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Encyclopaedia Judaica
Judenverfolgung: Die Inquisition der kr. Jesus-Fantasie-Kirche gegen die Moses-Fantasie-Juden 1481-1834
"Christliche" Blutreinheit, Inquisition und "christlicher" Scheiterhaufen
18. Inquisition noch woanders in Europa: Sizilien, Malta und Sardinien
Wie die kr.kath. "christliche" Kirche und derkr. Papst die anonymen Mobbing-Rufmord-Manöver gegen Juden und Neuchristen rechtfertigten: mit Folter, Herabwürdigung und Verbrennung - und Konfiskation von allem Eigentum
aus: Inquisition; In: Encyclopaedia Judaica 1971, Band 8
präsentiert von Michael Palomino (2007 - Übersetzung 2025)
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18. Inquisition noch woanders in Europa: Sizilien, Malta und Sardinien
18.1. Inquisition anderswo in Europa: Sizilien 1451-1782
[1451: Wiederbelebung der Inquisition auf Sizilien - Inquisitor Fra Antonio de la Peña ab 1487 - 1492: Vertreibung der Juden]
<SIZILIEN. Die mittelalterliche Dominikaner-Inquisition hatte auch in Sizilien bestanden und wurde 1451 zum Teil auf Kosten der Juden auf Grund eines apokryphen Dekrets des Kaisers Friedrich II. wiederbelebt. Es war jedoch unzulänglich, um das Problem der Conversos von der [Iberischen] Halbinsel zu lösen, insbesondere von Aragonien, das Insel [Sizilien] damals regierte. So ernannte Torquemada 1487 nach einigen Verhandlungen Fra Antonio de la Peña zum örtlichen Inquisitor. Die Vertreibung der Juden von der Insel im Jahre 1492 vermehrte die Zahl der unaufrichtigen Konvertiten, die sich dort fanden;
[Verwechslung zwischen spanischer und päpstlicher Inquisition - Reorganisation unter Bischof Montoro von Ceflú - Scheiterhaufen 1511, 1513]
Aber die Angelegenheiten des örtlichen Tribunals gerieten in einen hoffnungslosen Zustand der Verwirrung, der durch den Streit zwischen den streitenden Ansprüchen der Spanier und der päpstlichen Inquisition noch gesteigert wurde. Schliesslich, im Jahr 1500, wurde eine Reorganisation unter Montoro, dem Bischof von Ceflú, eingeleitet.
Die regelmässigen Aktivitäten begannen im Jahr 1511, als bei einem Scheiterhaufengericht (Auto-de-fé) vom 6. Juni [Kol. 1396] acht Personen verbrannt wurden. Im Jahr 1513 gab es drei Scheiterhaufengerichte (autos-de-fé), bei denen insgesamt 39 Personen (meist rückfällige Büsser) verbrannt wurden. Diese Aktivität machte die Inquisition sehr unbeliebt.
[1516: Tod von König Ferdinand - Zerschlagung der Inquisition - Vertreibung des Inquisitors Cervera nach Spanien - Wiederherstellung der Inquisition 1519 - Scheiterhaufen 1541]
Am 7. März 1516, nach dem Tod Ferdinands, plünderte der Mob sein Hauptquartier in Palermo, vernichtete die Unterlagen und trieb den Inquisitor Cervera dazu, mit dem Schiff nach Spanien heimzukehren.
Drei Jahre später wurde er mit allen Vollmachten zurückgeschickt, und obwohl der Widerstand des Volkes nicht beseitigt wurde, wurde das Tribunal wiederhergestellt. Vergeblich bat das Parlament um eine Verbesserung des Verfahrens. Die Inquisitionstätigkeit ging unablässig weiter: Am 30. Mai 1541 fand ein grosses Glaubensgericht (Auto-de-fé) statt, zu dem 21 Personen erschienen, darunter 19 Neuchristen.
[seit 1541: weitere Verfolgung von Protestanten und anderen Häretikern - immer noch jüdische Flüchtlinge aus Spanien]
Von dieser Zeit an nahmen jedoch die Vorwürfe der Judaisierung allmählich ab, und ein wachsender Anteil von Protestanten und anderen Häretikern spielte in der Liste eine Rolle. Während der langen Zeit der spanischen Herrschaft nahm die Insel jedoch weiterhin gelegentlich Converso-Flüchtlinge von der [Iberischen] Halbinsel auf. Einer der Köpfe der sizilianischen Inquisition, Giovanni *di Giovanni (1699-1753), war der Autor des Standardberichts über die Juden auf der Insel, L'Ebraismo della Sicilia (1748).
[1744: Bilanz der Inquisition - 1782: Abschaffung der Inquisition auf Sizilien]
Bis 1744 soll die Inquisition von Sizilien 201 lebende Ketzer und 279 Bildnisse von Toten [sie schon während der Haft an der Folter starben] oder Flüchtlingen zur Verbrennung übergeben haben. Das Tribunal wurde von Ferdinand IV. am 16. März 1782 unter grossem Jubel des Volkes abgeschafft.> (Sp. 1397)
18.2. Inquisition anderswo in Europa: Malta
<MALTA. Bis zur Übergabe der Insel Malta an die Johanniter im Jahre 1530 unterhielt die sizilianische Inquisition dort einen Kommissar, über dessen Tätigkeit jedoch nur wenige Einzelheiten bekannt sind. In späterer Zeit suchten die jüdischen Sklaven in Malta bei dem dortigen Inquisitor einen gewissen Schutz in der Ausübung ihrer Religion.> [Kol. 1397]
18.3. Inquisition in anderen Teilen Europas: Sardinien 1492-1708
[1492: Inquisitor Micer Sancho Mardia - Ermordung im Jahre 1500 - Ende der Inquisition auf Sardinien 1708]
<Seit dem 14. Jahrhundert war Sardinien Teil der Herrschaftsgebiete der [[spanischen]] Krone von Aragon und bildete daher, wie Sizilien, einen natürlichen Zufluchtsort für die Conversos der [[Iberischen]] Halbinsel. Noch während der Judenvertreibung (1492) wurde dort ein Zweig der Inquisition eingeführt, als Micer Sancho Mardia zum Inquisitor ernannt wurde.
Die Abneigung des Volkes war ausserordentlich, und im Jahre 1500 wurde der Empfänger der Inquisition in der Stadt Cagliari von einer Person ermordet, die durch seine Massnahmen in die Armut gestürzt worden war. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war seine Arbeit getan, und ab dann herrschte relative Ruhe.
Ihre Existenz endete jedoch erst mit dem Ende der spanischen Herrschaft im Jahr 1708. Die bischöfliche Inquisition, die ihr folgte, hatte wenig zu tun, da alle Spuren der Conversos längst verschwunden waren.> [Kol.1398]
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