).
ab 1882 ca.
Konstantinopel/Paris:
Oppositionszeitung "La Jeune Turquie"
Osmanische Oppositionelle geben in Paris die Zeitung
"La Jeune Turquie" heraus. Der Begriff "Jungtürken" wird
zur Bezeichnung der gesamten Opposition gegen Sultan
‘Abdülhamid (S.423).
[Das grosse Problem der Massenverarmung vermag die
Opposition in Paris aber vermutlich auch nicht zu
lösen].
ab 1883
Ägypten als Kolonie:
Wirtschaftliche Ausbeutung - gleichzeitig Ort einer
arabisch-islamischen kulturellen
Misch-Renaissance
-- Ägypten wird als englische Kolonie behandelt
-- die "Gleichheit" zu Europa rückt in weite Ferne, das
Anhängsel wird Realität
-- das blühende Kulturleben in Kairo und Alexandrien
wird unter der englischen Besatzung nicht gehindert,
sondern kann sich weiterentwickeln
-- Kairo und Alexandria werden zum Zufluchtsort für
Intellektuelle, die "zu neuen Ufern aufbrechen oder der
osmanischen Zensur entfliehen wollten" (S.403)
[dabei ersetzen die nach Kairo geflüchteten
"Intellektuellen" eine Abhängigkeit einfach durch eine
andere Abhängigkeit...]
ab 1885 ca.
Europa-Palästina/Fantasie-Zionismus:
Entstehung der zionistischen Idee in Europa
in gewissen jüdischen Gemeinden. Die jüdischen
Gemeinden in Afrika und im Vorderen Orient werden jedoch
nicht in die Bewegung miteinbezogen, nicht einmal
konsultiert, denn
-- der Fantasie-Zionismus ist eine Antwort auf die
dauernde Judenverfolgung in Russland und Osteuropa
-- der Fantasie-Zionismus ist ein Mittel, die jüdische
Identität gegen Assimilationsbestrebungen in Europa zu
bewahren und betont die "jüdische Frage" als "nationale
Frage" (S.429).
[nicht erwähnt: Viele grosse jüdische Gemeinden in
Westeuropa lehnen den Fantasie-Zionismus als nicht
realisierbares Projekt ab].
ab 1885
Palästina: Ausdehnung der
landwirtschaftlichen Nutzfläche
-- Expansion von Olivenkulturen im Bergland
-- Expansion der Zitrusplantagen in der Küstenebene
(S.418).
Jüdische und "christliche"
Faktoren in Palästina
-- wachsende europäische und jüdische Einwanderung,
die die Importstruktur verändert
-- steigende Handelsbilanzdefizite werden durch
Zahlungen aus Europa für die "christlichen
Institutionen" und jüdischen Siedlungen ausgeglichen,
sowie durch Pilger und den Tourismus (S.418).
1888
Osmanisches Reich:
Eröffnung des Orient-Express von Konstantinopel nach
Wien bis Berlin oder Paris-London
-- gleichzeitig werden die Nationalbewegungen auf
dem Balkan immer stärker
-- Konstantinopel wendet sich vom Balkan mehr und mehr
ab und wendet sich den arabischen Provinzen zu, um die
Propaganda des "Osmanismus" und "Panislamismus" mehr
verfolgen zu können
-- in der Folge erscheint das osmanische Reich immer
mehr als ein "islamischer Staat" und der Sultan als
Sultan-Kalif, mit der Planung der Hedschas-Bahn als
"Krönung"
-- jeder Abfall von balkanisch-christlichen Gebieten ist
der Regierung in Konstantinopel ab jetzt förderlich!
(S.421)
Libanon: Beirut wird
Hauptstadt
der syrischen Küstenprovinz Beirut, das
Libanongebirge/Mont Liban bleibt weiter eine eigene,
autonome Provinz (S.418).
1889
Konstantinopel-Paris:
Gründung oppositioneller Studentenzirkel
in Verbindung mit osmanischen Oppositionellen der
Zeitung "La Jeune Turquie" in Paris (S.423).
1890er Jahre
Libanongebirge: bleibt
Seidenproduzent - Emigrationswelle
-- 50 Prozent der Kulturflächen sind
Maulbeerbaumpflanzungen für die Seidenraupenproduktion
-- ca. 50 % des Exports über Beirut ist Rohseide
-- jede 2.Familie verdient ihren Unterhalt im
Seidensektor (S.417).
Beginn einer Emigrationswelle, v.a. der
Fantasie-Christen (Maroniten), Gründung libanesischer
"Handelskolonien" in Übersee und Verdiensttransfer ins
Heimatland (S.417).
ab 1890 ca.
Vorderer Orient:
Entwicklung neuer sozio-politischer Perspektiven durch
Nationalismus
(S.420); Erwachen nationaler Bestrebungen wie
türkischem, arabischem und ägyptischem Nationalismus,
die aber auch mit anderen Bestregungen und Bewegungen
konkurrieren müssen (S.421).
ab 1890er Jahre
Jemen: häufige und lang
andauernde Revolten gegen die osmanische Herrschaft
(S.422)
1892
Palästina: Inbetriebnahme
der Eisenbahn Jaffa-Jerusalem
(S.408)
England-Arabien:
Protektoratsverträge mit 7 Scheichtümern
(S.422)
spätes 19. Jh./ frühes 20. Jh./ab 1895 ca.
Libanon/Mont Liban:
Entstehen eines christlichen Maroniten-Nationalismus,
von Frankreich unterstützt
-- französische kirchliche und politische Kräfte
unterstützen den Maroniten-Nationalismus
-- Franzosen und Maroniten planen einen unabhängigen
Maronitenstaat Libanon mit enger Anlehnung an Frankreich
(S.428).
Gleichzeitig entstehen auch
in Ägypten nationale Unabhängigkeitshoffnungen
-- aus Liebe zum "Land am Nil"
-- aus dem Widerstand gegen die britische Besatzung
-- für einen eigenen Weg zwischen islamischer und
demokratischer Ordnung (S.428).
bis 1897
Palästina: Gründung von 18
jüdischen Siedlungen
mit rund 5000 Einwohnern trotz Siedlungsverbot, eine
marginale Zahl (S.430).
[nicht erwähnt:
-- die jüdischen Einwanderer werden nur in
Wüstenbereichen geduldet
-- die jüdischen Einwanderer sind gezwungen, die Wüste
fruchtbar zu machen].
1897
Basel-Palästina/Fantasie-Zionismus:
Fantasie-Zionistenkongress unter Theodor Herzl in
Basel - Konstantinopel sagt weiter Nein zu einem
jüdischen Palästina
Der Fantasie-Zionistenkongress unter Theodor Herzl
postuliert eine öffentlich-rechtlich gesicherte
Heimstätte für alle Fantasie-Juden der Welt in Palästina
ohne Einbezug der afrikanischen und asiatischen
jüdischen Gemeinden (S.429).
Herzl
-- strebt einen jüdischen Heimatstaat Israel in
Palästina an, der von einer der europäischen Grossmächte
protegiert werden soll
-- macht dafür Propaganda in ganz Europa und erhält
immer wieder Absagen, weil Konstantinopel sich gegen die
jüdische Einwanderung wendet und die Bündnisse der
europäischen Mächte mit dem Osmanischen Reich gegen
Russland für die europäischen Mächte wichtiger sind als
die jüdische Existenz auf der Welt
-- Konstantinopel lehnt ein Israel aber auch wegen neuer
Nationalitätenprobleme und wegen des zu erwartenden
Widerstands der arabischen Bevölkerung in Palästina ab
-- ausserdem besteht die Gefahr eines jüdischen Staates
im Osmanischen Reich und die Gefahr ausländischer
Einmischung [durch Fantasie-Juden aus dem Ausland]
(S.430).
[nicht erwähnt:
Rassismus gegen
Fantasie-Muslime und Goldhoffnung in "Der
Fantasie-Judenstaat" von Herzl
-- Herzl bezeichnet die arabische Welt als
"Barbarei"
-- Herzl behauptet, die Gründung Israels sei ein
"Prellbock" gegen die Ausbreitung des Fantasie-Islam in
Europa
-- Herzl behauptet, Israel wird mit der Funktion als
"Prellbock" Europa einen Dienst erweisen
-- Herzl behauptet, in Palästina könnte Gold gefunden
werden, so dass in Palästina eine Entwicklung wie in
Südafrika möglich sei
-- Herzl behauptet, die arabische Bevölkerung kann man
einfach vertreiben].
[Verbreitung des Buchs von
Herzl: "Der Fantasie-Judenstaat"
-- das Buch ist in Europa unter den Eliten scheinbar
wenig verbreitet
-- das Buch ist aber unter den Fantasie-Muslimen
scheinbar sehr verbreitet, und entsprechend ist die
Gegenwehr gegen das imperialistische Israel-Programm von
Herzl, sonst würde die muslimische Gegenwehr nicht ab
1898 bereits massiv einsetzen].
1897
Ägypten: Tod des Gelehrten
Gamal ad-din al-Afgani
(S.389)
ab 1898 ca.
Russland-"USA"-Westeuropa-Palästina:
jüdische Auswanderung - Fantasie-Zionismus in
Palästina - arabische Warnungen und Gegenbewegungen
-- starke jüdische Auswanderung nach Westeuropa und in
die "USA"
-- die jüdische Auswanderung aus Russland und Osteuropa
nach den "USA" und Westeuropa ist deswegen so stark,
weil Konstantinopel die Einwanderung nach Palästina mit
Vorschriften verhindert, sonst wäre die jüdische
Einwanderung nach Palästina viel grösser
-- viele Fantasie-Juden umgehen in der Folge die
Nationalitäten- und Siedlungsvorschriften durch
Bestechung von osmanischen Beamten und dank des
Einflusses europäischer Mächte
-- gleichzeitig wendet sich die arabische Bevölkerung
gegen die jüdische Einwanderung und gegen zionistische
Landkäufe (S.431)
Beginn der arabischen
Attacken auf jüdische Siedlungen
-- der arabische Widerstand etabliert sich aber v.a.
unter den städtischen Handwerkern, Kaufleuten und
Intellektuellen, weil die meisten Fantasie-Juden sich in
den Städten niederlassen, und weil die arabischen
Intellektuellen die [rassistischen] Ziele [der
Vertreibung der Fantasie-Muslime] der
Fantasie-zionistischen "Bewegung" verstehen
-- arabische städtische Gruppen warnen mit beschwörender
Stimme vor Bürgerkrieg und blutigem Terror zwischen
Arabern und Fantasie-Juden, wenn die Fantasie-Zionisten
ihr Vorhaben nicht aufgeben, Palästina als ihre Heimat
und "Heimstätte" zu betrachten (S.431).
1899
England-Kuwait:
Protektoratsvertrag
mit Ziel der Verhinderung der deutsch-türkischen
Bagdad-Bahn bis Kuwait (S.422).
Sudan: wird Kondominium
Englands
(S.376)
ab 1899
Ägypten: Philosoph
[Fantasie]-Muhammad ‘Abduh wird Mufti
Abduh führt den von Gamal ad-din al-Afgani
entwickelten Gedanken der Integration der europäischen
Technik und Philosophie in den Fantasie-Islam weiter:
-- man soll mit den Neuerungen leben
-- auch mit den Neuerungen kann man ein "frommer
Fantasie-Muslim" sein
-- die Scharia soll verstandesgemäss der Zeit gemäss
interpretiert werden (S.390).
"Arabische
Bewegungen" - Importersatzsteuern in Ägypten -
Assuan-Damm 1902 - Saudi-Staat in Arabien -
Templer-Dörfer in Palästina - 2.Alija - Einsenbahn
Haifa-Jordan - osmanische Unterwerfung der Saudis -
Offiziere "Einheit und Fortschritt" - nationale
Parteien in Ägypten - osmanische Verluste auf dem
Balkan und Kretas - "jungtürkische Revolution" ,
Hedschas-Bahn 1908 - Vereitelter Gegenputsch des
Sultans, Beginn der "Turkifizierung" 1909 und
Gegenbewegung "Arabismus" - japanische
Seidenindustrie ruiniert Libanon - Jemen de facto
unabhängig, Italien in Libyen, Saudis in al-Hasa -
türkische Militärdiktatur 1913 - Beduinen werden
sesshaft - nationale Hoffnungen bei Kriegsausbruch
1914, Scherif Husayn verweigert den "heiligen
Krieg"/Dschihad
[Gemäss Pressburgs Buch "Good bye
Mohammed" ist jegliche muslimische Identität
und Besetzung bis 850 reine FANTASIE, ebenso die ersten
drei Kalifen sind reine FANTASIE, weil es den Namen
"Mohammed" erst ab ca. 850 gab. Der Prophet Mohammed ist
also FANTASIE, und somit ist der gesamte Islam eine
FANTASIE - wie auch der Moses der Juden eine FANTASIE
ist (Buch: Keine
Posaunen vor Jericho) und der Jesus der
Christen ebenfalls eine FANTASIE ist (Codes 3,12,13,33
etc. - Link).
Es geht immer um dasselbe: Mit einer erfundenen
Vergangenheit wollen Ansprüche auf Territorien geltend
gemacht werden. All die Kriege zwischen Judentum,
Christentum und Islam sind also Kriege von FANTASIEN,
die absolut nicht notwendig wären, wenn man sich an
Mutter Erde halten würde, Webseite: www.med-etc.com].
Zusammenfassung
"Arabische Bewegungen" agieren weiter gegen die
Sultanzensur, während Konstantinopel weiter mit
Grossprojekten das im Koma liegende Grossreich feiert.
Englands Besatzungsequipe in Ägypten kommt auf die Idee,
für billig hergestellte ägyptische Produkte eine
Importersatzsteuer zu verlangen. Der 1902 fertiggestellt
erste Assuan-Damm, der danach noch zweimal erhöht wird,
besiegelt Ägyptens Abschottung von seinen eigenen
natürlichen Wurzeln. Das Land beginnt langsam aber
sicher, ohne die regelmässigen Überschwemmungen zu
versanden.
In Arabien wird die neue Saudi-Herrschaft von
osmanischen Truppen unterworfen, und in Palästina feiern
Fantasie-Protestanten ihre ersten Templer-Dörfer. Die
zweite jüdische Auswanderung beginnt, während das
Osmanische Reich die Eisenbahn von Haifa an den Jordan
präsentiert, die später einen Anschluss nach Mekka
bekommen soll.
Die osmanische Offiziersgruppe "Einheit und Fortschritt"
mit Sitz in Saloniki plant den Staatsstreich bei
nächster Gelegenheit. Die kommt 1908, als das Reich auf
dem Balkan weitere Territorien und auch die Insel Kreta
verliert. Sie vollziehen die "jungtürkische Revolution"
mit Einberufung des Parlaments und Restituierung der
Verfassung bei gleichzeitiger Einweihung der teuren
Hedschas-Bahn. Die Offiziere wehren den Gegenputsch des
Sultan ab und beginnen mit der "Turkifizierung" des
Osmanischen Reiches, was weitläufigen "Arabismus" und
Separatismus hervorruft. Im Libanon geht die
Seidenindustrie an der japanischen Konkurrenz zugrunde,
Jemen wird de facto unabhängig, Italien startet die
Invasion in Libyen und die Saudis in al-Hasa. Das Reich
zerfällt bei noch so grosser propagandistischer
Gegenwehr. In Konstantinopel wird sogar eine "Osmanische
Dezentralisationspartei" gegründet, während in Ägypten
die zweite Erhöhung des Assuan-Damms gefeiert wird. Auch
die 1913 ausgerufene jungtürkische Militärdiktatur nützt
nichts mehr.
Die Beduinen Arabiens, die keine Karawanen mehr führen,
werden sesshafte Dattelbauern. Die "Arabischen
Bewegungen" nehmen weiter zu, während England jede
Einmischung im Landesinnern verweigert. Bei
Kriegsausbruch machen sich die arabischen Völker grosse
Hoffnungen auf die Unabhängigkeit und hoffen auf
osmanische Niederlagen. In diesem Sinn verweigert der
Scherif des Hedschas, Husayn, auch den "heiligen
Krieg"/Dschihad.
Chronologie (Fortsetzung)
ab Anfang 20. Jh.
"Arabische Bewegungen"
-- sind unabhängige Bestrebungen, die sich zum "Erbe
der arabischen Kulturnation sowie zu einer arabischen
Schicksalsgemeinschaft bekennen"
-- sind unabhängig von dynastischen,
islamisch-republikanischen, föderativen oder
nationalstaatlichen Zielen (S.435)
[nicht erwähnt:
Die "arabischen Bewegungen" sind auch gegen die Gründung
eines rassistischen und imperialistischen Israel nach
Herzl gerichtet, der die muslimische Welt als "Barbarei"
bezeichnet, die man einfach vertreiben kann].
ab 1900 ca.
Ägypten: Baubeginn des
Assuan-Damms
(S.419)
1900-1908
Bau der Hedschas-Bahn
das einzige osmanisch-muslimisch inspirierte,
finanzierte und realisierte Projekt der osmanischen
Infrastrukturarbeiten. Die Bahn soll die leidigen
Karawanen ersetzen (S.421).
1.Jahrzehnt des 20. Jh./ 1900-1910
Libanongebirge: ca. 200
Seidenspinnereien
Verdoppelung seit Anfang der 1880er Jahre (S.417).
1901
Ägypten: Importersatzsteuer
für einheimische Industrien!
Den neuen einheimischen Baumwollspinnereien wird von
der englischen Verwaltung eine 8 prozentige
Importersatzsteuer auferlegt, um die einheimische
Produktion gegenüber den englischen Importen am Absatz
zu hindern (S.419).
An einheimischen Industrien entwickeln sich nur
-- die Baumwollentkornungs- und -verpackungsindustrie
-- die Zigarettenindustrie, die importierten Tabak zu
Zigaretten verarbeitet und diese exportiert, mit
vorwiegend ausländischen Arbeitern (S.419).
1902
Ägypten: Fertigstellung des Assuan-Damms
"1902 wurde der Assuan-Damm errichtet und 1907 und
1912 jeweils erhöht." (S.419)
Kuwait duldet "balance of
power" und Abd al-’Aziz - Kuwait besetzt Riad -
Russland projektiert eine Eisenbahn zum Golf
-- Kuwait duldet mit der Taktik einer regionalen
"balance of power" die Betätigung von Abd al-’Aziz
-- Flucht von Abd al-’Aziz vor Al Rasid mit Truppen nach
Riad, das er besetzt
-- in der Folge wird Abd al-’Aziz b. ‘Abd ar-Rahman
al-Faysal Al Sa ‘ud von Osmanen-Hassern gefördert, z.B.
von Russland, das eine Eisenbahnlinie zum Golf
projektiert (S.451).
Arabien: Wahhabiten-Staat
ohne Anerkennung von Konstantinopel und England
-- Ausrufen eines wahhabitischen Staates durch ‘Abd
al-’Aziz b. Sa ‘ud mit Hauptstadt Riad/ar-Riyad (S.422)
-- ‘Abd al-’Aziz in Riad ist in den Augen der
osmanischen Regierung ein Rebell und hat keinen
politischen Spielraum
-- 'Abd al-'Aziz in Riad wird auch von englischer Seite
abgelehnt, als er um eine Protektion gegen das
Osmanische Reich nachsucht (S.452).
1902-1907
Deutschland-Palästina: Neue
Templer-Dörfer
Die Schwäbischen Templer gründen eine 5. und 6.
Siedlung in Palästina. Es kommen aber kaum Leute aus
Europa nach. Die Glaubensgruppe hat maximal 2200
Anhängern (S.412).
1904
Osmanisches Reich: Alle
Finanzen schlucken Armee und Schuldendienst
bei mehr als 1 Mio. Soldaten (S.417).
Konstantinopel-Riad:
Osmanische Expedition gegen Riad: Wahhabiten schlagen
die osmanischen Truppen
(S.452)
1904-1914
Palästina/Fantasie-Zionismus:
2.Einwanderungswelle/ Zweite "Alija"
-- ausgelöst durch erneute Pogrome in Osteuropa.
-- 2 Prozent bzw. 55.000 wandern nach Israel aus, 96
Prozent in die "USA" und nach Westeuropa, insgesamt
2.745.000 Fantasie-Juden (S.430).
1905
Palästina: Inbetriebnahme der Eisenbahn Haifa-Jordan
mit projektiertem Anschluss an die Hedschas-Bahn
(S.408).
Osmanische Expedition gegen
Riad: Wahhabiten müssen sich unterwerfen
‘Abd al-’Aziz wird Teil des Osmanischen Reiches als
Bezirk "Südlicher Nadschd", sichert ihnen gleichzeitig
Legalität, Überleben und hat so eine Vorbereitungszeit
zur Wiederherstellung der Familienherrschaft der Sa ‘ud
(S.452).
England ist an den
Wahhabiten nicht interessiert, nur an den Küstenlinien
Arabiens
und verweigert ‘Abd al-’Aziz weiter die Protektion
(S.452).
ab 1906
Osmanisches Reich-Saloniki:
Entstehen oppositioneller Zellen unter aktiven
osmanischen Offizieren "Einheit und Fortschritt" in
Saloniki
(S.424) "ittihad ve terraqqi" (S.423) mit Zentrale
in Saloniki, vertritt rudimentäre imperiale
Vorstellungen für einen parlamentarischen Zensurstaat
mit den Schlagworten Vaterland - Verfassung - Kampf
gegen innere und äussere Feinde (S.424).
1907
Ägypten/Assuan-Staudamm: Fertigstellung der ersten
Erhöhung des Assuan-Damms
(S.419)
Ägypten: Grossgrundbesitz
-- 3/4 des Kulturbodens ist in Händen von 147.000
mittleren Grossgrundbesitzern
-- 1/4 des Kulturbodens ist unter 1’120.000
Bauernfamilien aufgeteilt (S.419).
Ägypten: Gründung zweier
nationaler Parteien: "Nationalpartei" und
"Volkspartei"
Gründung der "Nationalpartei"/al-hisb al-watani
unter dem Rechtsanwalt und Journalisten Mustafa Kamil
(1874-1908) mit Anhängern im städtischen Mittelstand,
besonders unter Angehörigen der freien Berufe
-- mit Grundforderung des sofortigen britischen Abzugs
auf Ägypten (S.428)
-- aber mit ambivalentem Verhalten zum Sultan und zum
Fantasie-Islam (S.428-429)
denn Ägypten soll Mitglied einer islamischen Welt
bleiben, obwohl ein bedeutender Teil in Ägypten
koptische Fantasie-Christen sind (S.429).
Gründung der "Volkspartei"/hizb al-umma unter dem
Grossgrundbesitzer und Intellektuellen Ahmad Lutfi
as-Sayyid (1872-1963) mit der Zeitschrift al-Garida
(S.428)
mit liberaler Ausrichtung:
-- fordert nationale Unabhängigkeit durch gemässigte
politische Praxis
-- Trennung von Religion und Staat
-- Nationalismus soll von Religion abgekoppelt werden
-- die Partei propagiert einen liberalen
säkularistischen Nationalismus (S.429).
Anfang 1908
Osmanische Reich-Saloniki:
Revolten unter den oppositionellen Militäreinheiten
"Einheit und Fortschritt"
Die Revolten breiten sich im ganzen osmanisch
besetzten Balkan aus mit der ultimativen Forderung, eine
Volksvertretung/Parlament in Konstantinopel zuzulassen
(S.424).
1908
Balkan: österreichische
Invasion - Unabhängigkeit Bulgariens - Verlust Kretas
-- Österreich annektiert Bosnien und die Herzegowina
-- Bulgarien erklärt sich unabhängig
-- Kreta fällt an Griechenland (S.424).
23.7.1908
Konstantinopel:
"Jungtürkische Revolution" - Zulassung von Parlament
und Verfassung - gespaltene Revolutionäre
Parlamentseinberufung durch Sultan ‘Abdülhamid unter
dem Druck der oppositionellen Offiziersgruppen,
Wiederinkraftsetzung der Verfassung.
Im ganzen osmanischen Reich bricht ein Freudentaumel los
- "jungtürkische Revolution" - mit Hoffnungen, dass die
Gegensätze zwischen Nationalisten und religiösen Gruppen
in einem konstitutionellen, repräsentativen System
überwunden werden könnten und es zu einer inneren
Stärkung des Reichs kommt (S.424).
Gleichzeitig sind die Gruppen, die nun an die Macht
kommen, gespalten:
-- Liberale: sind für Autonomierechte und
Minderheitenrechte
-- Offiziere der Nationalisten unter der Bezeichnung
"Komitee für Einheit und Fortschritt" mit Hauptquartier
Saloniki: sehen nur den Zentralstaat, wollen
Minderheiten durch Diskriminierung zur Anpassung zwingen
-- gleichzeitig wenden sich viele Gruppen gegen die
Offiziersgruppe mit Zentrum in Saloniki:
oo der Sultan
oo konservative Fantasie-Muslime
oo traditionelle liberale Politiker (S.424).
In Damaskus wird die Herrschaft der Grossgrundbesitzer
eingeschränkt (S.415).
1908
Hedschas unter Jungtürken:
Emir Husayn b. ‘Ali
-- Jungtürken setzen Scherif Husayn b. ‘Ali als Emir
von Mekka ein (S.423)
-- er ist vom familiären Charisma her ein Kandidat als
Kalif in einem eventuell restituierten Kalifat (S.437).
Konstantinopel-Hedschas:
Einweihung der Hedschas-Bahn - trotzdem Zerfall des
Osmanenreichs
-- die Bahn postuliert auch den politischen Anspruch
der Herrschaft über Damaskus und die arabische Halbinsel
-- die Bahn repräsentiert aber eine irreale Politik,
denn de facto bricht das osmanische Reich geistig immer
mehr auseinander (S.421)
-- die religiös-politischen Führer der Wahhabiten und
die jemenitischen Imame der Zaididen können sich
gegenüber der osmanischen Armee behaupten
-- England baut mit Protektoratsverträgen mit
Stammesführern des südarabischen Hinterlandes die
Kontrolle der arabischen Küste kontinuierlich aus
(S.422).
1908-1909
Konstantinopel: Heterogene
Jungtürkische Bewegung
Die Bewegung wird heterogen, hat zwei
politisch-ideologische Hauptrichtungen:
-- osmanische Liberale: für eine konstitutionelle
Monarchie und einen dezentralsierten föderativen Staat
(S.423)
-- die osmanischen Liberalen lassen im Kampf gegen den
Sultan ‘Abdülhamid europäische Unterstützung zu
(S.423-424)
-- türkische Nationalisten: streben einen starken
Zentralstaat an, wo die Minderheiten weiter keine
politischen Rechte haben sollen, damit der osmanische
Staat gegen die europäischen Expansionskräfte überlebt
(S.423)
-- die türkischen Nationalisten verweigern den Kontakt
zu Europa (S.423-424).
ab 1908
Palästina: Gründung von
Zeitungen des arabischen Widerstands gegen die
jüdische Einwanderung
-- al-Karmil in Haifa
-- Filastin in Jaffa
die den Widerstand gegen die zionistischen Bestrebungen
als eine ihrer Hauptaufgabe ansehen. Ziel der Zeitungen
ist die Unabhängigkeit eines arabischen Palästina
(S.431).
1909
Konstantinopel: Jungtürken
versuchen, Anstösse für eine selbstbestimmte
Wirtschaftsentwicklung zu geben
können aber kaum etwas gegen die etablierten
Machtstrukturen unternehmen (S.417).
April 1909
Konstantinopel: Gegenputsch
von Sultan ‘Abdülhamid scheitert - Absetzung - neuer
Sultan: Mehmed Reschad als Marionette der "nationalen
Offiziere" in Saloniki - Diskriminierungen bringen
Spaltungen
Versuchter Gegenputsch des Sultans gegen die
parlamentarische Demokratie:
-- wird von Truppen der nationalen Offiziere "Komitee
für Einheit und Fortschritt" in Saloniki
niedergeschlagen
-- Sultan ‘Abdülhamid wird abgesetzt
-- Einsetzen des neuen Sultans Mehmed Reschad als
Marionette der [rechtsextremen] Militärs in Saloniki
(S.424).
Fortan können die [rechtsextremen] nationalen Offiziere
behaupten, sie hätten die "Demokratie" gerettet. Dadurch
werden sie im ganzen Osmanischen Reich zu einem
bestimmenden Machtfaktor (S.424).
Die Unterdrückung von Minderheiten im Osmanischen Reich
nimmt seinen Lauf (S.424-425) und der Zusammenbruch des
"Osmanismus" ist dadurch vorprogrammiert, denn dieser
propagierte ein mulitikulturelles und multireligiöses
Osmanisches Reich (S.425).
ab April 1909
Osmanisches Reich /
"Turkismus": "Turkifizierung" unter dem "Komitee für
Einheit und Fortschritt" - Nationalbewegungen und
"Arabismus"
Der "Turkismus" äussert sich in:
-- Unterdrückung der Minderheiten
-- Einführen von Türkisch als Amtssprache in allen
Verwaltungen und als Unterrichtssprache an den Schulen
im ganzen Osmanischen Reich
-- der "Turkismus" provoziert in Syrien, Libanon,
Ägypten und Mesopotamien einen "Arabismus", gleichzeitig
aber auch Nationalbewegungen (S.245).
Syrien/Libanon/Ägypten:
"Turkismus" mit Einführen der türkischen Sprache
-- an Schulen, Gerichten, und Verwaltung (S.427)
-- Damaskus wird zum "Arabismus"-Zentrum (S.426)
-- zur Rückgewinnung verlorener Positionen (S.427)
-- der "Arabismus" verbreitet sich unter Studenten,
Offizieren und Journalisten (S.427).
1909
Osmanisches Reich / "Arabismus": Arabische Studenten
gründen die "Jungarabische Gesellschaft" / al-gam
‘iyya al-’arabiyya al-fatat
-- mit geheimen Zellen in Beirut und Damaskus
-- für die Unabhängigkeit der Araber von den Türken
-- für den Bruch mit dem Osmanischen Reich (S.427).
Syrien/Libanon: Gründung
"Literarischer Klubs" / al-muntada l-adabi
zur Verbreitung des arabischen Nationalgedankens
(S.427).
Syrien/Konstantinopel:
Gründung der arabisch-nationalistische
"Qahtan-Gesellschaft" / al-gam ‘iyya al-qahtaniyya
durch syrische Offiziere in Konstantinopel, benannt
nach dem "legendären Stammvater" der Araber: Qahtan
(S.427).
ab 1909
Syrien/Libanon: "Arabismus"
/ arabische Nationalbewegung gegen den "Turkismus"
Neubildung von autonomistischen Gruppen, die die
Unabhängigkeit für den Fall des Zusammenbruchs des
Osmanischen Reichs vorbereiten mit verschiedenen
arabischen Nationalismusströmungen:
-- Gedanke einer Wiederbelebung des arabischen Kalifats
mit nur sehr selektiver Übernahme von "europäischen
Errungenschaften" mit dem Fantasie-Islam als
einheitsstiftendem Kulturfaktor und dem Ziel einer
"arabischen Nation" [also ein fortschrittliches
Wahhabitenreich]
-- Gruppen mit christlich syrisch-libanesischen
Intellektuellen, Absolventen von Missionarsschulen wie
dem Syrian [Fantasy] Protestant College in Beirut:
Vertreten der vollkommenen Europäisierung und
Gleichberechtigung zwischen arabischen Fantasie-Muslimen
und Fantasie-Christen ohne einen starken Fantasie-Islam
als Kulturfaktor, so dass sie als "christliche Araber"
in der islamischen Welt nicht mehr zweitrangig, sondern
absolut gleichberechtigt sein würden. Dieses Staatsbild
findet auch viele muslimische Anhänger, die in der
Türkei und Ägypten grossen Druck auf die
Fantasie-Islamisten machen (S.426).
Osmanisches Reich-Arabien:
"Turkifizierung" - arabische Geheimgesellschaften
Die "Turkifizierung" ergibt Gegenwehr durch
arabische Geheimgesellschaften al-fatat und al-’ahd in
den türkisch besetzten arabischen Provinzen, die
al-fatat mit Sitz in Konstantinopel (S.441).
ab 1910 ca.
Damaskus: Anhänger der
Zentralisten und Föderalisten
Die Mehrheit der Notabelnfamilien befürwortet die
militärisch-diskriminierenden "Komitees für Einheit und
Fortschritt" (S.426) mit Glauben an ein
gleichberechtigtes türkisch-arabisches Zusammenleben
(S.426-427) im Zeichen eines liberalen,
konstitutionellen Osmanismus (S.427).
Gleichzeitig entstehen eine Reihe geheimer und offener
Vereinigungen für Unabhängigkeiten oder mindestens für
ein dezentrales Osmanisches Reich (S.427).
1910 ca.
Ägypten: Diskussion um
Säkularisierung und Verfassung: Jegliche Verbindung zu
arabischen Traditionen werden abgelehnt und
"Fortschritt" im westlichen Stil betont
(S.460)
ab 1910 ca.
Libanongebirge-Japan:
Niedergang der libanesischen Seidenindustrie -
Aufstieg Beiruts
wegen der billigen japanischen Konkurrenz (S.417).
Die handelspolitische Bedeutung der Gebirgsregion nimmt
rapide ab. Stattdessen entwickelt sich Beirut zum
bedeutendsten regionalen Handels- und Finanzzentrum
(S.418).
1911
Jemen:
de-facto-Unabhängigkeit des Hochlandes
Jungtürken anerkennen die de-facto-Unabhängigkeit
des zaiditischen Hochlandes unter Imam Yahya. Formell
bleibt der Jemen aber Teil des osmanischen Reichs
(S.422).
Libyen: Italienische
Invasion
Die osmanische Herrschaft in Libyen bricht zusammen
(S.424).
1912
Osmanisches Reich-Balkan:
Balkankrieg
(S.424)
Arabien: Wahhabiten
besetzen die Küstenprovinz al-Hasa am Persischen Golf
-- Ausnützung der osmanischen Schwäche durch den
Balkankrieg
-- England verweigert den Wahhabiten immer noch
Protektion, um Konstantinopel nicht zu brüskieren
(S.452).
Jan 1912
Konstantinopel: Auflösung
des Parlaments durch die "Jungtürken" und
Ausschreibung von Neuwahlen
(S.245)
April 1912
Osmanisches Reich: Offen
manipulierte Wahlen zugunsten des "Komitees für
Einheit und Fortschritt"
Von 275 Abgeordneten sind noch 6 Oppositionelle im
Parlament. Das "Komitee für Einheit und
Fortschritt" hat die Mehrheit für sich allein. Es
entsteht Opposition innerhalb der Armee (S.245).
Juli 1912
Konstantinopel:
Regierungswechsel gegen das "Komitee für Einheit und
Fortschritt"
Die innermilitärische Opposition erzwingt einen
Regierungwechsel, Dauerkampf mit dem mächtigen
Militärkomitee in Saloniki, das eine militärische
Invasion in Konstantinopel vorbereitet (S.245).
1912
Kairo: Gründung der
"Osmanischen Dezentralisationspartei" / hizb
al-la-markaziyya al-idariyya al-’utmani
Das Parteiprogramm ist verwandt mit dem Programm der
liberalen "Osmanisten" in Konstantinopel
-- für administrative Dezentralisierung
-- für die Stärkung der arabischen Position in der
Verwaltung (S.427).
Ägypten/Assuan-Staudamm:
Fertigstellung der zweiten Erhöhung des Assuan-Damms
(S.419)
[nicht erwähnt: der Untergang einer beträchtlichen
Flusslandschaft, Zwangsumsiedlungen, Heimatverlust
etc.].
1913
Konstantinopel: Jungtürken
erfolglos
Die Jungtürken versuchen erneut vergeblich die
Zerschlagung der alten Machtstrukturen für eine
selbstbestimmte Wirtschaftsentwicklung (S.417).
Jan 1913
Konstantinopel: Putsch und
Militärdiktatur
Militärische Besetzung des Parlaments durch das
"Komitee für Einheit und Fortschritt". Eroberung des
Parlaments "mit der Waffe in der Hand". Gründung einer
Militärdiktatur (S.245). Das Parlament wird wieder
suspendiert (S.242).
Politik der Diktatur:
-- "Turkismus"
-- Weiterführung der Politik der Europäisierung
-- Öffnung der Schulen auch für Mädchen und Öffnung der
Universitäten auch für Frauen (S.245).
1913
Osmanisches Reich-Paris:
Gründung des "Arabischen Kongresses" in Paris von
muslimischen und christlichen arabischen Studenten -
illusionäre Hoffnungen auf Europa
-- für administrative Dezentralisierung im
Osmanischen Reich
-- für eine Stärkung der arabischen Position in der
Verwaltung
-- hegt die Hoffnung auf Unterstützung aus Europa für
das arabische nationale Anliegen [ist eine Illusion].
Der "Arabische Kongress" umfasst jedoch nur eine
"Handvoll" Leute (S.427).
Ägypten: Europäische
Landgesellschaften besitzen über 10 Prozent des
Kulturlandes
(S.419)
1913 ca.
Hedschas-England: Absprache
gegen Konstantinopel abgelehnt
Als Gegenwehr gegen die "Turkifizierung" lässt
Scherif Husayn b. ‘Ali über seinen Sohn ‘Abdallah bei
England um Unterstützung für eine Loslösung aus dem
Osmanischen Reich nachfragen. Englands Regierung winkt
jedoch ab, weil man Konstantinopel nicht brüskieren
wolle, um nicht die deutsche Orientpolitik zu forcieren
(S.437).
Jan 1913
Arabien: Gründung der
ersten Niederlassung der ihwan-Bewegung in
al-Artawiyya
zwischen Riad und Kuwait in den dortigen Oasen und
Dattelgebieten, gegen den dortigen kriegerischen Stamm
der Mutayr, der daraufhin angeblich seine Kamele und
Pferde auf dem Markt in Kuwait verkauft uns sich im
fruchtbaren Tal von al-Artawiyya niederlässt. Die nun
sesshaften Mutayr bekommen von ‘Abd al-’Aziz Waffen zur
Verteidigung gestellt (S.453).
ab 1913
Arabien: Arabische Bewegung bei den Wahhabiten
unter ‘Abd al-’Aziz b. ‘Abd ar-Rahman al-Faysal Al
Sa ‘ud, der die Arabische Bewegung zur eigenen
Machterweiterung nutzt (S.451).
Irak: Arabische Bewegung
mit führenden irakischen Offizieren
wie Nuri as-Sa’id, Ga ‘far al-’Askari, Yasin
al-Hasimi und der Notabelnfamilien Sayyid Talib in
Basra.
Gleichzeitig verbietet die englische Politik die
Revolution gegen die Osmanen im Irak, um nicht eine
Revolution der Fantasie-Muslime in Indien gegen die
englische Herrschaft zu provozieren (S.447).
Hedschas: "Arabische
Bewegung" gegen die "Turkifizierung"
unter Führung von Scherif Husayn b. ‘Ali, der für
alle arabisch-muslimischen Länder die Führungsfigur
darstellt (S.437).
bis 1914
Mesopotamien:
Bewässerungsbauten - Exportboom zugunsten Englands
Ausweitung der landwirtschaftlichen Nutzfläche durch
Bewässerung um das 10-fache seit 1869 (S.409)
[mit sklavenähnlichen Anstellungsverhältnissen in der
Landwirtschaft?]
Mesopotamien: Basra verdreifacht seine Exporte seit
Anfang der 1880er Jahre, die in englischer Hand liegen
(S.418).
Palästina/Fantasie-Zionismus:
85.000 Fantasie-Juden in Palästina von 689.000
Personen Gesamtbevölkerung
Es existieren 47 jüdische Siedlungen mit ca. 12.000
Einwohnern, davon werden 14 Siedlungen von zionistischen
Organisationen unterstützt. Die jüdische Bevölkerung
beträgt insgesamt 85.000, 12,3 Prozent der
Gesamtbevölkerung von 689.000 (S.430).
Ende Juli 1914
Vorderer Orient:
Miteinbezug des Osmanischen Reiches in den Krieg
Deutschlands und Österreichs - arabische,
jüdisch-zionistische und englische Taktiken
Im ganzen Osmanischen Reich weckt der Krieg
Hoffnungen auf Unabhängigkeiten, die aber von Frankreich
und England torpediert werden:
-- die europäischen Grossmächte Frankreich und England
planen die Aufteilung des Osmanischen Reiches nach einem
Sieg schon vor Abschluss des Krieges
-- die arabischen Bewegungen hoffen auf Unabhängigkeit
-- die Ägypten hoffen auf den Abzug der britischen
Okkupanten
-- die libanesischen Maroniten-Fantasie-Christen hoffen
auf einen eigenen Staat Libanon, der von Frankreich
protegiert wird
-- die Fantasie-Zionisten hoffen auf ein Bündnis mit den
Siegern für die zionistischen Pläne (S.431).
1914
Syrien-Konstantinopel:
Abspaltung der Geheimgruppe "Der Bund" / al-’ahd
von der arabisch-nationalen Qahtan-Gesellschaft mit
unzufriedenen syrischen und mesopotamischen Offizieren.
Ziel des "Bund" ist politische Autonomie der arabischen
Provinzen und Gründung einer arabisch-türkischen
Doppelmonarchie nach österreichisch-ungarischem Vorbild
(S.427).
[Dabei ist die Doppelmonarchie seit langem im Zerfall
begriffen und auch nicht mehr zeitgemäss].
Ägypten: Monokultur
Baumwolle
Der Export von Baumwolle und Baumwollsamen macht 92
Prozent des Exportwertes aus, davon 50 Prozent nach
England [Hungerlöhne? Sklavenlöhne für die Bauern?].
Durch die Baumwoll-Monokultur wird Ägypten zum
Getreideimportland! (S.419)
Mitte 1914
Hedschas: Scherif Husayn
verweigert den "heiligen Krieg" / Dschihad
Husayn verweigert die Anweisung Konstantinopels,
einen "heiligen Krieg"/Dschihad gegen die christlichen
Mächte auszurufen, denn er strebt nach wie vor eine
britische Sicherheitsgarantie gegen das Osmanische Reich
und gegen die "Turkifizierung" an.
England will aus dieser Konstellation grösstmöglichen
Nutzen ziehen (S.441).
28.10. 1914
Türkei-Russland: Türkische
Marine beschiesst russische Schwarzmeerhäfen
(S.438)
30.10.1914
Kriegseintritt des
Osmanischen Reichs an der Seite von Deutschland und
Österreich
(S.427)
-- die arabischen Staaten hoffen auf eine Niederlage des
Osmanischen Reichs, so dass Unabhängigkeiten möglich
sein werden (S.427-428)
-- die nationalistischen Fantasie-Muslimengruppen haben
die Hoffnungen auf Unterstützung der Unabhängigkeiten
durch Frankreich und England
-- die Fantasie-Muslimengruppen sehen gleichzeitig auch
die Eroberungsstrategien Englands und Frankreichs
(S.428).
[nicht erwähnt:
Die Nationalen Musime haben
keine modernen Schusswaffen
Die arabischen Staaten des Osmanischen Reichs sind
ab dem Kriegseintritt Konstantinopels dazu verdammt,
entweder für ihre türkischen Besetzer zu kämpfen oder
sich Frankreich und England auszuliefern, weil sie keine
eigene moderne Schusswaffen besitzen].
31.10.1914
England:
Sicherheitsgarantie für Hedschas
(S.441)
ab Okt 1914
Vorderer Orient:
planmässige Revolutionsunterstützungen Englands und
Deutschlands
-- ab Kriegseintritt des Osmanischen Reiches an
deutscher Seite (S.437)
-- England kann den Hedschas gegen das Osmanische Reich
unterstützen, erhofft sich durch die Revolutionen gegen
das Osmanische Reich militärische Entlastung im Vorderen
Orient (S.437-438)
-- die Entente [wie auch die Mittelmächte] unterstützen
die Revolutionen in kolonialen Imperien als
Kriegsmittel, da dann die militärischen Kräfte des
Gegners an vielen Stellen gebunden werden
-- die Agenten der kriegsführenden Mächte werden zu den
ersten Guerillaführern, am bekanntesten: der Brite Lawrence
in Arabien und der Deutsche Wassmuss in Südiran
-- die "Arabischen Bewegungen" müssen alle
militärisch-strategischen Kalküle der Entente und der
Mittelmächte erkennen und abwehren, um nicht von ihnen
manipuliert zu werden (S.438).
[nicht erwähnt:
Die Fantasie-Juden im Osmanischen Reich können nur auf
das Schicksal hoffen].
2./5.11.1914
Kriegserklärungen Englands,
Frankreichs und Russlands gegen das Osmanische Reich
(S.438)
Nov 1914 ca.
Krieg Englands im Nahen
Osten
England unternimmt eine völkerrechtliche und
diplomatische "Festigung" ihrer Position im Vorderen
Orient:
-- Mesopotamien-England: Landung eines britischen
Expeditionskorps in Südmesopotamien
-- Annexion Zyperns (S.438).
Dez 1914
England erklärt Ägypten und
Kuwait zu Protektoraten
und plant, das Osmanische Reich mit der Strategie
eines "quick kill" schnell auszuschalten, um den
deutsch-türkischen Plan eines Vormarsches zum Suezkanal
zu verhindern. Dadurch würde eine englisch-arabische
Allianz überflüssig werden (S.438).
1914-1918
Europa-Osmanisches Reich:
Absprachen über Verteilung von Land nach dem Sieg
Bereits während des Krieges werden Absprachen
getroffen, wie die Staatenwelt nach dem Krieg aussehen
soll (S.366).
1914-1918
Hedschas: Der Hedschas
politisiert gegen Konstantinopel
Emir Husayn b. ‘Ali, der 1908 noch von den
Jungtürken als Emir eingesetzt worden war, wendet sich
nun gegen Konstantinopel und wird zur "Galionsfigur" der
arabischen Unabhängigkeitsbewegung gegen die türkischen
Nationalisten (S.423).
ab 1914
Osmanisches Reich:
arabische Aufstände gegen die jungtürkische Diktatur
(S.435)
Vorderer Orient: Hoffnungen
der muslimischen "nationalen Bewegungen" - Widerspruch
Die muslimischen nationalen Bewegungen und eine
Nationenbildung der "arabischen Nation" ist in sich ein
Widerspruch zum Islam (S.433).